FP2 Zandvoort: Rote Flaggen, Ärger und Dreher

Lance Stroll war der Erste, der im zweiten Training Schrott produzierte – er blieb heil, sein Auto nicht
Auch das zweite freie Training auf dem Rundkurs von Zandvoort verlief nicht störungsfrei: Nach nur elf Minuten wurde die rote Flagge geschwenkt, weil Lance Stroll seinen Aston Martin in der dritten Kurve in die Streckenbegrenzung gesetzt hatte. «Ich bin okay», funkte der Kanadier kleinlaut.
Zuvor hatte sich Oliver Bearman mit 1:11,113 min an die Spitze der Zeitenliste gesetzt. Der Haas-Pilot war damit 0,181 sec schneller als der WM-Zweite Lando Norris. Auf Platz 3 und 4 hatten sich die beiden Sauber-Fahrer Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg eingereiht. Max Verstappen, Liam Lawson, Fernando Alonso, George Russell, Stroll und Yuki Tsunoda komplettierten die Top-10, als die Session unterbrochen wurde. Kimi Antonelli, Oscar Piastri, Lewis Hamilton, Carlos Sainz, Esteban Ocon, Charles Leclerc, Pierre Gasly, Franco Colapinto, Alex Albon und Isack Hadjar belegten die weiteren Positionen.
Spannende Szenen gab es schon vor Strolls Abflug in der Steilkurve. So ärgerte sich etwa Alonso über Antonelli, weil ihm dieser bei seinem schnellen Versuch im Weg war. «Antonelli ist blind», funkte der zweifache Champion. Der Spanier musste aussen am Mercedes vorbei und machte mit Handzeichen klar, dass er nicht glücklich über die Positionierung des Teenagers auf der Bahn war.
Auch Leclerc ärgerte sich über einen Gegner: Weil Tsunoda im letzten Sektor nicht Platz machen wollte, gab es ein kleines Duell zwischen dem Red Bull Racing-Piloten und dem Ferrari-Star, der sich auch über den Japaner am Funk ausliess.
Es dauerte elf Minuten, bis das stark beschädigte GP-Auto von Stroll von der Piste geschafft wurde, danach durften die GP-Stars wieder Gas geben. Lange währte die Grünphase aber nicht, denn Hadjar stellte seinen Racing Bulls-Renner in der achten Kurve ab. «Ich habe keine Power», begründete der Franzose die Tat. Die Rennleitung bremste das Feld mittels virtuellem Safety-Car ein.
Nach vier Minuten gab es keine Vorgabe mehr für die restlichen 18 FP2-Teilnehmer, und Hamilton versuchte, eine schnelle Runde zu drehen. In Kurve 9 kam er mit dem linken Hinterrad aufs Gras und legte eine 360-Grad-Pirouette hin. Die Runde war damit hin, die Reifen auch, das Auto und Hamilton blieben hingegen zum Glück unversehrt. Der siebenfache Champion konnte danach weitermachen.
Weniger Glück hatte Alex Albon, der die erste Kurve nicht erwischte, durchs Kiesbett bretterte und mit der Fahrzeugnase die Streckenbegrenzung erwischte. Zum zweiten Mal wurde die rote Flagge geschwenkt, die Gegner kehrten an die Box zurück und Albon machte sich zu Fuss auf den Weg in die Williams-Box.
Mittlerweile hatte sich Norris an die Spitze gesetzt, er hatte die 4,259 km lange Runde in 1:09,890 min geschafft. Alonso, Piastri, Russell, Verstappen, Hamilton, Tsunoda, Leclerc, Hülkenberg und Bearman komplettierten die Top-10 vor Bortoleto, Ocon, Sainz, Lawson, Albon, Stroll, Gasly, Antonelli, Colapinto und Hadjar.
«Der Schaden ist nicht so gross, es ist nur schade, dass Albons Session durch ist und er es verpasst, mit mehr Sprit an Bord Erfahrungsdaten zu sammeln», erklärte Teamchef James Vowles. Für Aufregung sorgte auch eine Szene zwischen Piastri und Russell, weil der Australier bei der Rückkehr an die Box erst diese ansteuerte, dann nochmals einen Schwenker machte, um weiter vorne anzuhalten, wobei es beinahe zu einem Unfall mit dem hinter ihm beschleunigenden Mercedes-Piloten Russell gekommen wäre. Die Regelhüter sahen sich die Szene genauer an und kündigten eine Untersuchung nach der Session an.
16 Minuten vor dem Ende des Trainings ging es weiter und die meisten Fahrer rückten noch einmal aus. An der Spitze änderte sich aber nichts mehr, Norris durfte sich auch über die zweite Bestzeit des Tages freuen.
2. Training, Niederlande
01. Lando Norris (GB), McLaren, 1:09,890 min
02. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:09,977
03. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:09,979
04. George Russell (GB), Mercedes, 1:10,274
05. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:10,478
06. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, 1:10,738
07. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, 1:10,795
08. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:10,834
09. Franco Colapinto (RA), Alpine, 1:10,957
10. Nico Hülkenberg (D), Sauber, 1:11,080
11. Oliver Bearman (GB), Haas, 1:11,113
12. Kimi Antonelli (I), Mercedes, 1:11,185
13. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, 1:11,320
14. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, 1:11,339
15. Esteban Ocon (F), Haas, 1:11,361
16. Carlos Sainz (E), Williams, 1:11,682
17. Alex Albon (T), Williams, 1:11,756
18. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:11,975
19. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:12,112
20. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, keine Zeit