Tag 3: Evans vor seinem historischen Monte-Sieg

Von Toni Hoffmann
WRC
Elfyn Evans hat bei seinem Debüt im Toyota Yaris WRC die zweite Etappe der 88. Rallye Monte Carlo, die traditionell die Weltmeisterschaftssaison eröffnet, als Gesamtführender beendet.

Nach dem siebten Führungswechsel lag Evans nach zwölf von 16 Prüfungen 4,9 Sekunden vor seinem zuvor führenden Teamkollegen Sébastien Ogier und 6,4 Sekunden vor dem Vizechampion Thierry Neuville im Hyundai i20 WRC. Evans ist auf Kurs zu seinem ersten Sieg bei der «Königin der Rallyes» und  zu seinem zweiten Gesamtsieg nach Wales 2017. Für Toyota wäre es der erste Erfolg mit dem Yaris WRC und der erste Triumph seit 1998 mit Carlos Sainz im Fürstentum.

Evans: «Es ist so schwierig zu beurteilen. Ich dachte, ich wäre durch, dann berührte ich das Gaspedal und schon ging es ins Gebüsch. Ich hatte Glück, das braucht man manchmal.»

Mit dem sechsfachen Champion Ogier, der sechs Mal den WM-Auftakt in drei verschiedenen Fahrzeugen bislang gewonnen hatte, lieferte sich Evans am Samstag ein beinhartes Duell um die Führung, die bislang sieben Mal wechselte. Nach dem Etappensieg am Freitag von Ogier entriss Evans seinem Teampartner auf der zehnten Prüfung um 4,8 Sekunden die Führung. Nach der elften Entscheidung lagen die beiden Stallgefährten zeitgleich vorne. Auf der letzten Samstag-Entscheidung schenkte er Ogier 4,9 Sekunden ein, die ihn vor den Vorjahressieger Ogier brachten.

Damit begründete Ogier den Verlust der Führung: «Ich war auf der letzten Prüfung zu vorsichtig, aber es gab keinen wirklichen Anlass, um Fehler zu machen.»

Nur 1,5 Sekunden hinter Ogier machte der Vizechampion Thierry Neuville im Hyundai i20 WRC aus dem Toyota internen Duell wieder einen offenen Dreikampf um den Sieg, der beim Finale am Sonntag mit vier Entscheidungen, darunter auch die zweimalige Überquerung des Col de Turini, ausgefahren wird. «Ich war hart am Limit. Die Bedingungen waren sehr schmierig. Ich denke, ich hätte es nicht besser machen können», erklärte der letztjährige Monte-Zweite Neuville. Vielleicht ist er am Sonntag der lachende Dritte?

Mit den Zeiten des Spitzen-Trios kann der neunfache Rekordchampion und siebenmalige Monte-Sieger Sébastien Loeb trotz seiner gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Erfahrung mit dem Hyundai i20 WRC nicht mithalten. Nach seinem eigentlich untypischen Dreher auf der zwölften Entscheidung stieg der Rückstand des viertplatzierten Loeb auf inzwischen 2:24,1 Minuten.

14,1 Sekunden hinter ihm reihte sich Esapekka Lappi im Ford Fiesta WRC ein. Den letzten Rang der Top-Werkspiloten und damit der sechste Platz (+ 3:27,3) nahm der mit 19 Jahren jüngste Profi Kalle Rovanperä bei seinem WM-Einstand mit dem dritten Toyota Yaris WRC in der Klasse der World Rally Cars ein.

In der WRC2-Kategorie für werksunterstützte Teams lag der Gesamtneunte Mads Östberg im Citroën C3 R5 57,4 Sekunden vor Ole-Christian Veiby im Hyundai i20 R5. Im schnellsten R5-Fahrzeug saß der Gesamtachte Eric Camilli im privaten Citroën C3 R5, der 1:24,3 Minuten vor seinem Markenkollegen Nicolas Ciamin die Amateur-Wertung WRC3 anführte.

Für die zweite Schleife mit teils trockenen, teil schmierigen Bedingungen, aber mit weniger Schnee und Eis als beim ersten Durchgang haben sich bei Reifenwahl entschieden: Ogier, Evans, Neuville, Loeb: fünf Super-Soft, Suninen, Lappi: sechs Super-Soft, Rovanperä, Greensmith: vier Super-Soft, zwei Winterreifen.

Rallye Monte Carlo - Stand nach der 12. von 16 Prüfungen:

Platz

Team/Auto

Zeit/Diff.

1.

Evans/Barritt (GB), Ford

2:28:35,1

2.

Ogier/Ingrassia (F), Toyota

+ 3,9

3.

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

+ 6,4

4.

Loeb/Elena (F/MC), Hyundai

+ 2:24,3

5.

Lappi/Ferm (FIN), Citroën

+ 2:38,4

6.

Rovanperä/Halttunen (FIN), Toyota

+ 3:27,34

7.

Katsuta/Barritt (J/GB), Toyota

+ 10:31,1

8.

Camilli/Buresi (F), Citroën R5

+ 11:15,2

9.

Östberg/Eriksen (N), Citroën R5

+ 12:13,7

10.

Ciamin/Roche (F), Citroën R5

+ 12:39,5

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