WM-Leader Neuville: «Ohne Schnee wird es hart»

Von Toni Hoffmann
WRC

Erstmals treten Thierry Neuville und Huyndai nach dem Auftaktsieg beim zweiten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft im wenig winterlichen Schweden als Tabellenführer an.

Das unverhältnismäßig warme Wetter in dem sonst winterlichen Schweden hat den Veranstalter wegen Schneemangels zu einschneidenden Maßnahmen in der Streckenführung veranlasst und zu einer Reduzierung auf nur noch 180 Bestzeitkilometer der elf Prüfungen geführt. Die Bedingungen sind bei der einzigen Winterrallye im WM-Kalender eher ungewöhnlich. Das in Schweden so beliebte Anlehnen an den dicken Schneewänden neben der Piste entfällt. Die Fahrer müssen umdenken.

Nach dem schon fast historischen Sieg von Thierry Neuville beim Saisonauftakt in Monte Carlo reisen der Vizechampion und Hyundai, Titelverteidiger in der Herstellerwertung, als Tabellenführer nach Karlstad. Sonst war diese Rolle ein starkes Handykap, weil der WM-Leader als erstes Fahrzeug auf den Pisten für seine Verfolger den Schneepflug machen musste. In diesem Jahr aber dürfte diese Rolle entfallen.

«Wir schätzen die großen Anstrengungen des Organisators und der FIA, die Rallye Schweden durchzuführen», sagte der Hyundai-Teamdirektor Andrea Adamo. «Wir anerkennen die Herausforderungen, die bei der Vorbereitung der Rallye bestanden, wobei die Sicherheit stets an erster Stelle jeder Entscheidung stand.»

Das viertägige Programm wird rund 180 km an Sonderprüfungen umfassen. Trotz der starken Reduzierung werden volle Punkte vergeben.

Das in Alzenau ansässige WM-Team des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai wird wieder mit drei i20 WRC antreten. Den dritten Hyundai wird neben Thierry Neuville und Champion Ott Tänak, der nach seinem Horror-Unfall bei der Rallye Monte Carlo auf Wiedergutmachung drängt, Craig Breen steuern.

Thierry Neuville und sein Beifahrer Nicolas Gilsoul hoffen im Värmland auf einen Hattrick. Sie gewannen nach dem Ausfall von Australien in Spanien den letzten WM-Lauf in Spanien und in diesem Jahr den Saisonauftakt.

«Eine ideale Rally Sweden hätte eine Menge Schnee, riesige Schneewehen, sehr eisige Straßen – die perfekten Bedingungen für uns, schnell und mit vollem Vertrauen das Beste aus dem Auto zu holen», erklärte Neuville. «Wenn weniger Schnee liegt als in vorangegangenen Jahren, könnte es recht hart werden.»

Ott Tänak und Martin Järveoja sind nach ihrem Unfall bei der Rallye Monte Carlo wieder in bester Verfassung und bereit, ihren Sieg aus dem Vorjahr in Karlstad zu wiederholen.

«Seit der ‚Monte’ fühle ich mich jeden Tag besser«, äußerte sich Tänak. «Wir haben eine sehr gute Lektion gelernt, und wir wissen jetzt, dass wir uns beim Befahren eines neuen Abschnitts noch weitaus mehr konzentrieren müssen als zuvor. Schweden wird für uns das erste Mal mit Hyundai auf losem Untergrund sein, aber ich hoffe, dass wir ein gutes Ergebnis liefern können.»

Craig Breen und Paul Nagle ergänzen das Hyundai-Trio. Sie starten nach Finnland und in Wales der vorigen Saison zum dritten Mal für Hyundai.

«Ich fühle mich sehr geehrt, wieder die Gelegenheit zu erhalten, am Steuer des Hyundai i20 Coupe WRC Platz zu nehmen», meinte Breen. «Schweden ist eine Rallye, die ich sehr mag. Hoffentlich kommen uns die Bedingungen gelegen und die Kälte erreicht die Region, damit wir ‚ordentliche‘ Straßen haben.»

Adamo ergänzte: «Wir erwarten nicht, dass diese Veranstaltung reibungslos verläuft, aber wir werden uns darauf konzentrieren, die in unserer Macht stehenden Dinge zu einem bestmöglichen Ergebnis zu tun.»

Die Rallye Schweden stellt für eine der beiden WRC 2 Crews von Hyundai eine Heimveranstaltung dar. Ole Christian Veiby und Jonas Andersson haben die Gelegenheit, auf ihren heimatlichen Straßen mit Prüfungen nach einem veränderten Ablauf anzutreten, die aber immer noch über die Grenze ins benachbarte Norwegen führen.

Veiby sagte: «Sie ist so gut wie eine Heimatrallye, und eine der Prüfungen führt sogar durch den Wald unserer Familie. Wir waren mit Monte-Carlo ein wenig enttäuscht; ich denke, das Auto lief richtig gut, so dass es hoffentlich in Schweden ebenso läuft. Ich freue mich darauf!»

Nikolay Gryazin und Jaroslaw Feorov hoffen ebenso auf eine beständigere Leistung in Schweden, nachdem sie in Monte Carlo ihr Debüt im i20 R5 gaben.

«Wir hatten in Monte-Carlo eine wertvolle Erfahrung, stellten uns unter schwierigen Bedingungen auf ein neues Auto ein», führte Gryazin an. «Jetzt bin ich zuversichtlicher. Ich hoffe, dass wir ein positives Wochenende haben werden – ungeachtet der Bedingungen.»

«Wir erlebten in Monte-Carlo eine viel versprechende Darbietung unseres i20 R5», merkte Adamo an. «In Schweden sehen wir hoffentlich ein beständigeres und repräsentativeres Ergebnis, trotz der Herausforderungen, denen sicherlich alle Teams gegenüberstehen werden.»

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