Rätsel Racing-Raritäten: Als Dummkopf bezeichnet

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Im Mittelpunkt unseres neuen Rätsels «Racing-Raritäten» steht ein Fahrer, der in der Formel 1 nur kurz auftauchte und in seiner Heimat grossen Wirbel erzeugte. Wer ist das? Wo und wann ist das Bild entstanden?

Meist aus dem Archiv unserer Partner der britischen Foto-Agentur LAT stellen wir bekanntlich jede Woche ein kleines Stück Motorsporthistorie vor. Das Vorgehen ist kinderleicht – sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Namen, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

Die Lösung vom letzten Mal: Der Franzose René Arnoux musste seinen Martini Mk23-Cosworth beim Grossen Preis der Niederlande in Zandvoort offensichtlich flügellahm zur Seite stellen.

René Arnoux ist ab und an auf Formel-1-Schauplätzen anzutreffen. Meist in der Nähe von Ferrari oder Renault, denn einige seiner schönsten Erfolge hat der 149fache GP-Teilnehmer für Ferrari und beiden Gelben errungen, 1983 wurde er für Ferrari WM-Dritter. Der heute 71-Jährige war einer der schnellsten Männer in der Königsklasse (18 Pole-Positions).

Arnoux arbeitete sich aus einfachsten Verhältnissen bis ganz nach oben: Der Automechaniker traf 1972 den damaligen französischen GP-Star Jean-Pierre Beltoise, damit war der Gedanke festgesetzt, Rennfahrer werden zu wollen.

Arnoux kletterte die damals klassische Rennleiter in Frankreich hoch: Rennfahrerlehrgang, Stipendium, Formel Renault, Formel 3, Formel 2 (Europameister 1977), Formel 1.

1978 debütierte er wie Rennwagenbauer Tico Martini in der Formel 1, aber das Projekt war unterfinanziert, drei neunte Plätze waren die besten Ergebnisse (damals gab es nur für die ersten Sechs Punkte). Für 1979 engagierte ihn Renault, nun ging es steil aufwärts.

Der erste Formel-1-Sieg von Renault mit Jean-Pierre Jabouille in Dijon ging fast unter, nachdem sich Arnoux mit Gilles Villeneuve ein rundenlanges Duell geliefert hatten, bei welchem sie ein halbes Dutzend Mal kollidierten. Bis heute gilt es als eines der besten Rad-an-Rad-Duelle der Formel-1-Historie.

1980 gewann Arnoux zwei Grands Prix (Brasilien und Südafrika), aber der Wagen war nicht zuverlässig genug, um ein Wörtchen um den Titel mitreden zu können. Ab 1981 wurde sein Leben komplizierter: Alain Prost kam zu Renault. Die beiden konnten sich so gut leiden wie Hund und Katz, die Situation eskalierte in Le Castellet 1982, wo sich Arnoux weigerte, seine Führung preiszugeben. Er gewann das Heimrennen trotz Order von Renault, den zweitplatzierten Prost vorbeizulassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte René – ohne Wissen von Renault – für 1983 bereits bei Ferrari unterzeichnet.

Der kleine Arnoux wahrte sich 1983 lange eine Titelchance, er gewann in Montreal, Hockenheim und Zandvoort, am Ende wurde er WM-Dritter.

1984 hatte er gegenüber Ferrari-Neuling Michele Alboreto das Nachsehen. Ein Skiunfall Anfang 1985 war für Rennchef Marco Piccinini willkommene Gelegenheit, um Arnoux wegen Vertragsbruchs loszuwerden.

Ab 1986 fuhr Arnoux für seinen Landsmann Guy Ligier, die besten Zeiten waren vorbei. 1989 konnte er nun noch zwei Punkte erobern, 1987 nur einen, 1988 gar keinen. Ende 1989 trat René von der Formel-1-Bühne ab.

Es war ein Abschied mit Stil: Arnoux überreichte am letzten GP-Wochenende in Adelaide (Australien) jedem seiner Gegner einen handgeschriebenen Brief, mit ganz persönlichen Erinnerungen für jeden seiner teilweise langjährigen Rivalen.

Damit zum neuen Rätsel: Dieser Fahrer kam in der Formel 1 auf keinen grünen Zweig und wurde von einem der grössten Renn-Stars als Dummkopf bezeichnet.

Machen auch Sie mit! Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

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