Andreas Seidl (McLaren): «Honda-Rückzug ist traurig»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Andreas Seidl gibt am Nürburgring Auskunft

Andreas Seidl gibt am Nürburgring Auskunft

​McLaren-Teamchef Andreas Seidl über die Lenkprobleme von Lando Norris in Russland, über Honda und die Zukunft der Formel 1: «So bald wird es keinen neuen Motorenhersteller in der Königsklasse geben.»

Am 9. Oktober hat sich McLaren-Teamchef Andreas Seidl virtuell mit Journalisten getroffen, um über jüngste Entwicklungen zu sprechen. Honda hat verkündet, dass Ende 2021 Schluss sein wird mit Formel 1. Wie sieht die Motorensituation in der Königsklasse? Der 44jährige Passauer antwortet: «Es war eine traurige Nachricht, dass eine so tolle Marke wie Honda die Formel 1 verlässt. Was die Beweggründe angeht, so ist es nicht an mir, das zu kommentieren.»

«Wenn wir uns das grössere Bild ansehen, dann kann ich es mir nicht vorstellen, in den kommenden Jahren einen neuen Motorhersteller in der Formel 1 zu erleben. Das liegt an den gewaltigen Entwicklungskosten und am Zeitaufwand, eine konkurrenzfähige Antriebseinheit zu bauen. Der Autosport-Weltverband FIA, Formula One Management, die Rennställe und die Motorenhersteller müssen nun daran arbeiten, wie die nächste Evolution der GP-Motoren aussehen soll.»

«Der eine Weg besteht darin, auch weiterhin Motoren in der Formel 1 zu haben, die Spitzentechnik verkörpern und die eine Plattform für Entwicklungen bilden, um den Serienmotorenbau zu befruchten. Oder wollen wir vielleicht doch lieber erheblich weniger komplizierte Motoren, die auch finanziell weniger aufwändig sind?»

«Gleichzeitig bin ich sehr zuversichtlich für die Zukunft der Königsklasse. Ein Budgetdeckel kommt, das wird es für Rennställe möglich machen, sich in der Formel 1 zu engagieren, ohne Geld zu verlieren. Finanzielle Nachhaltigkeit muss auch bei den Antriebseinheiten kommen. Zudem müssen wir ein Motorenreglement haben, das weitere Firmen anzieht.»

Das zehnte Formel-1-Rennen der Corona-verkürzten Saison 2020 war die erste Nullrunde für McLaren: Carlos Sainz schied nach einem Mauerkuss schon kurz nach dem Start des Grossen Preises von Russland aus, Lando Norris fuhr in Sotschi über Trümmerteile und kämpfte danach mit einer Lenkung, auf die sich der Brite nicht mehr verlassen konnte.

Am Nürburgring erzählte der gegenwärtige WM-Vierte Norris auf die Frage von SPEEDWEEK.com: «Das grosse Problem dabei war, dass die Lenkung mal perfekt funktionierte, dann wieder spinnte. Wenn auf diese Weise das Gefühl für den Wagen verloren geht, dann wird es ganz schwierig. In einer Runde war alles normal, in der nächsten machte sie wieder Mucken, völlig unregelmässig. Wir haben noch immer nicht komplett verstanden, was da vorgefallen ist.»

Teamchef Seidl sagt zum rätselhaften Lenkdefekt in Sotschi: «Es kam zu einem Versagen der Servolenkung, das nach einer Weile wieder verschwand. Wir sind dem auf den Grund gegangen und glauben, dass es kein Problem mehr sein wird.»

Russland-GP, Sotschi

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 1:34:07,868 h
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +7,729 sec
3. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +22,729
4. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +30,558
5. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +47,065
6. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1:02,186 min
7. Esteban Ocon (F), Renault, +1:08,006
8. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1:08,740
9. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1:29,669
10. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +1:32,995
11. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
12. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
13. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
15. Lando Norris (GB), McLaren, +1 Runde
16. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Runde
17. Romain Grosjean (F), Haas, +1 Runde
18. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Lance Stroll (CDN), Racing Point, Crash
Carlos Sainz (E), McLaren, Crash

WM-Stand Fahrer nach 10 von 17 Rennen

1. Hamilton 205 Punkte
2. Bottas 161
3. Verstappen 128
4. Norris 65
5. Albon 64
6. Ricciardo 63
7. Leclerc 57
8. Stroll 57
9. Pérez 56
10. Gasly 45
11. Sainz 41
12. Ocon 36
13. Vettel 17
14. Kvyat 14
15. Nico Hülkenberg (D) 6
16. Räikkönen 2
17. Giovinazzi 2
18. Magnussen 1
19. Latifi 0
20. Russell 0
21. Grosjean 0

Marken
1. Mercedes 366
2. Red Bull Racing 192
3. McLaren 106
4. Racing Point 104
5. Renault 99
6. Ferrari 74
7. AlphaTauri 59
8. Alfa Romeo 4
9. Haas 1
10. Williams 0

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