Abt und das doppelte Audi-Aus: Kampf um die Zukunft

Von Andreas Reiners
Hans-Jürgen Abt

Hans-Jürgen Abt

Erst Corona, dann das DTM-Aus von Audi und nun auch noch der Formel-E-Ausstieg der Ingolstädter: Für das Werksteam Abt ist es kein einfaches Jahr.

Für die meisten Rennteams war 2020 eine riesige Herausforderung. Die Audi-Teams aus der DTM zum Beispiel kämpften gegen die Auswirkungen gegen die Corona-Krise, mussten sich aber wegen des Audi-Ausstiegs aus der Tourenwagenserie und der Neuausrichtung der Serie in Richtung Kundensport und GT3 neu aufstellen.

Klar ist: Auch die mittelfristige Zukunft wird eine Herausforderung bleiben. So wird das Rosberg-Team zum Beispiel 2021 in der neuen Extreme E antreten. Auch Abt steigt in die neue Offroad-Rennserie ein, beide Mannschaften prüfen (wie das dritte Audi-DTM-Team Phoenix auch) eine Teilnahme an der neuen DTM.

«Wir sind seit 2000 dabei und froh, dass die Plattform am Leben bleibt», sagte Abt-Teamchef Thomas Biermaier beim Saisonfinale in Hockenheim. «Es ist klar, dass wir dabei sein wollen. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Wir wollen noch in diesem Jahr klar sein, das muss vor Weihnachten erledigt sein, denn wir wollen Sicherheit für die Mannschaft haben.»

Zur Zukunft der DTM sagte CEO Hans-Jürgen Abt jetzt der Bild: «Da ist sicher eine Ära zu Ende gegangen, die wir erfolgreich mitgestaltet haben, am Anfang übrigens ebenfalls auf eigene Faust. Auch hier wollen wir weiterfahren, das ist mit GT3-Autos durchaus machbar. Und man hat auch hier schon die Zukunft gesehen, als in Hockenheim die E-Studie mit 1200 PS vorgestellt wurde.»

Doch wie schwierig dieses Jahr ist, zeigte die erneute Hiobsbotschaft für Abt: Audi steigt nicht nur aus der DTM, sondern auch aus der Formel E aus.

Die Entscheidung sorgt beim Audi-Werksteam Abt für Kopfschütteln.

«Um ehrlich zu sein: ich verstehe nicht mehr, was manche Hersteller da machen», sagte Abt. Er war mit seinem Team von Anfang an in der Formel E am Start, zunächst als «Einzelkämpfer» mit Unterstützung von Audi, ab 2017/18 dann als Audi-Werksteam.

«Der Motorsport war immer die DNA vieler deutscher Automarken. Aber die Marketingstrategen scheinen zu glauben, dass man den sportlichen Wettkampf nicht mehr braucht, um Autos zu verkaufen», sagte Abt. «Sie glauben offenbar, dass sie die Menschen anders erreichen. Wir hingegen sind weiterhin felsenfest von unserem Motto überzeugt: Von der Rennstrecke auf die Straße. Wir glauben daran, dass das weiterhin funktioniert.»

Und Abt kämpft. Ein möglicher Partner für die Fortsetzung eines Engagements in der Formel E könnte Cupra sein, denn mit der Performance-Marke von Seat arbeitet Abt ab 2021 in der Extreme E zusammen. «Wir führen intensive Gespräche und versuchen alles, damit es weitergeht. Wir sind seit 60 Jahren im Motorsport, davon 20 Jahre in der DTM. Das ist Verpflichtung und Verantwortung. Vor allem auch für unsere 56 Mitarbeiter, die wir allein im Sport beschäftigen. Und erst recht in diesen Zeiten. Man hört nicht einfach auf, weil der Hersteller sich zurückzieht! Und Widerstände habe ich schon immer als Herausforderung gesehen», sagte Abt.

In der DTM soll es eine wie immer geartete Zusammenarbeit mit Audi geben, eine Unterstützung. Nicht mehr werksseitig, aber so, dass die bisherigen Werksteams die Saison stemmen können. Denn sie müssen das Budget grundsätzlich selbst aufbringen, der Einsatz eines Autos kostet rund eine Million Euro.

Einen Seitenhieb in Richtung Audi kann er sich trotzdem nicht verkneifen. «Jetzt, da gerade der neue, eigene Antriebsstrang fertig ist, da Sat.1 die nächsten Jahre überträgt – da steigt Audi wieder aus. Das ist schon verwunderlich», so Abt. Aber: «Es werden Hersteller nachrücken, internationale Interessenten gibt es genügend. Die Formel E hat Zukunft, weil im zivilen Verkehr E-Mobility die Zukunft ist!»


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