Nicolò Bulega (Ducati) sah Topraks einzige Schwäche
Mit dem Sieg im Superpole-Race fügte Nicolò Bulega (Ducati) WM-Leader Toprak Razgatlioglu beim Superbike-Meeting in Estoril die einzige Niederlage zu. Im zweiten Lauf war der Italiener jedoch chancenlos.
Der Circuito do Estoril ist eine Paradestrecke von Toprak Razgatlioglu, was der BMW-Pilot mit der Pole und souveränen Siegen in den langen Rennen eindrucksvoll unter Beweis stellte. Die einzige Niederlage fügte ihm Nicolò Bulega im Superpole-Race über nur zehn Runden zu. Nachdem der Italiener dem WM-Leader rundenlang wie ein Schatten gefolgt war, brauste er beim Sprint zur Ziellinie um 0,003 sec vor dem Türken über die Linie.
"Das Superpole-Race hat Spaß gemacht", erzählte der Ducati-Werkspilot in kleiner Journalistenrunde. "Ich war komplett am Limit, dennoch versuchte ich in der letzten Runde, noch etwas mehr zu geben – und es hat geklappt. Toprak war überall schneller, aber nicht in der letzten Kurve. Ich kam besser heraus und ich gewann mit dem knappsten Abstand in der Geschichte."
Kurios: Bulega und auch Razgatlioglu waren unsicher, wer den Sieg eingefahren hatte. "Dass ich gewonnen hatte, wusste ich aber erst zweifelsfrei, als mir unserer Pressechef Federico in Kurve 6 die italienische Flagge in die Hand drückte. Erst dann habe ich richtig gefeiert", schilderte der 24-Jährige. "Ich war zuversichtlich, dass ich vor Toprak war, aber ich konnte es auf dem Motorrad nicht zweifelsfrei erkennen. Nach der Zieldurchfahrt schauten wir uns an und scheinbar wusste auch Toprak nicht, wer vorn lag."
Wieso konnte Bulega im Sprintrennen den Speed von Razgatlioglu mitgehen, nicht aber im zweiten Lauf? "Mein Gefühl mit dem Motorrad war super und das Feedback war klasse. Deshalb nahm ich mir vor, wirklich alles zu geben. Wenn man spürt, dass dein Bike dir mehr ermöglicht, dann musst du es auch nutzen", erklärte der Italiener. "Und aus welchem Grund auch immer, hatte ich am Vormittag genau dieses Gefühl. Ich habe jede Runde 100 Prozent gegeben, in der letzten Runde aber noch mehr, weil ich etwas versuchen musste. Toprak ist auf der Bremse sehr schwer zu überholen, deshalb musste ich mir eine andere Stelle suchen. In der letzten Kurve war ich deutlich schneller als er und habe alles darauf ausgelegt. Im zweiten Lauf war ich zu Beginn gut unterwegs und hätte vielleicht sieben oder acht Runden mit ihm mithalten können. Ich tat mich aber schwer, Álvaro zu Beginn zu überholen. Und als ich vorbei war, war ich nicht wesentlich schneller als er."
Bulega weiß: Angesichts 46 Punkten Rückstand auf den BMW-Star sind seine Chancen auf den Titelgewinn nur noch mathematisch vorhanden.
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