Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu ist einer der größten Kritiker der aktuellen Balance-Regel. Gleichzeitigt lobt der Türke aus dem BMW-Werksteam Ducati, wie sie mit den Einschränkungen umgehen.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Dass Superbike-WM-Leader Nicolo Bulega in Tschechien lediglich drei Punkte an Toprak Razgatlioglu abgab, verbucht er als Riesenerfolg. Denn: "Cremona und Most sind meine schlechtesten Strecken", betont der Ducati-Star.
Nicolo Bulega ist erwachsen geworden. 2023 gewann der inzwischen 25-Jährige die Supersport-WM in überragender Manier, trotzdem wurde er nicht als das nächste große Ding gehandelt, als ihn Ducati in die Superbike-WM beförderte. Nico belehrte alle Kritiker eines Besseren, entzauberte in seinem ersten Jahr auf der Ducati Panigale V4R den zweifachen Weltmeister Alvaro Bautista und wurde hinter Toprak Razgatlioglu Vizeweltmeister.
Über den Winter hat Bulega einen weiteren Schritt gemacht und zeigt in dieser Saison erstaunlichen Speed, beeindruckende Abgeklärtheit und unbändigen Kampfgeist. Acht der bislang 15 Rennen hat er gewonnen, in Assen fiel er zweimal in Führung liegend wegen eines defekten Sensors aus. Dennoch liegt er in der Weltmeisterschaft 31 Punkte vor dem Motorrad-Akrobaten aus der Türkei.
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In Cremona und Most holte Bulega verblüffenderweise zusammengenommen zehn Punkte mehr als sein großer WM-Widersacher.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Toprak kämpft wie ein Löwe, ohne das im Winter verbotene Super-Concession-Chassis ist die BMW aber nicht auf dem Level der Ducati. Hinzu kommt, dass die Reduktion der Kraftstoffdurchflussmenge um ein Kilogramm pro Stunde seit Most BMW mehr zu schaffen macht als Ducati.
Der Blick auf den WM-Stand zeigt, wie gigantisch der Toprak-Effekt ist: Der Red-Bull-Sportler liegt mit 221 Zählern auf Position 2, BMW-Teamkollege Michael van der Mark ist mit 56 Punkten lediglich Gesamt-14. Ganz anders bei Ducati: Neben dem Führenden Bulega mischen auch Danilo Petrucci (3.), Alvaro Bautista (4.) und Sam Lowes (6.) in den Top-6 mit. Grund genug für Razgatlioglu, regelmäßig das Reglement anzuprangern. Denn der 63-fache Laufsieger weiß sehr genau, zu welchen Leistungen er im Stande ist – und wann ihm das Motorrad die Hände bindet. "Nico und ich pushen, so hart es geht", unterstrich Toprak gegenüber SPEEDWEEK.com. "In jeder Kurve und auf der Geraden. Er fährt hervorragend und sein Motorrad arbeitet sehr gut. Das zusammengenommen führt dazu, dass er sehr schnell ist. Aber man muss sich nur Alvaro Bautista anschauen: Er überholt jeden auf der Geraden, selbst ohne Windschatten. Für ihn ist es einfach, auf der Geraden zu überholen. Die Regel mit der Begrenzung der Benzindurchflussmenge ist gut, Ducati hat aber einen Weg gefunden, damit klarzukommen. Sie sind am Kurvenausgang immer noch sehr stark, für sie hat sich nichts geändert. Nur im Topspeed merken sie es, da ist irgendwann Schluss. Ducati geht damit viel besser um als alle anderen Marken, BMW muss das noch lernen. Ich hoffe, wir finden einen guten Weg."
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Technik-Direktor Christian Gonschor pflichtet ihm zumindest teilweise bei: "Wir haben gezeigt, dass wir in der Weltmeisterschaft weiter mit Ducati und Nicolo Bulega kämpfen können, auch wenn sie uns nach den neuesten Reglementsanpassungen bezüglich Benzinfluss auf der Geraden offensichtlich immer noch voraus sind. So reisten wir mit einem lachenden Auge aus Most ab – und mit einem weinenden, weil es mit dem Hattrick so knapp nicht funktioniert hat."
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