Mercedes, Ferrari, Red Bull Racing: Gegner verhungern

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mexiko als typisches Bild: Fahrzeuge von Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing liegen vorne

Mexiko als typisches Bild: Fahrzeuge von Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing liegen vorne

​Williams-Technikchef Paddy Lowe hat zur Diskussion gestellt: «Das grösste Problem der Formel 1 sind nicht die Motoren ab 2021. Sondern die Tatsache, dass wir zwei Rennen in einem haben.»

Der Engländer Paddy Lowe findet, dass in der Formel 1 etwas Anderes als die Motorenfrage im Mittelpunkt stehen sollte. Den Technikchef und Teilhaber von Williams stört, dass um die GP-Triebwerke ab 2021 solch ein Gedöns gemacht wird, «wo doch das wahre Problem ein Anderes ist. Nämlich jenes, dass wir zwei Rennen in einem haben. Die drei Top-Teams liegen um Kilometer vorne und sind von den anderen sieben Rennställen viel zu weit entfernt – das ist das wahre Problem.»

Was sagt hier die Statistik?

Von den bisherigen 18 Rennen der Saison 2017 haben die drei besten Rennställe der Formel 1 – Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing – sämtliche 18 gewonnen.

Hand aufs Herz: Wüssten Sie, wann letztmals ein anderer Rennstall siegreich war? Es war Kimi Räikkönen im Lotus-Renault beim Saisonstart 2013 in Melbourne, also vor 96 Rennen!

Das bedeutet auch: Kein anderer Rennstall als einer der drei Top-Teams konnte in der neuen Turbo-Ära seit Anfang 2014 siegen.
Zurück zur Saison 2017: Alle 18 Pole-Positions wurden von Piloten von Ferrari oder Mercedes errungen.

Bei 10 von bislang 18 Qualifyings standen die sechs Autos der drei Top-Teams in den ersten drei Startreihen. Nur einmal konnte ein anderes Auto als von Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing in die zweite Startreihe vordringen (Lance Stroll in Monza). Hier die besten Platzierungen der Top-Team-Gegner in den Abschlusstrainings:

Australien: 6. Romain Grosjean (Haas)
China: 6. Felipe Massa (Williams)
Bahrain: 7. Nico Hülkenberg (Renault)
Russland: 6. Massa
Spanien: 7. Fernando Alonso (McLaren-Honda)
Monaco: 6. Carlos Sainz (Toro Rosso-Renault)
Kanada: 7. Massa
Aserbaidschan: 6. Sergio Pérez (Force India-Mercedes)
Österreich: 7. Grosjean
Grossbritannien: 6. Hülkenberg
Ungarn: 7. Hülkenberg
Belgien: 7. Hülkenberg
Italien: 4. Lance Stroll (CDN)
Singapur: 7. Hülkenberg
Malaysia: 7. Stoffel Vandoorne (McLaren-Honda)
Japan: 7. Esteban Ocon (Force India-Mercedes)
USA: 7. Ocon
Mexiko: 6. Ocon

Von den 18 besten Rennrunden in diesem Jahr wurden 16 eine Beute der Top-Teams. Die Ausnahmen der Regel: Pérez mit bester Rennrunde in Monaco, Alonso war schnellster Mann in Ungarn.

Wie sieht es bei Podestplatzierungen aus? 18 Rennen zu je drei Treppchenplätzen, das ergibt 54 Möglichkeiten, unter die besten Drei zu fahren. Von diesen 54 Gelegenheiten haben sich Fahrer der Top-Teams 53 gekrallt! Nur Lance Stroll mit Rang 3 im Chaos-GP von Baku konnte dazwischenfunken.

In den Rennen konnten die Gegner von Red Bull Racing, Ferrari und Mercedes nur dann ein paar Punktebrotkrumen aufklauben, wenn die Technik bei den besten drei Rennställe schwächelte oder der eine oder andere Pilot einen Aussetzer hatte. Hier die besten Platzierungen der Top-Team-Gegner in den Rennen, jeweils mit dem Abstand auf den Sieger:

Australien: 6. Massa, 83,386 sec zurück
China: 7. Sainz, 72,893
Bahrain: 6. Massa, 54,326
Russland: 6. Pérez, 86,788
Spanien: 4. Pérez, 1 Rde
Monaco: 6. Sainz, 12,038 (Safety-Car-Phase kurz vor Schluss)
Kanada: 5. Pérez, 40,476
Azerbaidschan: 3. Stroll, 4,009 (siehe Monaco)
Österreich: 6. Grosjean, 73,160
Grossbritannien: 6. Hülkenberg, 68,109
Ungarn: 6. Alonso, 71,223
Belgien: 6. Hülkenberg, 28,087 (siehe Monaco)
Italien: 6. Ocon, 71,528
Singapur: 4. Sainz, 22,822 (ebenfalls Safety-Car-Phase im GP)
Malaysia: 6. Pérez, 78,630
Japan: 6. Ocon, 67,788
USA: 6. Ocon, 90,980
Mexiko: 5. Ocon, 1 Rde zurück

Die drei Top-Teams haben bis einschliesslich des Mexiko-GP zusammen 1390 WM-Zähler herausgefahren, die restlichen sieben Rennställe kommen gemeinsam auf nur 428 Punkte.

Fazit: Natürlich hat Paddy Lowe mit seiner Feststellung Recht. Nie war die Überlegenheit der drei Top-Teams erdrückender als heute.

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