Lewis Hamilton & Bernie Ecclestone: Zoff geht weiter

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ein Bild aus friedlicheren Tagen: Bernie Ecclestone und Lewis Hamilton

Ein Bild aus friedlicheren Tagen: Bernie Ecclestone und Lewis Hamilton

​Ex-Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone fand, der Sport habe kein Rassismus-Problem. Daraufhin nannte Weltmeister Lewis Hamilton den 89jährigen ignorant. Das lässt «Mr. Formula One» nicht auf sich sitzen.

Der Zoff zwischen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton und dem langjährigen Serien-Promoter Bernie Ecclestone geht in die nächste Runde. Wir erinnern uns: Der 89jährige Ecclestone hatte CNN ein Interview gegeben, mit unfassbaren Aussagen. So erklärte der Baumeister des modernen GP-Sports, dass das Thema Rassismus die Teams oder Promoter nicht gross kümmere. «Sie sind zu beschäftigt damit, Rennen zu gewinnen und Sponsoren zu finden oder so», sagte er, und behauptete später sogar, dass «Schwarze in vielen Fällen rassistischer als Weisse» seien. Das erzeugte in den sozialen Netzwerken sehr starke Reaktionen.

Zudem zeigte sich Ecclestone überrascht, dass Weltmeister Lewis Hamilton die rassistischen Erfahrungen in seiner Motorsport-Karriere nahegingen. «Ich dachte nicht, dass es ihn beeinflusst hätte», erklärte Ecclestone, der die Bemühungen des sechsfachen F1-Champions für mehr Chancengleichheit und Vielfalt zwar lobte, aber letztlich als wirkungslos abtat.

Die Formel 1 distanzierte sich daraufhin in aller Form vom früheren Promoter und seinen Ansichten, und Lewis Hamilton schrieb, wie enttäuscht er über solche Ansichten sei. «Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll», kommentierte der Mercedes-Star die Worte von Ecclestone auf Instagram. «Es ist so traurig und enttäuschend, diese Kommentare zu lesen. Bernie hat den Sport verlassen und gehört einer anderen Generation an, aber das zeigt genau, was nicht richtig läuft – ignorante und ungebildete Kommentare, die uns zeigen, wie weit wir als Gesellschaft gehen müssen, bevor echte Gleichberechtigung geschehen kann.»

«Wenn jemand, der die Geschicke des Sports über Jahrzehnte gelenkt hat, so wenig Verständnis für die tiefliegenden Probleme aufweist, mit denen wir Schwarze täglich kämpfen müssen, wie können wir dann erwarten, dass die Leute, die für ihn arbeiten, das verstehen? Das Ganze beginnt an der Spitze», rügte Hamilton.

Das lässt Ecclestone nicht auf sich sitzen. In der Daily Mail spricht Bernie den Rennfahrer direkt an, mit den Worten: «Lewis, du sagst, dass ich ungebildet und ignorant bin. Aber ich habe das gleiche Bildungsniveau wie du. Zumindest hatte ich einen Grund – ich war während des letzten Krieges in der Schule, nicht immer unter den besten Bedingungen. Du hast Glück, denn wenn ich richtig ausgebildet worden wäre, wäre die Formel 1 vielleicht nicht so, wie sie für dich war. Ich habe auch davon profitiert, aber ich habe bereits Geld verdient, bevor ich in der Formel 1 war.»

Ecclestone lässt leicht rätselhafte Bemerkungen folgen: «Denk nicht darüber nach, welche Hautfarbe zu hast, denke darüber nach, welche Farbe dein Geist hat. Wir sind alle Menschen mit den gleichen Beweggründen. Wir müssen auch gleich denken. Beneide nicht Andere. Verbessere dich einfach und hol auf.»

«Wir unterscheiden uns alle ein wenig. Einige sind kleiner, grösser, schlanker, voluminöser oder sehen besser aus. Und damit müssen wir auskommen. Nutze das, um Selbstzufriedenheit zu finden, und nicht, um Anderen wehzutun. Wir sind alle gleich geboren. So sollten wir auch leben.»

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Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
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