Markus Schlosser: «Jetzt bin ich wohl das Feindbild»

Von Rudi Hagen
Seitenwagen-WM
Markus Schlosser (links) und Beifahrer Marcel Fries führen die WM an

Markus Schlosser (links) und Beifahrer Marcel Fries führen die WM an

Markus Schlosser/Marcel Fries (CH) führen die Wertung in der Sidecar-Weltmeisterschaft nach dem Auftakt in Le Mans mit 45 Punkten an. Schlosser ist sauer auf Konkurrent Tim Reeves (GB), dem er unfaire Fahrweise vorwirft.

Der Schweizer Markus Schlosser und sein Landsmann und Beifahrer Marcel Fries sind beim Saisonauftakt zur Sidecar-WM auf dem Bugatti-Circuit in Le Mans im ersten Rennen auf Platz 2 ins Ziel gekommen und haben den zweiten Durchgang gewonnen. Sie führen vor dem nächsten Durchgang auf dem Pannoniaring in Ungarn (25. bis 27. Juni) mit 45 Punkten die WM an vor dem Briten Tim Reeves und Beifahrer Kevin Rousseau aus Frankreich, die 36 Zähler auf ihrem Konto haben.

Dritte sind der britische Champion Todd Ellis und seine französische Beifahrerin Emannuelle Clement (LCR Yamaha) mit ebenfalls 36 Punkten.

Zufrieden ist Markus Schlosser mit dem bisherigen Verlauf allerdings keinesfalls. Da ist einmal die Technik, die dem Team aus dem Schweizer Kanton Bern auch weiterhin Sorgen macht. «Ja, ja, die Software, wir wissen, dass das alles Müll ist», klagte der 49 Jahre alte Schönbühler im Gespräch mit SPEEDWEEK.com über die Schwierigkeiten der Elektronik-Einstellungen, «wir haben die Kapazität wohl erst zu 40 Prozent ausgeschöpft, aber wir werden stärker.»

Ein anderes Problem ist für Schlosser, IDM-Meister 2020, aber die Konkurrenz auf der Strecke, genauer gesagt, der siebenmalige Weltmeister Tim Reeves (48) aus Maidstone in Kent am Lenker der Adolf RS Yamaha 600 im Speziellen. «Es gibt Sachen, die gibt es einfach nicht», klagte Schlosser noch Tage später über den Star im Bonovo Action Team, «der Reeves hat sich in Le Mans aufgeführt wie Ben Hur. Früher waren es die Birchalls, jetzt bin ich wohl sein Feindbild. Am Freitag im ersten Rennen habe ich jede zweite Runde versucht ihn zu überholen, aber er hat mich immer weggedrängt und das mit ziemlichen Berührungen. Am Samstag war ich auch schon an ihm vorbei und auf Start-Ziel hat er mich auch wieder rausgedrängt. Wenn er es sonst nicht hinkriegt, macht er es eben so. Ich verstehe nicht, dass die Rennleitung das nicht sieht und entsprechend sanktioniert.»

Im zweiten Rennen hatten Reeeves/Rousseau am Ende Glück, nach einem Defekt mit der Schaltung noch als Fünfte mit elf WM-Punkten ins Ziel gekommen zu sein.

Schlosser will sich auf jeden Fall von dem zum Teil unfairen Gehabe des britischen Multichampions nicht verrückt machen lassen. «Wir wissen, was wir können. Die haben so viel mehr Vorbereitung als wir gehabt, ganz zu schweigen von den finanziellen Möglichkeiten, die denen dargeboten werden. Wenn ich nur an die ganzen Reifen denke. Ehrlich gesagt, verstehe ich die Leute nicht, die so etwas unterstützen.»

Den beiden Rennen auf dem Pannoniaring sieht Schlosser mit gemischten Gefühlen entgegen. «Wir haben da jetzt ein paar Mal trainiert, sind auch Bestzeit gefahren, aber der Belag dort ist so beschissen, das Motorrad rutscht andauernd. Meine Sache ist das nicht, ich fahre gerne mit Grip und kein Speedway.»

Von Tim Reeves und auch dem Finnen Pekka Päivärinta, neuerdings mit Beifahrerin Ilse de Haas (NL) weiß man, dass beide Piloten Strecken dieser Art lieben.

Stand Sidecar-WM nach 2 Läufen

Pos

Team

Motorrad

Punkte

1.

Schlosser/Fries

LCR Yamaha

45

2.

Reeves/Rousseau

ARS Yamaha

36

3.

Ellis/ Clement

LCR Yamaha

36

4.

Päivärinta/De Haas

LCR Yamaha

29

5.

Peugeot/Peugeot

LCR Yamaha

22

6.

Wyssen/Hofer

LCR Yamaha

20

7.

Kershaw/ Charlwood

LCR Yamaha

18

8.

Endeveld/Crome

LCR Yamaha

16

9.

Vinet/ Vinet

LCR Yamaha

13

10.

Le Bail/ Leveau

LCR Yamaha

13

11.

Gadet/Salmon

LCR Kawasaki

9

12.

Gallerne/Druel

LCR Kawasaki

8

13.

Fretay/Fenoy

LCR Yamaha

4

 

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