Aston Martin: 225 Millionen Euro gegen Ferrari

Von Mathias Brunner
Lawrence Stroll 2019 in Sotschi

Lawrence Stroll 2019 in Sotschi

​Der Aston Martin-Vorstandsvorsitzende Lawrence Stroll will seinen GP-Rennstall zum Rivalen der Top-Teams Ferrari, Mercedes und Red Bull Racing machen, mit neuen Beteiligungen in Höhe von 225 Millionen Euro.

Aus Racing Point wird 2021 Aston Martin. Wo die Reise für den Rennstall aus Silverstone hingehen soll, hat Teamchef Otmar Szafnauer so formuliert: «Wir wollen innerhalb von drei Jahren die Lücke zur Spitze schliessen. Wir wollen eine Chance auf Rennsiege erhalten und regelmässig Podestplätze einfahren. Aus den heutigen drei Top-Teams könnten die Top 4 oder Top 5 werden, und da wären wir mittendrin. Wir werden allerdings ein paar Jahre brauchen, bis unsere Rennwagenfabrik auf einem höheren Niveau sein wird und die richtigen Leute eingestellt sind.»

Der kanadische Selfmade-Milliardär Lawrence Stroll (Vermögen gemäss Forbes: 2,6 Milliarden US-Dollar) hatte im August 2018 Force India gerettet, zusammen mit einer Gruppe von Investoren, darunter der kanadische Geschäftsmann Andre Desmarais, Jonathan Dudman (Monaco Sports und Management), Unternehmer John McCaw, der Finanzexperte Michael de Picciotto, der Modeunternehmer John Idol und Strolls Geschäftspartner Silas Chou. Es wurde nie bekannt, wie die neuen Rennstallinhaber den Besitz unter sich aufgeteilt haben.

Stroll wollte mehr. Er sicherte sich zu Beginn des Jahres 2020 mit seinen Geschäftspartnern für 216 Millionen Euro 16,7 Prozent am Sportwagenhersteller Aston Martin. Aber die Weltwirtschaft ächzt unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Aston Martin hat schon vor der Coronakatastrophe hohe Verluste eingefahren – die Kosten sind zu hoch, die Verkäufe zu schwach. Die Aktie von Aston Martin befindet sich seit dem Börsengang 2018 auf Talfahrt. Die Wertpapiere waren einst für 21,23 Euro auf den Markt gekommen, heute stehen sie bei 39 Cent! Das Geschäftsjahr 2019 musste mit einem Verlust von rund 100 Millionen Pfund abgeschlossen werden.

Bei einer Aktionärsversammlung in London wurde daraufhin beschlossen – der 60jährige Lawrence Stroll schiesst noch mehr Geld ein, seit 20. April ist er Vorstandsvorsitzender von Aston Martin Lagonda, mit 25 Prozent der Aktien, die er sich fast 200 Millionen Euro kosten lässt.

Lawrence Stroll: «Grundlage unser Strategie für die Sportwagenfirma wird die Rückkehr von Aston Martin als Formel-1-Werksteam. Dies ermöglicht es der Marke, ein Gesamtpublikum von zwei Milliarden Menschen pro Jahr zu erreichen.»

Unterlagen aus dem britischen Handelsregister, die jetzt erst veröffentlicht wurden, zeigen: Die Inhaber von Racing Point haben im Februar zugestimmt, innerhalb der kommenden fünf Jahre Beteiligungen im Wert von 200 Millionen Pfund (225 Millionen Euro) anzubieten. Denkbar ist ein Einstieg von Sportwagenhersteller Aston Martin beim Rennstall aus Silverstone, die Beteiligung einer Bank oder weiterer Privatinvestoren.

Stroll: «Meine Mitinvestoren und ich glauben fest an die Zukunft von Aston Martin Lagonda. Aston Martin in die Königsklasse zu bringen, das soll den Aufbau unserer Marke weltweit vorantreiben und uns als herausragende globale Luxusgütermarke etablieren.»

Auch beim Sportwagenhersteller Aston Martin sind die Weichen neu gestellt: Der bisherige CEO Andy Palmer musste gehen, Nachfolger wird Mercedes-AMG-Chef Tobias Moers.

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