Oscar Piastri (1.): «Habe das Gute verbessert»

Oscar Piastri
Bereits vor dem Start des Qualifyings hatte sich eine McLaren-Pole abgezeichnet, allerdings hatte sich Lando Norris mit drei Trainingsbestzeiten die Favoritenrolle für die beste Startposition gesichert. Am Ende durfte sich aber Oscar Piastri über die Pole-Zeit freuen. Der Australier schaffte die 4,259 km in 1:08,662 min und war damit 12 Tausendstel schneller als sein Teamkollege.
Nach getaner Arbeit erklärte der 24-Jährige, der sich damit die fünfte GP-Pole seiner Karriere gesichert hatte: «Ja, da habe ich im richtigen Moment die richtige Leistung gebracht. Ich habe mich das ganze Wochenende ziemlich gut gefühlt, es gab nur ein paar Kurven, in denen ich nicht schneller werden konnte. Ich habe das auch im Qualifying nicht geschafft, aber ich habe an anderen Stellen noch etwas Zeit gefunden. Ich habe sozusagen das Gute verbessert.»
«Ich bin überglücklich, auch wenn es natürlich erst am Sonntag Punkte gibt. Es war bisher ein etwas kniffliges Wochenende, deshalb freue ich mich umso mehr über die Pole», gestand Piastri, und betonte: «Das Gute an der Trainingszeit ist, dass man Zeit hat, sich zu verbessern. Und ich habe wie gesagt die Abschnitte verbessert, in denen ich schon gut war. Es gibt immer noch ein paar Dinge, die man verbessern kann, aber insgesamt bin ich natürlich glücklich.»
Auf die Vorgehensweise im Rennen gegen seinen Teamkollegen angesprochen, reagierte er ausweichend: «Lasst uns schauen, wie das Rennen läuft, wir versuchen jedes Wochenende, uns gegenseitig zu schlagen. Mal schauen, wie das Rennen wird.»
So lief das Qualifying
Am Samstagmorgen hatte es noch geregnet, doch zum Qualifying in Zandvoort hatte sich das Wetter deutlich verbessert – die Regenwahrscheinlichkeit wurde mit nur 10 Prozent beziffert. Die Sonne schien über der 4,259 km langen Strecke und die Aussentemperatur lag bei 20,4 Grad Celsius, als die Zeitenjagd begann.
Den Anfang machte Red Bull Racing-Pilot Yuki Tsunoda, der schnell Gesellschaft bekam. Bereits in den ersten Minuten wurden die gelben Flaggen geschwenkt, weil Lance Stroll abflog. Der Kanadier, der schon im zweiten Training in den Reifenstapeln gelandet war, verlor in der 13. Kurve die Kontrolle und bretterte übers Kiesbett.
Am Ende schlug er mit dem rechten Vorderrad ein. Sein Aston Martin verlor dabei den Frontflügel, Stroll konnte dennoch aus eigener Kraft an die Box zurückfahren, und das Team machte sich daran, die Vorderradaufhängung und auch den Unterboden zu prüfen.
Die restlichen GP-Stars fuhren weiter und bald setzte sich Max Verstappen mit 1:09,754 min an die Spitze. Diese Position musste er abgeben, sobald die McLaren-Piloten ihre ersten schnellen Runden absolviert hatten. Lando Norris übernahm mit 1:09,469 min die Spitzenposition vor Oscar Piastri, danach folgten Verstappen, Fernando Alonso, Kimi Antonelli, Pierre Gasly, George Russell, Isack Hadjar, Nico Hülkenberg und Liam Lawson auf den weiteren Top-10-Positionen.
Verbessern mussten sich zu diesem Zeitpunkt Gabriel Bortoleto, Tsunoda, Franco Colapinto und Esteban Ocon, die Gefahr liefen, zusammen mit Crashpilot Stroll auszuscheiden. Noch blieb genug Zeit, um sich zu verbessern. Piastri legte diese und setzte sich mit 1:09,338 min eine neue Messlatte.
Am Ende durften sich Piastri, Norris, Russell, Verstappen, Lawson, Albon, Antonelli, Gasly, Hamilton, Leclerc, Alonso, Tsunoda, Hadjar, Sainz und Bortoleto über den Q2-Aufstieg freuen. Für Colapinto, Hülkenberg, Ocon, Bearman und Stroll war das Abschlusstraining hingegen bereits nach dem ersten Quali-Abschnitt gelaufen.
