Reifenschäden in Silverstone: Dringender Verdacht

Von Mathias Brunner
Formel 1
Reifenschaden am McLaren von Carlos Sainz

Reifenschaden am McLaren von Carlos Sainz

​2013 kam es im britischen Grand Prix zu spektakulären Schäden an Pirelli-Reifen. Die Ursache vor sieben Jahren ist aber eine andere als bei den neuen Reifenschäden im GP 2020 bei Bottas, Sainz und Hamilton.

Reifenschäden in Silverstone, war da nicht was? Genau, vor sieben Jahren kam es an den Rennwagen von Lewis Hamilton, Felipe Massa, Jean-Éric Vergne und Sergio Pérez zu Ablösungen der Laufflächen. Dieses Delaminierungsproblem wurde im Anschluss an den britischen Grand Prix 2013 mit Änderungen im Fertigungsprozess (mehr Klebemittel zwischen Trägerschicht und Lauffläche) behoben, sicherheitshalber wurden bei den folgenden Läufen härtere Mischungen verwendet.

Die Probleme 2020 an den Autos von Valtteri Bottas, Lewis Hamilton und Carlos Sainz müssen eine andere Ursache haben. Zwei Runden vor Schluss des Grand Prix erwischte Bottas einen Plattfuss vorne links. Zuvor war deutlich zu sehen gewesen, wie die harten Pirelli Blasen geworfen hatten. Der Finne hatte sich über starke Vibrationen beklagt, so dass er Probleme mit der Sicht hatte. Platz 11 statt eines zweiten Ranges für Bottas.

Auch am McLaren von Carlos Sainz kam es zu einem Reifenschaden vorne links. Der Madrilene schleppte den Wagen an die Box und kam als 13. ins Ziel, statt sich über einen feinen fünften Platz freuen zu dürfen.

In der letzten Runde dann hätte Lewis Hamilton um ein Haar den Sieg verloren, auch an seinem Wagen Reifenschaden links vorne. Er rettete ein paar Sekunden Vorsprung auf Max Verstappen ins Ziel.

Fakt ist: Hamilton hatte in Runde 13 von den mittelharten auf die harten Pirelli-Reifen gewechselt. In der gleichen Runde erhielt auch Bottas frischen Gummi, die beiden Mercedes wurden in der Safety-Car-Phase hintereinander abgefertigt. Carlos Sainz erhielt in der gleichen Runde 13 frische Reifen.

Aber wieso traf es diese drei Fahrer und Andere nicht? Vielleicht war es nur Glück. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner spricht von «rund 50 kleineren Schnitten im linken Vorderreifen bei jenem Satz, den wir kurz vor Schluss bei Verstappen gegen weiche Pirelli auswechselten».

Die mögliche Ursache für die Schnitte: Rasierklingen-scharfe Kohlefaserteile vom abgebrochenen Frontflügel des Alfa Romeo von Kimi Räikkönen. Generell ist der linke Vorderreifen in Silverstone der grössten Belastung ausgesetzt. Wenn ein Reifen dann abgenutzt ist, dann ist er am verletzlichsten für Schnitte durch Trümmerteile.

Was sagt Pirelli-Rennchef Mario Isola? «Wir müssen diese drei Schäden gründlich untersuchen, bevor wir mehr dazu erklären können. Die Reifen waren alle rund 40 Runden lang im Einsatz und verschlissen. Wir werden uns alle Walzen sehr genau ansehen.»

Wie üblich in solchen Fällen gehen die Reifen nach einer ersten Inspektion vor Ort zurück ins Werk des Mailänder Traditionsunternehmens. Es wäre keine Überraschung, wenn die Reifenspezialisten auch in weiteren Reifen Schnittverletzungen fänden.

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