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Lewis Hamilton: Fehlerquote hoch, Druck nimmt zu
Weltmeister Lewis Hamilton hat zwar zum Lebensmotto, sich an Widerständen zu steigern, aber dennoch: Seine Fehlerquote 2021 ist hoch – ein Zeichen des gewaltigen Drucks durch Max Verstappen?
Formel 1
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Natürlich ist Lewis Hamilton in den vergangenen Jahren nicht einfach von WM-Titel zu WM-Titel spaziert. Aber Fakt ist: Nie seit dem Beginn der Turbohybrid-Ära 2014 wurde der Engländer von einem Fahrer aus einem anderen Rennstall so anhaltend unter Druck gesetzt wie 2021 durch Max Verstappen und Red Bull Racing-Honda. Und der Druck nimmt von Rennen zu Rennen zu, je näher wir dem Ende dieser Weltmeisterschaft kommt.
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Lewis Hamilton muss in diesem Jahr die Ellbogen ausfahren. Schon in Imola, als kurz nach dem Start Max Verstappen entschlossen am Mercedes-Star vorbeidrängelte, fiel Hamiltons früherem Stallgefährten Nico Rosberg auf: "Verstappen schubste Lewis unerbittlich zur Seite, und Hamilton wird das die ganze Saison lang nicht vergessen! Lewis hat davon am Funk kein Sterbenswörtchen gesagt, aber glaubt mir: Er hat diesen Moment gespeichert, weiss jetzt, mit welchen Bandagen gekämpft wird und wird sich entsprechend verhalten." Dann passierte in Spanien fast ein Abziehbild dieser Situation: Erneut verhinderte Hamilton Schlimmeres, indem er Verstappen in der ersten Kuve ziehen liess. Und in Frankreich vermisste Nico Rosberg bei seinem früheren Mercedes-Stallgefährten wahrlich weltmeisterliche Gegenwehr, als zum Schluss des Rennens von Le Castellet Verstappen mit frischeren Reifen in Führung stürmte. Rosberg monierte: "Wird Lewis jetzt weich? Das fand ich von ihm schon ungewöhnlich. In dieser Situation sollte er Verstappen die Tür zuwerfen! Lewis ist doch das Paradebeispiel des Vollblut-Racers. Ich bin wirklich überrascht, dass er sich da nicht mehr zur Wehr gesetzt hat."
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Die Gegenwehr kam dann in Silverstone: Crash in der Copse-Kurve, Verstappen aus dem Rennen und im Spital, Hamilton der umjubelte Heim-GP-Sieger. In Monza eine erneute Kollision, dieses Mal beide Autos draussen. Was von vielen Fans in den sozialen Netzwerken thematisiert wird: Lewis Hamilton scheint unter Druck mehr Fehler zu machen als in den letzten Jahren. So wie im Qualifying von Sotschi, als er zuerst bei der Boxen-Einfahrt die Mauer küsste und sich danach drehte. Es ist nicht der erste Patzer des siebenfachen Champions: In Imola rutscht er ins Kiesbett, kann sich dank viel Erfahrung wieder frei fahren und wird noch Zweiter. In Baku zeigt er beim Neustart einen kapitalen Verbremser, weil er versehentlich an den Knopf für die Bremsbalance geraten war, und fällt aus den Punkten. In Österreich beschädigt er auf einem Randstein seinen Mercedes. In Ungarn verzichtete er vor dem Start als Einziger darauf, Reifen zu wechseln. In Italien vergeigt er den Start zum Sprint. Der Start zum Russland-GP war auch nicht berauschend, dann wurde der Engländer in der ersten Kurve innen eingeklemmt, worauf aus Startplatz 4 der sechste Platz während des ersten GP-Teils wurde. Aber Hamilton negiert, dass dies mit dem WM-Duell gegen Verstappen zu tun habe. Am Samstagabend sagte er in seiner Medienrunde: "Ganz ehrlich, das hat nichts mit dem Druck der WM zu tun, es war ganz einfach ein Fehler. Ich wusste, mir bleibt nicht viel Zeit, die Strecke trocknete ab und bot guten Grip, ich kam etwas schneller rein als zuvor, und dabei verlor ich das Heck und rutschte in die Wand. Das ist natürlich beschämend, und ich bin enttäuscht von mir. Aber das passiert, wir alle machen Fehler. Natürlich erwartet man von einem Weltmeister etwas Anderes, aber ich bin auch nur ein Mensch."
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