Andrea Iannone: «Denkt daran – ich bin ein Rookie»
Vier Jahre Abstinenz vom Rennsport haben Andrea Iannone nicht langsamer gemacht. Nach seinen herausragenden Leistungen bei der Superbike-WM in Australien tritt er dennoch auf die Euphoriebremse.
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Was Andrea Iannone bei seinem Comeback im Rennsport und bei seiner Premiere in der Superbike-WM in Australien aufführte, war erstaunlich und ist vielversprechend: Sensationeller Dritter im ersten Hauptrennen, nach einem nicht alltäglichen Problem 14. im Superpole-Race und Vierter im zweiten Hauptrennen. Gesamt eroberte der 34-Jährige 29 Zähler und liegt damit punktgleich mit dem Dritten Andrea Locatelli (Pata Yamaha) auf WM-Gesamtrang 4.
Im Superpole-Race über zehn Runden lag Iannone in Führung, als er plötzlich langsamer und nach hinten durchgereicht wurde. "Das lag außerhalb meiner Kontrolle, ich hatte die Chance, dieses Rennen zu gewinnen", ärgerte sich Iannone im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Auf der linken Seite hat sich am Lenker der Griffgummi gelöst. Auf der Geraden habe ich versucht, ihn wieder reinzuklopfen. Mach das mal, es ging nicht. Letztlich verlor ich ihn."
Platz 14 zog nach sich, dass der Mann mit der Nummer 29 für das zweite Hauptrennen von Startplatz 2 auf 10 nach hinten versetzt wurde, doch nach einem guten Start mischte Iannone auch in diesem Lauf wieder vorne mit.
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Als das Rennen nach dem Sturz von Jonathan Rea abgebrochen wurde, lag Iannone bereits auf Position 3 und stand damit beim Neustart wieder in der ersten Reihe. Der Lauf wurde auf elf Runden verkürzt, im Ziel fehlten Andrea lediglich 1,275 sec zu Sieger Alex Lowes (Kawasaki) und 0,097 sec zum dritten Platz, den sein langjähriger MotoGP-Kollege Danilo Petrucci (Barni Spark Ducati) einnahm.
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"Ich kam stark zurück und war auf einem guten Level, hatte am Wochenende aber kein Glück", fasste Iannone zusammen. "Ständig passierte etwas. Am Samstag hatte ich Probleme mit der Motorbremse, im Superpole-Race verlor ich den Griffgummi. Und als wir für den Neustart im zweiten Hauptrennen den Hinterreifen wechselten, hatte ich plötzlich keinen Grip mehr. Die Plätze 3 und 4 in den beiden langen Rennen sind aber ein gutes Comeback, für den Auftakt war das stark – ich habe es genossen."
Der 13-fache GP-Sieger (1 MotoGP) räumt ein, dass es ihm nach vier Jahren Zwangspause (Doping) noch an Routine fehlt, auch im Umgang mit seinem neuen Team Go Eleven Ducati. "Es wird aber mit jedem Tag auf dem Motorrad, mit jedem Training besser", hielt Andrea fest. "Das gilt auch für meinen Crew-Chief und meinen Elektroniker. Aber wir kommen voran. Ich bin nicht uneingeschränkt glücklich, aber ich bin glücklich. Hätte mir das Team vor dem Wochenende gesagt, dass ich Dritter und Vierter werde, dann hätte ich das ohne zu fragen unterschrieben. Nach vier Jahren ist das unglaublich. Aber wenn du das Gefühl hast, dass du mehr hättest erreichen können, dir das aber aus verschiedenen Gründen nicht gelingt, dann siehst du das als Niederlage. Aber wir sind auf einem guten Weg." Iannone hat sich mit seinen Leistungen viel Respekt erarbeitet, auch bei seinen Gegnern. Diese wissen aber auch, dass der Italiener auf Phillip Island immer besonders stark fährt, dort wurde er im MotoGP-Rennen 2018 auf Suzuki hinter Maverick Vinales (Yamaha) Zweiter.
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Entsprechend flach hält der Comeback-Mann den Ball, auf zukünftige Großtaten angesprochen: "Ich träume davon, dass es in Barcelona normal läuft, ohne die ganzen Desaster. Aber bitte, setzt die Erwartungen nicht zu hoch an. Ich will es genießen und mich nicht stressen, das ist mein erstes Jahr. Ich bin ein Rookie in der Superbike-WM, daran sollte man denken. Nach den ersten Rennen weiß ich mehr über die Reifen und wie es läuft. Positiv ist, dass ich ein sehr gutes Gefühl habe."
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