Offiziell: Keine Formel 1 in Bahrain und Vietnam!

Von Mathias Brunner
Auch in Bahrain wird nicht gefahren

Auch in Bahrain wird nicht gefahren

​Was nach der Absage des Australien-GP unvermeidbar war, ist von der FIA und von der Formel-1-Führung endlich bestätigt worden: Es wird auch in Bahrain und in Vietnam keine Grands Prix geben!

Wohin die Reise nach dem Fiasko von Australien geht, hatte Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner klargemacht: «Wir wollen jetzt alle zunächst einmal sicher nach Hause kommen, dann sehen wir weiter. Aus heutiger Sicht ist es undenkbar, dass wir in Bahrain fahren.»

Die Mehrheit der Teamchefs hatte dem Autosport-Weltverband FIA und Formel-1-CEO Chase Carey in Australien klargemacht: Sie wollen auch in Bahrain und Vietnam nicht antreten.

Mehr als ein Dutzend McLaren-Mitarbeiter sitzen in Melbourne in Quarantäne, sie hätten Bahrain ohnehin verpasst.

Die Teamchefs entschieden, dass ihre Mannschaften nach Hause dürfen. In vielen Ländern bedeutet dies: Damit sind die Fachkräfte auf Wochen abgemeldet, siehe Italien. Denn Sondergenehmigungen zum Reisen gibt es keine mehr.

In Melbourne haben sich die Teamchefs sogar darauf verständigt, ihre nach Australien gereisten Fachkräfte in freiwillige Quarantäne zu stecken, bis Ende März.

Die Formel-1-Führung und die FIA teilen nun mit:

«Vor dem Hintergrund der weltweiten Verbreitung des Coronavirus haben die FIA, der Bahrain International Circuit, der Motorverband von Bahrain und die Vietnam Grand Prix Corporation beschlossen, die Rennen von Bahrain und Hanoi zu verschieben – dies um die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten zu schützen.»

«FIA und FOM werden die Situation weiter im Auge behalten und zusammen mit den GP-Promotern das weitere Vorgehen besprechen, um möglicherweise ein Ausweichdatum für diese Rennen zu finden.»

FIA-Präsident Jean Todt: «Die Menschen zu schützen, kommt für uns an erster Stelle. Basierend auf allen uns vorliegenden Informationen war eine Verschiebung dieser beiden Rennen unvermeidlich. Wir arbeiten weiter eng mit den Gesundheitsbehörden zusammen, um in diesen unberechenbaren Zeiten das Wohl der Fans, der Wettbewerber und der Motorsportgemeinde zu sichern.»

Formel-1-CEO Chase Carey: «Die Situation um das Coronavirus verändert sich laufend. Es ist kaum einzuschätzen, wie das weitergeht, und wir müssen ständig die Lage neu bewerten, um das Richtige zu tun. Wir treffen diese Entscheidung Seite an Seite mit der FIA und mit den GP-Veranstaltern, um alle Besucher und Mitglieder der Formel 1 zu schützen. Bahrain ist ein aufregendes Rennen, und wir hoffen, wir können bald dorthin zurückkehren. Wir freuen uns auch auf die GP-Premiere von Hanoi, um das grösste Sportspektakel der Welt in diese aufregende Stadt zu bringen.»

Verwirrend: Die Formel-1-Führung spricht vom Beginn der Saison «Ende Mai», damit wären die Rennen in Zandvoort und Barcelona vom Tisch, die FIA hingegen vom «1. Mai», das würde die Niederlande einschliessen.

Angesichts der jüngsten Coronavirus-Erkrankungen in den Niederlanden und Spanien ist kaum mit einer Entspannung der Lage zu rechnen. Die Formel 1 sollte Anfang Mai nach Zandvoort zurückkehren, für das erste GP-Wochenende der Niederlande seit 1985. Aber am Donnerstag hat die Regierung alle Sportanlässe abgesagt, auf unbestimmte Dauer, und jede Versammlung von mehr als 100 Menschen verboten. Aktueller Stand: 614 Coronavirus-Erkrankungen, 5 Todesfälle.

Die Lage in Spanien hat sich in den letzten zwei Tagen dramatisch verschlechtert: 812 neue Erkrankte in den letzten 24 Stunden, Spanien beklagte inzwischen total 91 Virus-Opfer. Inzwischen haben nur China (80.815), Italien (15.113), der Iran (11.364) und Südkorea (7979) mehr Covid-19-Krankheitsfälle als Spanien (3958). Zum Vergleich: Aus China wurden nur 22 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Die andalusische Rennstrecke von Jerez wird für 15 Tage geschlossen, auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya soll ein Rennen zum Ultimate-Cup in einer Woche hinter verschlossenen Toren stattfinden.

Nicht auszuschliessen, dass die WM sogar erst im Juni beginnt. Das wäre Formel-1-Rekord.

Der späteste WM-Beginn bislang fand in der Saison 1951 statt, da wurde am 27. Mai auf dem Schweizer Kurs von Bremgarten gefahren. Ebenfalls im Mai begannen die Saisons 1963 (26. Mai, Monaco), 1966 (22. Mai, Monaco), 1962 (20. Mai, Zandvoort), 1952 (18. Mai, Bremgarten), 1961 (14. Mai, Monaco), 1950 (13. Mai, Silverstone) sowie 1959 und 1964 (beide 10. Mai, Monaco).

 

Der Formel-1-Kalender 2020

03. Mai: Zandvoort, Circuit Park Zandvoort/NL (fraglich)
10. Mai: Montmeló bei Barcelona, Circuit de Barcelona-Catalunya/E (fraglich)
24. Mai: Monte Carlo, Circuit de Monaco/MC (fraglich)
07. Juni Aserbaidschan, Baku City Circuit/AZ
14. Juni: Montreal, Circuit Gilles Villeneuve/CDN
28. Juni: Le Castellet, Circuit Paul Ricard/F
05. Juli: Spielberg, Red Bull Ring/A
19. Juli: Silverstone, Silverstone Circuit/GB
02. August: Mogyoród bei Budapest, Hungaroring/H

30. August: Francorchamps, Circuit de Spa-Francorchamps/B
06. September: Monza, Autodromo Nazionale/I
20. September: Singapur, Marina Bay Street Circuit/SGP
27. September: Sotschi, Sochi Autodrom/RUS
11. Oktober: Suzuka, Suzuka Circuit/J
25. Oktober: Austin, Circuit of the Americas/USA
1. November: Mexico City, Autódromo Hermanos Rodríguez/MEX

15. November: São Paulo, Autódromo José Carlos Pace/BR
29. November: Abu Dhabi, Yas Marina Circuit/UAE

Ohne neuen Termin
Shanghai, Shanghai International Circuit/RCH
Melbourne, Albert Park Circuit/AUS
Bahrain, Bahrain International Circuit/BRN
Hanoi, Street Circuit Hanoi/VN

 

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