Coronavirus: Italien gesperrt, F1-Führung informiert

Von Mathias Brunner
Formel 1
Das Formel-1-Material ist sicher in Australien angekommen

Das Formel-1-Material ist sicher in Australien angekommen

​Der Coronavirus breitet sich weiter aus: 114.500 Erkrankte, mehr als 4000 Tote. Die italienische Regierung hat das ganze Land zur Sperrzone erklärt. Vietnam verschärft erneut die Einreisevorschriften.

Die Ausbreitung des Coronavirus zwingt die italienische Regierung zu einem drastischen Schritt: Regierungschef Giuseppe Conte erklärt das komplette Land zur Sperrzone. Nur China hat mehr Erkrankte als Italien, bei unseren südlichen Nachbarn ist inzwischen bei 9172 Menschen der Virus nachgewiesen worden, 463 Personen sind verstorben.

Das Leben in Italien kommt fast zum Stillstand. Noch steigen Flugzeuge in den Himmel, noch fahren Züge, noch funktioniert der Nahverkehr. Aber die Reisefreiheit der Menschen ist eingeschränkt. Alle Lehranstalten sind geschlossen, alle Museen, Kinos, Theater, Fitness-Zentren. Es gibt keine Sportveranstaltungen mehr, es gilt ein Versammlungsverbot. Premier Conte spricht von «unserer dunkelsten Stunde».

Das Epizentrum der Lungenkrankheit liegt in der Lombardei, mit dem Wirtschaftsmotor, der Region Mailand. Ein Viertel aller Fachkräfte aus der italienischen Industrie gehen hier ihrer Arbeit nach. Sie stellen gut einen Drittel aller Exportgüter von Italien her.

Reisen darf nur, wer «unaufschiebare Gründe» vorweisen kann. Die Menschen sind aufgefordert, zuhause zu bleiben. Dutzende Mailänder Unternehmen krempeln die Ärmel hoch. Die Banca Intesa spendete dem Staat 100 Millionen Euro zum Ausbau einer Intensivstation und zum Kauf medizinischen Geräts. Auch Pirelli beteiligt sich mit Finanzhilfe. Pirelli-Chef Marco Tronchetti Provera: «Wir befinden uns in einer Situation wie nach dem Krieg.»

Die Formel-1-Führung lässt zu den jüngsten Entwicklungen verlauten: «Die Gesundheit und Sicherheit der Fans und ihrer Familien sind von grösster Bedeutung. Vor dem Hintergrund der weiteren Ausbreitung des Coronavirus steht die Formel 1 in ständigen Kontakt mit Veranstaltern, Regierungs- und Gesundheitsbehörden – um sicherzustellen, dass alle innerhalb und ausserhalb unseres Sports sicher sind.»

«Bahrain hat sich dazu entschlossen, das Rennen ohne Zuschauer auszutragen. Dies ist ein Teil der Massnahmen, um die weitere Ausbreitung des Virus zu hemmen. Bahrain hat bei der Einreise die Untersuchung von Reisenden angeordnet und die gesundheitlichen Vorkehrungen an der Strecke verstärkt. Das Rennen in China ist verschoben.»

«Weil sich die Situation um den Coronvirus ständig ändert, richtet sich die Formel 1 auch weiterhin nach Anweisungen der Gesundheitsbehörden oder Massnahmen der Veranstalter. Die Formel 1 selber hält sich an Ratschläge von ‘Public Health England’, wonach alle nicht notwendigen Reisen gestrichen werden. Es wird Experten an den Flughäfen geben und an den Rennstrecken, die bei Verdachtsfällen entsprechend reagieren können.»

Auf die Situation in Vietnam geht die Formel-1-Führung mit keiner Silbe ein. Offiziell gehen die Vorbereitungen auf den ersten Grand Prix in jenem Land (5. April) weiter wie gehabt. Aber niemand glaubt wirklich daran, dass es in Vietnam nur 31 Coronavirus-Erkrankte gibt. Am Montag hat die Regierung das Visa-freie Reisen von Europäern ausgeweitet, auf Staatsbürger von Dänemark, Nowegen, Finnland, Schweden, Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und Spanien.

Weiterhin gilt: Alle Reisenden aus China, Südkorea, Italien und Iran müssen medizinische Erklärungen abgeben und eine 14-tägige Quarantäne einhalten, bevor sie das Land betreten dürfen. Das Rennen in Vietnam soll zwei Wochen nach dem WM-Lauf von Bahrain stattfinden.

Viele Fahrer sind mit Mundschutz zum WM-Auftakt in Australien geflogen, wie Weltmeister Lewis Hamilton. Einreisende aus Risikogebieten werden am Flughafen kurz untersucht.

Tendenz derzeit: Australien findet wie geplant statt, Bahrain als Geisterrennen ohne Zuschauern. Über Vietnam schwebt wegen obiger Bestimmungen ein grosses Fragezeichen, China ist ohnehin verschoben.

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