Viele Highsider: Toprak Razgatlioglu nennt die Gründe
Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu war am Trainings-Freitag in Most das Maß der Dinge und dominierte beide Sessions. Wo er seine BMW im Vergleich zu den Ducati sieht.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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FP1 beendete Toprak Razgatlioglu im Autodrom Most mit 0,554 sec Vorsprung auf den Zweiten Danilo Petrucci (Barni Spark Ducati); im FP2 distanzierte er Sam Lowes aus dem Team Marc VDS Ducati auf Platz 2 um 0,224 sec. So lautet auch das Ergebnis in der kombinierten Zeitenliste beider Trainings, sämtliche Fahrer waren in der zweiten Session schneller.
"Das war mein bester Freitag diese Saison, ich bin glücklich", grinste der Titelverteidiger beim Treffen mit handverlesenen Journalisten in Most. "Die Strecke ist sehr schmutzig, das sah ich schon am Donnerstag bei der Besichtigung. Dann regnete es auch noch, deshalb war der Grip nicht sehr hoch – nicht so wie letztes Jahr. Mein Bike fühlte sich anders an als normal. Nach einigen Runden, mit steigendem Grip, wurde es besser."
Toprak bekam mit, wie Johnny Rea, Andrea Iannone, Remy Gardner, Nicolo Bulega und Andrea Locatelli furchterregende Highsider hatten und wie durch ein Wunder allesamt ohne schwere Verletzungen davonkamen.
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"Für den neuen Hinterreifen war es eventuell zu kalt, hinzu kam die schmutzige Strecke", nannte der BMW-Star die beiden Hauptgründe für die vielen Highsider. "Ich glaube nicht, dass dieses Problem bei wärmeren Bedingungen auftreten würde. Mir tut es leid für Andrea Iannone, dass er sich zwei Zehen gebrochen hat. Bulega ist hochgeflogen, glücklicherweise hat er sich nichts gebrochen. Das ist gut so, denn wir kämpfen um den Titel. Ohne ihn auf der Strecke würde ich es nicht genießen, ihm ging es mit mir letztes Jahr gleich. Ich bin froh, dass er wieder fahren kann."
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Razgatlioglu gewann 2024 alle drei Rennen in Most, doch dieses Jahr sind die Vorzeichen anders: BMW darf sein Super-Concession-Chassis nicht mehr einsetzen, außerdem wurde vor Most zum zweiten Mal die Kraftstoffdurchflussmenge um 0,5 kg/h reduziert. Der deutsche Hersteller muss jetzt ebenso wie Ducati mit einem Liter weniger Benzindurchfluss pro Stunde klarkommen, als er den Gegnern von Bimota, Honda, Kawasaki und Yamaha erlaubt ist.
"Mein Motorrad fühlt sich auf jeder Strecke anders an, wir haben Probleme und versuchen, das Motorrad zu verbessern", verdeutlichte der 61-fache Laufsieger gegenüber SPEEDWEEK.com. "Ich bin aber glücklich, wie ich einige Kurven hier anbremsen kann und wie ich durch die Schikane komme. Wir konnten uns seit Cremona mit der Abstimmung verbessern, da muss aber noch mehr kommen. In meiner Rennsimulation war ich hinter Sam Lowes auf der Ducati, am Ausgang von Kurve 2 und 10 beschleunigt er unglaublich schnell. Ich gebe Vollgas, aber er fährt mir davon. Ob das an den neuen Regeln liegt – ich weiß es nicht. Im Topspeed war nur Alvaro Bautista sehr schnell, die anderen Ducati nicht. Ich würde auch sagen, dass Yamaha jetzt fast auf einem Level mit uns ist." "Was die Beschleunigung betrifft, hat sich bei Ducati nichts geändert", beurteilte Toprak die neuen Benzinvorschriften. "Sie merken es eventuell nur im Topspeed. Mein Motorrad hat sich durch diese Regeländerung in allen Bereichen verändert. Für mich sind das Drehmoment und die Beschleunigung nicht mehr wie zuvor, das merke ich vor allem am Ausgang von langsamen Kurven. Meine Rennsimulation war sehr stark, meine Rundenzeit ist auch nicht schlecht. Aber ich muss in jeder Kurve alles geben. Sam Lowes sagt, dass mir meine Rundenzeit leicht gelingt. Aber er sieht nur die Zeit und nicht, wie sehr ich auf der Bremse und bei Richtungsänderungen kämpfen muss."
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