DTM-Aus: Spengler erstes «Opfer», Platz für Kubica?

Von Andreas Reiners
DTM

BMW sortiert den ersten Fahrer aus: Für Bruno Spengler ist die DTM-Karriere nach 15 Jahren beendet. Nun wäre theoretisch Platz für Robert Kubica.

Eine DTM-Legende tritt nach 15 Jahren ab: Bruno Spengler wird 2020 nicht mehr in der Tourenwagenserie an den Start gehen, BMW sortiert den Meister von 2012 aus.

Trostpflaster für den Kanadier: Er tritt in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship an, bereits Ende Januar wird er bei den 24 Stunden von Daytona (USA) an den Start gehen. Außerdem bleibt er Ersatz- und Testfahrer für BMW in der Formel E.

Das Aus kommt nicht unbedingt überraschend, die Münchner hatten zuletzt mehrfach betont, sich nach dem enttäuschenden Jahr 2019 neu aufstellen zu wollen, nach Jahren einer gewissen Konstanz auch bei den Fahrern. Spengler ist nun das erste «Opfer» der Neuausrichtung.

2019 war er als Gesamtneunter zwar drittbester BMW-Fahrer, der 36-Jährige ließ die ganz großen Highlights in den vergangenen Jahren aber vermissen. BMW ließ aber gleichzeitig durchblicken, dass sich der Publikumsliebling standesgemäß verabschieden darf. Heißt: Spengler dürfte 2020 nochmal als Gaststarter zurückkehren.

Damit wäre nun theoretisch ein Platz für Ex-Formel-1-Fahrer Robert Kubica frei, der in der vergangenen Woche für BMW Testfahrten absolvierte und dabei einen guten Eindruck hinterließ. Weitere personelle Konsequenzen im BMW-Kader sind mit dem Spengler-Abschied nicht ausgeschlossen.

«Bruno Spengler hat die DTM in den vergangenen 15 Jahren geprägt wie nur wenige Fahrer in dieser Serie vor ihm“, sagt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. «Mit dem Titelgewinn in seiner ersten Saison für BMW 2012 hat er etwas geschafft, das damals kaum jemand für möglich gehalten hatte. Damit hat er sich in der Geschichte von BMW Motorsport verewigt. In den 122 DTM-Rennen, die er für uns bestritten hat, konnte er sieben Siege einfahren, sein letzter in der vergangenen Saison auf dem Norisring war noch einmal sehr emotional. Die Tatsache, dass er 2019 in seiner 15. Saison die Schallmauer von 1000 Punkten durchbrechen konnte, unterstreicht, welch herausragenden Status sich Bruno in der DTM erarbeitet hat. Dennoch waren wir der Meinung, dass es für 2020 an der Zeit ist, für die kommenden Jahre zusammen eine neue Richtung einzuschlagen. Leicht ist uns diese Entscheidung nicht gefallen. Aber wie nach jeder Saison haben wir unser Fahreraufgebot genau analysiert. Wir sind überzeugt, dass Bruno uns mit all seiner Erfahrung in der IMSA-Serie weiterbringen kann. Wir werden sicherstellen, dass er sich im kommenden Jahr würdig von den BMW Fans in der DTM verabschieden kann.»

«Natürlich bin ich erst einmal enttäuscht, dass ich 2020 nicht mehr in der DTM starten werde», sagt Spengler, der zugab, dass ihn das Aus selbst überrascht hat. «Ich hatte 15 Jahre lang eine fantastische Zeit, in der die DTM zu einem Teil meiner Familie geworden ist. Fast die Hälfte meines Lebens war ich in der DTM unterwegs. In meinen 195 Rennen habe ich großartige Erfolge gefeiert, allen voran natürlich meinen Titelgewinn mit BMW in Hockenheim 2012. Dieser Titelgewinn ist für mich auf immer sehr eng mit Charly Lamm verbunden. Ich als Sportler hätte natürlich gerne noch ein paar Jahre drangehängt. Ich möchte mich an dieser Stelle bei all meinen Mechanikern und Ingenieuren bedanken, mit denen ich all die Jahre zusammengearbeitet habe, und mit denen ich so viele Erfolge gefeiert habe. Aber auch wenn ich für mich etwas überraschend keine 16. DTM-Saison mehr bestreiten werde, schaue ich nach vorn. Ich fühle mich in der BMW Familie sehr wohl, stehe nun vor einer neuen Herausforderung und bin bereit, ein neues Kapitel in meiner Karriere zu schreiben. Ich kenne den BMW M8 GTE, das BMW Team RLL und einige der Strecken in Nordamerika. Deshalb denke ich, dass ich mich dort schnell zurechtfinden werde. Für mich als Kanadier wird es sicher ein Highlight werden, das erste Mal seit langer Zeit wieder ein echtes Heimrennen zu absolvieren, beim Rennen in Mosport im Sommer. Ich werde die DTM-Fans sehr vermissen. Ich freue mich darauf, ihnen 2020 noch ‚Auf Wiedersehen’ sagen zu können.»

Spengler fuhr in der DTM zwischen 2005 und 2011 zunächst für Mercedes und belegte in dieser Zeit zweimal den zweiten Rang in der Fahrerwertung. Als BMW 2012 in die Serie zurückkehrte, wechselte er den Hersteller und sicherte sich in einer dramatischen Saison auf Anhieb den Titelgewinn.

Spengler fuhr in seiner DTM-Karriere in 195 Rennen 16 Mal zum Sieg, stand 18 Mal auf der Poleposition und schaffte 51 Mal den Sprung auf das Podium. Insgesamt fuhr er 1.024 Punkte ein.


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