Martin Smolinski: Keim-Infektion und Nervenschäden

Von Manuel Wüst
Speedway

Vier Stunden lang wurde Martin Smolinski nach seinem Speedway-Trainingssturz in der Uniklinik Leipzig von einem Expertenteam operiert, die Verletzungen sind weitreichend. Besondere Probleme bereiten ihm die Nerven.

Martin Smolinski kam nach seinem schweren Unfall am 22. Mai auf der Speedwaybahn im Cottaweg in die Universitätsklinik Leipzig, der Plan war, direkt zu operieren. Die Hüfte war ausgekugelt und stark verkeilt. Der Versuch der Ärzte, die Hüftluxation zu repositionieren, scheiterte und die Zeit lief dahin. Letzten Endes beschlossen die Ärzte, die OP auf Samstag zu verlegen. «Ich zählte die Stunden und Minuten in der Nacht bis zum OP-Beginn», schilderte der Bayer. «Mein Fokus und mein persönlicher Sieg waren, die Schmerzen im Griff zu halten und bis zur OP ruhig zu bleiben, damit ich mich nicht zu stark verkrampfe.»

Samstagfrüh (23. Mai) um 9 Uhr ging es los zu einer vierstündigen Operation. Das Team um Dr. med. habil. Johannes Fakler hatte viel zu tun, um die verkeilte, luxierte Hüfte heraus zu bekommen, ohne dabei den bereits verletzten Ischias-Nerv weiter zu beschädigen. Es verlief alles nach Plan und sie lieferten einen perfekten Job ab, um die Pipkin-Fraktur wieder instand zu setzen. Der Oberschenkelhüftkopf wurde mit zwei Schrauben versehen, die Hüftpfanne mit einer großen und zwei kleinen Platten sowie vier Schrauben.

Die Tage nach der OP waren sehr hart, es dauerte bis Donnerstag, bis sich die Schmerzen für Martin auf einem erträglichen Level einpendelten. Speziell die Nervenschmerzen machten ihm zu schaffen. Hinzu kam ein MRSA-Keim, der behandelt werden musste. Es wurde außerdem festgestellt, dass der Nervus Peroneos, zuständig für die Anhebung des Fußes und der Zehen, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis die Funktion zu 100 Prozent zurückkommt.

Wann Smolinski wieder auf dem Motorrad sitzen kann, ist unklar. Fest steht, dass er nicht aufgibt: «Ich bin überwältigt von der Unterstützung und Hilfe von allen Seiten, ich kann gar nicht alle nennen. Ein dickes Danke an jeden einzelnen in der Universitätsklinik Leipzig, ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben und versorgt.»

Eine Woche nach der OP kann Smoli wieder an Krücken gehen und darf auf der Station Bewegungsrunden mit 20 kg Fußbelastung absolvieren. Am Dienstag wird er vom ADAC nach Hause nach Olching transportiert.

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