Q2: Ein ungewöhnlicher Anblick
Zum Start des zweiten Quali-Segments rückten die beiden Ferrari-Piloten aus und Leclerc überraschte mit einem Funkspruch, in dem er von einem Fuchs in der zehnten Kurve berichtete. Tatsächlich zeigte die Wiederholung der entsprechenden Kamera-Aufnahmen einen Fuchs, der die Strecke kreuzte.
Leclerc liess sich davon nicht beirren und legte eine schnelle Runde hin. Die Stoppuhr blieb bei 1:10,034 min stehen. Hamilton reihte sich mit einer Zehntel Rückstand hinter seinem Teamkollegen ein. Lange konnte sich das Duo nicht auf den ersten beiden Positionen halten. Sobald die Mercedes- und Red Bull Racing-Fahrer ihre ersten Q2-Runden gedreht hatten, rutschten die Ferrari-Stars auf die Plätze 6 und 7. Verstappen führte das Klassement mit 1:09,122 min vor Antonelli, Tsunoda und Russell an.
Der Titelverteidiger wurde selbst bald durchgereicht, denn Norris übernahm mit 1:08,874 min die Spitzenposition. Auch die Ferrari-Piloten gaben nochmals Gas und beide konnten sich auf die Positionen 4 und 5 verbessern, wobei der siebenfache Weltmeister die Nase vorn hatte. Verstappen war auch auf einer schnellen Runde unterwegs, als er auf einen der McLaren-Fahrer traf. Weil dieser nicht zur Seite rückte, ärgerte er sich, und Funkte: «Das war gefährlich von dem McLaren!»
Nachdem die 15 Q2-Teilnehmer ihren ersten schnellen Versuch absolviert hatten, lautete die Top-10-Reihenfolge Norris vor Piastri, Verstappen, Hamilton, Leclerc, Hadjar, Antonelli, Tsunoda, Russell und Albon. Alonso, Lawson, Sainz, Bortoleto und Gasly liefen Gefahr, das Q3 nicht zu erreichen.
Noch blieb aber etwas Zeit, um sich einen Platz im Top-10-Abschnitt zu sichern, und am Ende durften sich Norris, Piastri, Verstappen, Hamilton, Leclerc, Russell, Alonso, Lawson, Hadjar und Sainz übers Weiterkommen freuen. Für Antonelli, Tsunoda, Bortoleto, Gasly und Albon reichte es nicht, wobei Antonelli den Q3-Aufstieg um nur 21 Tausendstel verpasste.
Auch im Q3 waren die McLaren-Fahrer – wenig überraschend – tonangebend. Piastri behielt nach dem ersten Versuch mit 1:08,662 min die Nase vorn, auf Platz 3 reihte sich Verstappen hinter dem McLaren-Duo ein. Russell, Hamilton, Leclerc, Hadjar, Alonso, Sainz und Lawson belegten die weiteren Top-10-Plätze.
Auch der zweite Versuch brachte keine neue Pole-Zeit, sodass sich Piastri mit 1:08,662 min über die Quali-Bestzeit und die beste Ausgangslage für das Rennen am morgigen Sonntag freuen durfte. Norris, der nur 12 Tausendstel langsamer blieb, sicherte sich den zweiten Platz in der ersten Reihe. Lokalmatador Verstappen fehlten knapp zweieinhalb Zehntel, er darf als Dritter neben Hadjar ins Rennen steigen. Russell, Leclerc, Hamilton, Lawson, Sainz und Alonso folgen auf den weiteren Top-10-Positionen.
Qualifying, Niederlande
01. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:08,662 min
02. Lando Norris (GB), McLaren, 1:08,674
03. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:08,925
04. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, 1:09,208
05. George Russell (GB), Mercedes, 1:09,255
06. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:09,340
07. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, 1:09,390
08. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, 1:09,500
09. Carlos Sainz (E), Williams, 1:09,505
10. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:09,630
11. Kimi Antonelli (I), Mercedes, 1:09,493
12. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, 1:09,622
13. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, 1:09,622
14. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:09,637
15. Alex Albon (T), Williams, 1:09,652
16. Franco Colapinto (RA), Williams, 1:10,104
17. Nico Hülkenberg (D), Sauber, 1:10,195
18. Esteban Ocon (F), Haas, 1:10,197
19. Oliver Bearman (GB), Haas, 1:10,262
20. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, ohne Zeit