Supersport-WM: Wenig Fahrer, große Differenzen, teuer

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Seit Ende Mai 2015 wissen SPEEDWEEK.com-User von den zukünftigen Plänen für die Supersport-WM. Nun nimmt WM-Vermarkter Dorna auch offiziell Stellung zu diesem Thema.

Ab 2017 wird es im Rahmen der Superbike-WM drei Weltmeister geben: Superbike (1000 ccm), Supersport 600 und den der neuen Einstiegsklasse Supersport 300. So sollen der Königsklasse Superbike frische Fahrer zugeführt werden, das System ist dasselbe wie in MotoGP mit den Unterklassen Moto2 und Moto3.

Neben der Umstrukturierung der Klassen steht für die Dorna die Kostenreduzierung im Vordergrund. «Bei diesem Thema haben wir uns bislang auf die Superbikes konzentriert, jetzt kommt die Supersport-Klasse an die Reihe», erklärte Sport-Director Gregorio Lavilla. «Dieses Jahr sehen wir einen Hersteller und ein Team, welches die Möglichkeiten hat die Entwicklung so voran zu treiben, dass sie gegenüber den anderen Teams einen großen Vorteil erarbeiten können.»

Lavilla redet von MV Agusta, die Edelmarke aus Varese leistet sich das einzige richtige Werksteam in der Supersport-WM. Fahrer Jules Cluzel ist nach neun von zwölf Rennen mit 13 Punkten Rückstand auf Kenan Sofuoglu (Kawasaki Puccetti) WM-Zweiter. Ohne zwei technisch bedingte Ausfälle würde der Franzose die Meisterschaft überlegen anführen.

«Als ehemaliger Fahrer glaube ich nicht, dass Supersport-Maschinen eine ausgefeilte Elektronik brauchen», so Lavilla gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die Teams müssen viel Geld ausgeben, um so eine Elektronik bestmöglich zu nützen. Der Großteil der Hersteller stimmt mir zu, dass wir die Elektronik zurückfahren können, daran arbeiten wir. Das wird den Teams Geld sparen, weil sie dann keinen teuren Elektronik-Experten mehr brauchen. Und es wird alle Hersteller auf einen ähnlichen Stand bringen. Außerdem folgen wir damit dem Weg, der in den nationalen Meisterschaften eingeschlagen wurde, dort haben die meisten Kategorien heute Superstock-Regeln. Ein gleiches Reglement erleichtert Wildcard-Einsätze in der WM, das ist unser Ziel.»

«Wäre alles perfekt, wäre die Startaufstellung voll», verdeutlicht Lavilla. «Dort sehen wir die Realität. Es gibt zu wenig Konkurrenzkampf, der Unterschied zwischen dem Ersten und Letzten ist sehr groß. Das bedeutet, dass etwas nicht funktioniert.»

Dorna will sich die kommenden zehn Tage mit dem Hersteller-Bündnis MSMA auf die zukünftige technische Richtung einigen. «Daraus folgend kann es sein, dass wir die Klasse Superstock 600 nicht mehr brauchen», sagt Managing-Director Javier Alonso. «Zwei Klassen, die mehr oder weniger dasselbe sind, machen keinen Sinn.»

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