Mick Schumacher testet Vettel-Ferrari: «Am Limit»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Formel-2-Tabellenführer Mick Schumacher hat in Fiorano jenen Ferrari SF71H gefahren, mit dem Sebastian Vettel 2018 WM-Zweiter hinter Lewis Hamilton geworden ist. «Ich konnte ans Limit gehen.»

Die Ferrari-Junioren Mick Schumacher, Callum Ilott und Robert Shwartzman haben einen aufregenden Tag hinter sich: Die 21jährigen Formel-2-Fahrer aus Deutschland, England und Russland erhielten auf der Ferrari-Teststrecke von Fiorano die Gelegenheit, mit einem Ferrari SF71H auszurücken. Es handelt sich um jenen Rennwagen, mit dem Sebastian Vettel 2018 hinter Lewis Hamilton WM-Zweiter geworden ist.

Der Test von Fiorano ist Teil der Vorbereitung der drei Junioren auf ihre Einsätze in den Freitagtrainings auf dem Nürburgring und auf dem Yas Marina Circuit. Mick Schumacher bewegt im ersten Training zum Eifel-GP auf dem Nürburgring am 9. Oktober einen Formel-1-Renner von Alfa Romeo. Während Schumacher im Alfa Romeo sitzt, wird der Engländer Callum Ilott am Ring für Haas fahren. Der St. Petersburger Robert Shwartzman erhält seine Chance im Rahmen des WM-Finales von Abu Dhabi, noch steht gemäss Ferrari-Sportchef Laurent Mekies nicht fest, ob er dabei für Alfa Romeo ausrückt oder für Haas.

Für Schumacher und Ilott war Fiorano an diesem 30. September nicht der erste Formel-1-Einsatz. Ilott fuhr einen Alfa Romeo im Anschluss an den Formel-1-Lauf 2019 in Spanien, Schumacher kam beim Bahrain-Test gar zwei Tage lang zum Einsatz – einen Tag für Alfa Romeo, einen Tag für Ferrari. Shwartzman hingegen sass bis zum 30. September 2020 noch nie im GP-Renner.

Für die Ferrari-Mechaniker war Schumacher bei der Testvorbereitung der pflegeleichteste Fahrer: Er besass seit den Testfahrten 2019 bereits einen Rennsitz. Der Russe war der Erste, der am gemeinsamen Testtag auf die Bahn gehen durfte, gefolgt von Callum Ilott, als Letzter stieg Mick Schumacher ein.

Mick Schumacher sagt: «Ich bin ja vor kurzem in Mugello den Ferrari F2004 meines Vaters gefahren, mit diesem famosen V10-Saugmotor. Klar ist ein Hybrid-Renner wie der 2018er Ferrari etwas ganz Anderes. Der 2004er Renner ist spürbar leichter und agiler, der 2018er Wagen ist auf den Geraden schneller und baut mehr Abtrieb auf. Darüber hinaus lassen wir am Lenkrad des jüngeren Rennwagens am Lenkrad erheblich mehr Einstellungen vornehmen, die dem Fahrer helfen können. Ich finde, beide Rennwagen haben ihren ganz eigenen Charme. Aber das moderne Auto zeigt, welch gewaltigen Fortschritte der Sport in Sachen Elektronik und Aerodynamik gemacht hat.»

«Ich habe heute sehr viel lernen können für meinen Einsatz auf dem Nürburgring. Ich habe nochmals eine neue Seite eines Hybrid-Renners kennengelernt. Ich kann besser spüren, wo die Grenzen eines modernen GP-Renners liegen, das ist wichtig für meinen Einsatz im Freitagtraining des Eifel-GP. Ich fand, ich konnte heute ans Limit gehen. Ich habe ein sehr klares Bild davon, wie ich zu fahren habe. Das gibt mir auch Selbstvertrauen für das Training in der Eifel. Grosses Dankeschön für diese Möglichkeit.»

«Ich glaube, ich bin jetzt gut vorbereitet auf meinen Einsatz am Ring. Und ich freue mich natürlich riesig, vor eigenem Publikum zu fahren. Natürlich muss auch weiterhin die Sicherheit im Zentrum stehen, aber es ist schön, dass wir uns langsam wieder Richtung Normalität bewegen. Ich weiss auch, dass bei Alfa Romeo ein paar Mechaniker arbeiten, die schon mit meinem Vater gearbeitet haben, das macht es natürlich noch spezieller. Das Training auf dem Ring wird mir die Gelegenheit geben, mich mit der Arbeitsweise des Teams vertrauter zu machen.»

Eine weitere Gelegenheit, dies zu tun, wird sich Mick Schumacher beim Nachwuchsfahrertest im Anschluss ans WM-Finale von Abu Dhabi bieten. Alle Anzeichen deuten heute darauf hin, dass Mick 2021 mit Alfa Romeo in der Formel-1-WM antreten wird.

In der Formel-2-Meisterschaft 2020 sind gleich fünf Fahrer aus der Ferrari-Fahrerakademie im Einsatz: Schumacher, Ilott, Shwartzman, dazu der Neuseeländer Marcus Armstrong und der Südfranzose Giuliano Alesi.

Formel-2-Sprintrennen in Sotschi
1. Guanyu Zhou (RCH), Uni-Virtuosi Racing, 10:01,184
2. Nikita Mazepin (RU), Hitech Grand Prix, +0,818
3. Mick Schumacher (D), +4,816
4. Jack Aitken (GB), Campos Racing, +6,459
5. Luca Ghiotto (I), Hitech Grand Prix, +7,670
6. Yuki Tsunoda (J), Carlin, +8,282
7. Callum Ilott (GB), Uni-Virtuosi Racing, +9,141
8. Dan Ticktum (GB), DAMS, +9,769
9. Pedro Piquet (BR), Charouz Racing System, +10,506
10. Robert Shwartzman (RU), Prema Racing, +11,244
11. Jehan Daruvala (IND), Carlin, +11,988
12. Artem Markelov (RU), BWT HWA Racelab, +12,438
13. Christian Lundgaard (DK), ART Grand Prix, +13,536
14. Marcus Armstrong (NZ), ART Grand Prix, +14,053
15. Marino Sato (J), Trident, +14,611
16. Giuliano Alesi (F), MP Motorsport, +15,032
17. Louis Delétraz (CH), Charouz Racing System, +15,717
18. Juri Vips (EST), DAMS, +17,100
19. Roy Nissany (IL), Trident, +17,757
20. Felipe Drugovich (BR), MP Motorsport, +38,002
Out
Jake Hughes (GB), BWT HWA Racelab, Kollision mit Semaia
Guilherme Samaia (BR), Campos Racing, Kollision mit Hughes

Stand nach 20 von 24 Rennen
1. Schumacher 191
2. Ilott 169
3. Tsunoda 147
4. Lundgaard 145
5. Shwartzman 140
6. Mazepin 140
7. Delétraz 124
8. Zhou 119,5
9. Ghiotto 104
10. Drugovich 79
11. Ticktum 78,5
12. Aitken 47
13. Nobuharu Matsushita (J) 42
14. Armstrong 38
15. Daruvala 36
16. Vips 16
17. Alesi 8
18. Markelov 5
19. Nissany 5
20. Sean Gelael (RI) 3
21. Piquet 2
22. Sato 1
23. Hughes 0
24. Samaia 0


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