Mercedes: Lewis Hamilton liess sich nicht beruhigen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Nach dem Start zum Ungarn-GP: Hamilton vorne, Bottas hinter die Ferrari zurückgefallen, links die Haas-Renner in der Boxengasse

Nach dem Start zum Ungarn-GP: Hamilton vorne, Bottas hinter die Ferrari zurückgefallen, links die Haas-Renner in der Boxengasse

​Weltmeister Lewis Hamilton meldete sich vor dem Start zum Ungarn-GP am Funk: «Der Motor klingt so, als würde er mir absterben.» Wieso sich der Engländer von den Ingenieuren nicht beruhigen liess.

Das sah alles so einfach aus bei Lewis Hamilton in Ungarn: Ein scheinbar müheloser Sieg, sein achter auf dem Hungaroring, von der Pole-Position gestartet, die schnellste Runde gefahren, WM-Führung übernommen – alles easy, nicht? Nein, war es nicht.

Lewis Hamilton meldete sich auf dem Weg zur Startaufstellung bei seinem Renningenieure Peter «Bono» Bonnington zu Wort: «Der Motor klingt so, als würde er mir absterben.» Am Kommandostand der Dauer-Weltmeister war anhand der Daten zu sehen, dass sich Lewis keine Sorgen zu machen brauchte, aber Hamilton liess sich nicht beruhigen – aufgrund einer in diesem Moment sehr merkwürdigen Regel.

Seit 2017 haben wir in der Königsklasse eine Direktive, wonach der Fahrer vor dem Start keine Informationen in Bezug auf sein Auto erhalten darf. Es geht ums Coaching des Fahrers während der Aufwärmrunde. Die Formel 1 reagierte damals auf Kritik aus der Öffentlichkeit, dass den Piloten alles erzählt würde. Der Eindruck entstand, dass Fahrer nur noch Marionetten von Ingenieuren seien.

«Der Pilot muss sein Auto alleine und ohne fremde Hilfe fahren», steht im Reglement unter Artikel 27.1 des Sportgesetzes, und dazu gehört eben, dass die Fahrer während der Aufwärmrunde zum Start keine Anweisungen erhalten dürfen, etwa ihre Wagen für einen Reifenwechsel an die Box zu bringen – wie es bei Haas der Fall war und woraufhin Romain Grosjean und Kevin Magnussen beide 10-Sekunden-Strafen erhielten. Magnussen fiel deswegen von Rang 9 auf Platz 10 zurück.

Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin in seiner Nachbesprechung des Rennens: «Das Problem von Lewis ging auf einen Sensorfehler zurück. Wir wussten – dieses Problem taucht nur auf, wenn der Motor niedertourig läuft, also quasi im Leerlauf. Uns war klar, dass die Antriebseinheit nicht absterben würde. Aber weil in der Formel 1 eben vor ein paar Jahren eingeführt wurde, dass die Fahrer weniger Anweisungen erhalten und mehr selber machen sollen, konnten wir ihm das vor dem Start nicht mitteilen.»

Am Ende ging alles gut: Lewis startete tadellos und konnte seine Pole-Position in eine Führung umsetzen.

Apropos gut gestartet: Wie war das beim missglückten Start von Valtteri Bottas aus Sicht von Shovlin? Der Finne sprach nach dem Rennen davon, dass er vom Bildschirm auf seinem Lenkrad abgelenkt worden sei, er wollte losfahren, dann merkte er, dass die Startampel gar noch nicht ausgegangen war, er hielt nach einem Zucker seines Wagens wieder an, woraufhin die normal abfahrenden Autos links und rechts an ihm vorbeipfiffen.

Andrew Shovlin erklärt: «Valtteri reagierte wirklich auf Lichter am Display. Und das liegt daran, dass er die Licht-aus-Sequenz eines Formel-1-Starts während des Wochenendes mit dem Lenkrad übt. Er liess sich von der Anzeige ablenken. Er zog rechtzeitig den Kupplungshebel, mit einer Wippe am Lenkrad, so entging er einer Strafe wegen Fehlstarts. Das war gut. Nicht so gut war, dass er die Startsequenz neu beginnen musste. Deswegen kam er verspätet weg und verlor sofort einige Ränge.»

Wieso Bottas einer Strafe entging, hat Rennchef Michael Masi nach dem Ungarn-GP im Detail erklärt.

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