Ferrari-Stratege Rueda: «Sebastian Vettel zu langsam»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Iñaki Rueda und Sebastian Vettel 2019 in Singapur

Iñaki Rueda und Sebastian Vettel 2019 in Singapur

​Sebastian Vettel war nach dem Russland-GP überzeugt: Ferrari hat ihn als Bremsklotz eingesetzt, um Charles Leclerc zu helfen. Chefstratege Iñaki Rueda hingegen sagt: «Sebastian Vettel war zu langsam.»

Der Monegasse Charles Leclerc ist beim Grossen Preis auf dem Olympiagelände von Sotschi Sechster geworden. Sebastian Vettel hingegen ging einmal mehr leer aus und hat nun aus den vergangenen vier Grands Prix in Belgien, Italien und Russland nur einen WM-Zähler erobern können. Am Schwarzen Meer drängte sich der Eindruck auf: Der vierfache Weltmeister wird mehr und mehr als Stiefkind behandelt. So nutzten die Ferrari-Strategen um den Spanier Inaki Rueda Vettel, um indirekt Leclerc zu helfen. Denn der Reifenwechsel für den Heppenheimer wurde hinausgezögert, um die Renault von Esteban Ocon und Daniel Ricciardo ein wenig hinter sich zu halten.

Letztlich ging dieser Plan auf, denn der Australier Ricciardo wurde zwar Fünfter vor Leclerc, Ocon aber nur Siebter hinter Charles. Vettel nachher: «Es war offensichtlich, dass ich draussen gelassen wurde, um die Renault aufzuhalten. Das hat meinem eigenen Rennen natürlich wenig geholfen. Ich spielte den Bremsklotz. Vielleicht hätte ich noch einen Punkt holen können, aber letztlich ändert das auch nichts.»

Der Ansicht ist Ferrari-Chefstratege Iñaki Rueda nicht. Der 42jährige Madrilene sagt über den Rennverlauf: «Vettel war zu langsam, um zu überholen. Das Unterschneiden von Grosjean und Giovinazzi wäre eine Möglichkeit gewesen, aber dann wäre Sebastian das ganze Rennen lang hinter Magnussen gestrandet. Wir fragten Vettel am Funk über den Zustand seiner Reifen, und aufgrund seiner Antwort hielten wir uns an unseren ursprünglichen Plan.»

Die Möglichkeiten von Vettel waren gemäss Rueda beschränkt: «Ab Runde 17 machte Vettel seinen Rückstand mehr und mehr wett, und wir kamen zum Punkt, an welchem wir an einen Wechsel auf die weichen Pirelli dachten. Aber seine Reifen waren früher am Ende als erwartet, und 23 Runden vor Schluss eines Grand Prix wäre es ein zu grosser Poker gewesen, die weichste Reifenmischung aufzuziehen.»

Russland-GP, Sotschi

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 1:34:07,868 h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +7,729 sec
3. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +22,729
4. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +30,558
5. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +47,065
6. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1:02,186 min
7. Esteban Ocon (F), Renault, +1:08,006
8. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1:08,740
9. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1:29,669
10. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +1:32,995
11. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
12. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
13. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
15. Lando Norris (GB), McLaren, +1 Runde
16. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
17. Romain Grosjean (F), Haas, +1 Runde
18. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Lance Stroll (CDN), Racing Point, Crash
Carlos Sainz (E), McLaren, Crash

WM-Stand Fahrer nach 10 von 17 Rennen

1. Hamilton 205 Punkte
2. Bottas 161
3. Verstappen 128
4. Norris 65
5. Albon 64
6. Ricciardo 63
7. Leclerc 57
8. Stroll 57
9. Pérez 56
10. Gasly 45
11. Sainz 41
12. Ocon 36
13. Vettel 17
14. Kvyat 14
15. Nico Hülkenberg (D) 6
16. Räikkönen 2
17. Giovinazzi 2
18. Magnussen 1
19. Latifi 0
20. Russell 0
21. Grosjean 0

Marken
1. Mercedes 366
2. Red Bull Racing 192
3. McLaren 106
4. Racing Point 104
5. Renault 99
6. Ferrari 74
7. AlphaTauri 59
8. Alfa Romeo 4
9. Haas 1
10. Williams 0



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