WRC

‚Monte’ Tag 1: Neuville deklassiert seine Rivalen

Von Toni Hoffmann - 23.01.2020 23:27

Der Vize-Champion Thierry Neuville hat am ersten Tag des Saisonauftaktes bei der 88. Rallye Monte Carlo gnadenlos zugeschlagen und seine Rivalen im Dunkeln stehen lassen.

Nach den ersten zwei der 16 Prüfungen hat Thierry Neuville im Hyundai i20 WRC seine Rivalen in der Donnerstagnacht ganz schön vorgeführt. Der Vorjahreszweite setzte auf den ersten zwei Nacht-Prüfungen zweimal die Bestmarke und lag am Ende des ersten Tages schon 19,1 Sekunden vor dem Vorjahressieger Sébastien Ogier, der seine Jungfernfahrt im Toyota Yaris WRC bestreitet. Im letzten Jahr hatte Ogier mit seinen sechsten WM-Sieg beim Saisonauftakt Neuville dessen ersten Triumph im Fürstentum um 2,2 Sekunden vermasselt.

«Das waren schon sehr schwierige Bedingungen. Ich habe versucht, auf der Strecke zu bleiben, so gut ich konnte und kein Risiko einzugehen. Ich denke, unsere Zeit war gut», sagte Neuville.

So richtig konnte der sechsfache Champion Ogier den etwas großen Rückstand zu Neuville, der nun seinen i20 WRC bestens kennt, während Ogier seinen Yaris noch kennen lernen muss, nicht erklären. «Ich weiß nicht so recht. Wir müssen sehen, was die Jungs hinter uns auf Spikes machen. Wir haben nichts riskiert. Wir hätten vielleicht etwas schneller sein, aber wir sind erst am Anfang», führte der letztjährige Tabellendritte an.

Der amtierende Weltmeister Ott Tänak startete bei seinem Hyundai-Debüt mit dem dritten Platz und einem Rückstand von schon 25,1 Sekunden auf seinen neuen Teamkollegen Neuville in die Saison. So hatte sich der Titelverteidiger Tänak seinen ersten Wettbewerbstag im Hyundai i20 WRC nicht vorbestellt. «Ich bin froh, das hier überlebt zu haben. Die Herausforderung war weit größer als erwartet», gab er etwas frustriert zu Protokoll.

Nur drei Zehntelsekunden hinter ihm reihte sich der Toyota-Neuling Elfyn Evans auf Rang vier ein. Bereits 25,6 Sekunden hinter Evans nahm der siebenmalige Monte-Sieger Sébastien Loeb im dritten Hyundai i20 WRC den fünften Platz ein. «Es was wirklich sehr schwierig. Ich weiß nicht, ob meine Reifenwahl richtig war. Wir sind durch. Morgen sehen wir weiter», merkte Loeb an.

Der mit 19 Jahren jüngste Werkspilot Kalle Rovanperä rangierte bei seinem WM-Einstand in der Königsklasse der World Rally Cars im Toyota Yaris WRC mit einem Rückstand von 1:18,5 Minuten auf den siebten Platz, 10,7 Sekunden hinter Esapekka Lappi im Ford Fiesta WRC. Lappis Teampartner Teemu Suninen schied auf der ersten Prüfungen mit Antriebsschaden aus.

Ein trockener, aber kühler Start in den ersten Abend der Rallye Monte Carlo. Temperaturen um 2° C mit einer sehr leichten Brise, kein Schnee zu erwarten. Die Oberfläche war in der Entscheidung des Jahres relativ trocken. Auf der zweiten Prüfung gab es einige Eisflächen mit Rändern aus hartem Schnee.

Und mit diesen Reifenmischungen sind die Top-Teams in die ersten Prüfungen der neuen WM-Saison gestartet: Ogier, Neuville und Loeb wählten vier Super-Soft, zwei Soft, Tänak entschied sich drei Super-Soft und drei Soft, Evans setzte auf drei Super-Soft, einmal Soft und zwei Spikes, Rovanperä vertraute auf vier Super-Soft und zwei Spikes, die Ford-Piloten Lappi, Suninen und Greensmith starteten mit zwei Super-Soft, zwei Soft und zwei Spikes.

Rallye Monte Carlo – inoffizielle Shakedown-Zeiten (3,35 km):

Pos

Team/Auto

Zeit/Diff

1

Neuville/Gilsoul (B), Hyundai

26:23,5

2

Ogier/Ingrassia /F), Toyota

+ 19,1

3

Tänak/Järveoja (EE), Hyundai

+ 25,1

4

Evans/Martin (GB), Toyota

+ 25,4

5

Loeb/Elena (F/MC), Hyundai

+ 51,0

6

Lappi/Ferm (FIN), Ford

+ 1:07,8

7

Rovanperä/Halttunen (FIN), Toyota

+ 1:18,5

8

Camilli/Buresi (F), Citrien R5

+ 1:58,6

9

Östberg/Eriksen (N), Citroen R5

+ 1:59,6

10

Sarrazin/Parent (F), Hyundai R5

+ 2:19,6

Thierry Neuville ist der erste Leader 2020 © Hyundai Thierry Neuville ist der erste Leader 2020 Sébastien Ogier startete auf P2 in die Saison © Red Bull Sébastien Ogier startete auf P2 in die Saison Der Titelverteiger Ott Tänak war nicht zufrieden © Hyundai Der Titelverteiger Ott Tänak war nicht zufrieden

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