2R Kawasaki: Welche Dummheit kommt als nächstes?

Kolumne von Ivo Schützbach
Supersport-WM 300

Seit dem Saisonstart steht das Team 2R Kawasaki unter besonderer Beobachtung durch Promoter Dorna und den Motorrad-Weltverband FIM. Jetzt fielen die Italiener zum zweiten Mal negativ auf.

Man könnte den Eindruck gewinnen, das Team 2R Kawasaki wolle seinen Platz in der Supersport-300-WM unbedingt verlieren.

Anfang August fiel die Truppe aus Italien in Jerez negativ auf, weil sie sich nicht an das vorgeschriebene Corona-Protokoll von Promoter Dorna hielt. Das Team durfte noch vor dem ersten Saisonrennen in Südspanien zusammenpacken und fehlte auch eine Woche später in Portimao.

Für den Doppel-Event in Aragon waren sie wieder zugelassen und dürfen auch den Rest der Saison bestreiten, weil die Dorna Rücksicht auf die Karriere der Fahrer Victor Rodriguez und Alessandro Zanca nimmt.

Rodriguez bedankte sich für das Vertrauen mit einem fabelhaften Rennen am vergangenen Samstag im MotorLand Aragon, als er von Startplatz 30 auf Rang 1 brauste!

Montagabend folgte die Ernüchterung: Bei der technischen Kontrolle durch den Motorrad-Weltverband FIM wurde festgestellt, dass der Motor des Spaniers illegal war. Konkret wurden die Einlasskanäle des Zylinderkopfs modifiziert, welcher in dieser Klasse dem Serienbauteil entsprechen muss.

Weil dieser Motor seit dem ersten freien Training im ersten Aragon-Event zum Einsatz kam, wurde Rodriguez für alle vier Rennen im MotorLand disqualifiziert.

Beobachter der Szene fragen sich: Wieso leistet sich 2R so eine Dummheit? «Die Leistungsdichte in dieser Klasse ist so hoch, da ist jede Winzigkeit ein Vorteil», bemerkte ein gegnerischer Teamchef.

Das Team 2R Racing Kawasaki wäre mit seinem Betrug durchgekommen, hätte nicht das Team Biblion Motoxracing Yamaha des ursprünglich zweitplatzierten Bahattin Sofuoglu Protest eingelegt und dafür 1320 Euro als Sicherheit hinterlegt. Daraufhin öffnete SBK Technical Director Scott Smart den Motor und wurde schnell fündig – das Team bekam sein Geld zurück.

Aus Zeit- und Personalgründen kontrolliert die FIM nicht nach jedem Rennen die Motoren der Top-3 aller Klassen, wie das in anderen Motorrad-Weltmeisterschaften üblich ist, sondern nur stichprobenartig. Theoretisch sind Kontrollen auch nicht nötig, weil alle Motoren verplombt werden. Fälle wieder dieser beweisen das Gegenteil.

2R hätte klar sein müssen: Die Modifikationen sind so offensichtlich, damit wären sie in jeder Kontrolle aufgeflogen.

Zwei Skandale innerhalb fünf Wochen: Für Teamchef Roberto Antonelli keine Empfehlung für die Weltmeisterschaft 2021.

In Aragon musste er zudem lernen: Es kann immer noch schlimmer kommen. Am Montag gegen 13 Uhr hat der Wind das Vorzelt von seinem Lkw-Auflieger weggerissen und auf dessen Dach geblasen.

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