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Alvaro Bautista (2.): «Reifen, bitte explodier nicht»

Superbike-Weltmeister Alvaro Bautista ließ sich im zweiten Hauptrennen in Australien in der letzten Runde überrumpeln und verpasste so seinen ersten Saisonsieg. Der Ducati-Star schildert, wie das passieren konnte.

Superbike WM

Im Artikel erwähnt


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Nach seiner langen Verletzungspause, Alvaro Bautista hat es bei einem Sturz während der Tests am 1. November in Jerez mehrere Bandscheiben zwischen den Nackenwirbeln verschoben, dauert es für den Champion etwas länger, um seinen letztjährigen Speed zu finden.

Der neue, sehr griffige Asphalt sowie die ausschließlich zur Verfügung stehenden harten Hinterreifen von Pirelli erschwerten seine Aufgabe in Phillip Island zusätzlich.

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Im ersten Hauptrennen am Samstag wurde Bautista nach einem Ausrutscher 15. Im Sprintrennen am Sonntag war er zwar schneller als der drittplatzierte Toprak Razgatlioglu (BMW), kam aber um 0,074 sec nicht vorbei – Rang 4. Im zweiten Hauptrennen war es dann endlich soweit und der 59-fache Laufsieger schaffte es als Zweiter erstmals in dieser Saison aufs Podium.

Bis zur viertletzten Kurve hat Bautista in der letzten Runde geführt, dann wurde er in "Lukey Heights" außen herum (!) von Kawasaki-Werksfahrer Alex Lowes überrumpelt, der den Lauf überraschend mit 0,048 sec Vorsprung gewann und damit auch die WM-Führung übernahm.

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"Wäre mein Motorrad nach dem Rennen zu leicht gewesen, ginge das auf die Kappe von Pirelli", witzelte Alvaro, der damit auf den hohen Gummiabrieb anspielte.

Das letzte Rennen des Wochenendes wurde nach dem Sturz von Jonathan Rea (Yamaha) abgebrochen und über nur elf Runden neu gestartet. Damit war der zuvor obligatorische Boxenstopp hinfällig.

"Ich dachte, die elf Runden bringe ich leicht hinter mich", schilderte der Ducati-Star beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. "Aber so war es nicht. Mit einem neuen Hinterreifen fährst du erst die Besichtigungsrunde und hältst dann auf dem Grid an. Anschließend kommt die Aufwärmrunde und du hältst erneut an. Dann ist der Rennstart. Durch dieses Prozedere fiel die Temperatur meines Reifens zu weit ab, deshalb war seine Performance während der ersten Runden nicht gut. Damit hängen auch meine Probleme zusammen, die ich gegen Rennende bekam. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich den Hinterreifen so zerstören würde. Die letzten drei Runden konnte ich kaum noch fahren, das Bike hüpfte in allen Linkskurven und die Bewegungen wurden sehr aggressiv. Deshalb konnte ich auch kaum noch maximale Schräglage fahren."

"Die letzten drei Runden kamen mir länger vor als das ganze Wochenende", ergänzte der Spanier. "Sie waren zu lang. Ich bin trotzdem glücklich, weil ich meine Leistung von Freitag bis Sonntag steigern konnte und ich mich auf dem Bike immer besser fühlte. Ich bin noch nicht bei 100 Prozent wie vor meiner Verletzung, aber ich schließe die Lücke. Das war ein sehr positives Wochenende für mich, ich konnte nach dem Sturz am Samstag einiges Vertrauen für das Motorrad aufbauen."

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Was ging dem 39-Jährigen durch den Kopf, als er von Lowes überholt wurde? "Reifen, bitte explodier nicht, ich konnte an nichts anderes denken", lachte Bautista. "Es kann passieren, dass Gummistücke aus dem Reifen brechen, aber ich habe diesbezüglich nichts gespürt. Ich wusste nicht, wer hinter mir ist. Mir war aber klar, dass er mich leicht würde überholen können, weil es mir an Schräglage fehlte. In der letzten Kurve versuchte ich, wieder an ihn heranzukommen. Aber ich konnte kaum noch in die Kurven fahren und verlor viel am Eingang und auch beim Gas aufdrehen. Unter normalen Bedingungen hätte ich ihn wahrscheinlich aus der letzten Kurve heraus überholen können, aber so bin ich glücklich, dass ich das Rennen überhaupt zu Ende fahren konnte."

In der Gesamtwertung liegt der Titelverteidiger nach 3 von 36 Rennen mit 27 Punkten auf Platz 5.

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