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Zum siebten Mal in diesem Jahr stürzte Weltmeister Alvaro Bautista in einem Superbike-Rennen in aussichtsreicher Position liegend. Langsamer fahren will er nicht, «so ist mein Charakter», betonte der Spanier.
Von Startplatz 11 kommend hatte Alvaro Bautista eine hervorragende erste Runde und konnte sich während der ersten vier Kilometer auf dem Circuito do Estoril auf Position 6 vorarbeiten. Nach fünf Runden war der dreifache Weltmeister Dritter, zur Halbzeit des 21-Runden-Rennens stürzte der 39-Jährige auf Platz 2 liegend.
"Ein Scheiß", fasste Bautista sein Malheur zusammen. "Als ich in der Gruppe fuhr, war es okay. Als ich allein war und mehr pushen konnte, wurde mein Problem mit der Vordergabel immer deutlicher. Wir haben mit der Abstimmung einen kleinen Fehler gemacht und die Gabel zu weich abgestimmt. Bei den besseren Verhältnissen am Samstag konnte ich später und härter bremsen, die Gabel ging beim Bremsen aber in vielen Kurven auf Block. Bevor ich stürzte, hätte ich mich erinnern müssen wo das Limit ist und nicht weiter pushen. Aber ich bin so gestrickt, dass ich immer mehr will, so ist mein Charakter, meine Mentalität. Das war zu viel – mein Fehler. Ich hätte mit meinem Problem besser umgehen müssen. Ich tat das nicht und stürzte."
Bautista hat über die Jahre viele Podestplätze und Siege weggeschmissen, wir alle erinnern uns an 2019, als er trotz überragendem Speed die WM gegen Johnny Rea und Kawasaki verlor. Bei seinen Titelgewinnen 2022 und 2023 hatte er sich hingegen gut unter Kontrolle, der Pilot mit der Jockey-Figur hat intensiv an seiner Herangehensweise gearbeitet.
"Ich habe beide Charakterzüge", bemerkte Alvaro. "In manchen Rennen bin ich geduldig und besonnen, in anderen geht es mit mir durch. Ich denke nicht an die Gesamtwertung, wenn ich Rennen fahre. Manchmal ist das gut, manchmal schlecht. Jedes Mal, wenn mir so ein Missgeschick passiert, will ich mich ändern und ermahne mich, geduldiger zu sein. Aber wenn meine Taktik aufgeht, dann sage ich mir, dass ich mit dieser Einstellung gewinnen kann. Ich habe beide Gefühle in mir. Letztlich habe ich hier nichts zu verlieren."
Platz 2 in der Weltmeisterschaft zählt nichts, fragte SPEEDWEEK.com nach. Auf Teamkollege Nicolo Bulega fehlen ihm nach der neuerlichen Nullrunde 62 Punkte und es gibt nur noch 99 zu holen.
"Ob ich Zweiter oder Dritter werde, ändert für mich nichts", betonte der Ducati-Star. "Okay, beim Bonus macht es einen Unterschied. Für mich ist aber das Wichtigste, dass ich weiß, dass ich alles gab. Das ist wichtiger als Geld. Ich fahre Rennen, weil das mein Hobby ist, meine Passion. Nicht um mehr Geld zu verdienen. Ich will ein besserer Fahrer werden, als ich es bin. Ich bin böse auf mich selbst, weil ich mit der Situation nicht richtig umging. Das Motorrad war nicht perfekt, also hätte ich langsamer fahren sollen."
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