Verletzter Kamera-Mann: Was Red Bull Racing ändert

Von Rob La Salle
Formel 1
Boxenstopp von Mark Webber

Boxenstopp von Mark Webber

FIA und FOM haben auf den Unfall mit dem endlischen Kamera-Mann Paul Allen reagiert. Jetzt zieht Red Bull Racing nach – die Schlagschrauber werden umgebaut.

Paul Allen erholt sich von seinen Verletzungen (Rippenbrüche, Schlüsselbeinbruch, Gehirnerschütterung), die er sich vom daher rollenden Rad Mark Webbers zugezogen hatte. Der Autoverband FIA und die Firma «Formula One Management» der Rechtehalter am Formel-1-Sport (vertreten durch Bernie Ecclestone) haben auf den Unfall im Rahmen des Deutschland-GP bereits reagiert. Nun zeigt auch Red Bull Racing, welche Lehren aus dem Unfall vom vergangenen Sonntag gezogen werden.

In einem Bericht, der allen Formel-1-Teams zugänglich ist, wird erklärt, dass das Design der Schlagschrauber mit sofortiger Wirkung verändert wird. Mark Webber fuhr nur deshalb los, weil er das Losfahrzeichen erhalten hatte. Und das wiederum schaltet nur dann auf grün, wenn von jedem der vier Schlagschrauber (per Knopfdruck) die Bestätigung kommt, dass der Mechaniker das Rad festgezurrt hat.

Hinten rechts hatte sich jedoch das Gewinde der Radmutter auf der Radnabe verklemmt, der Mechaniker entschloss sich, eine neue Mutter zur Hand zu nehmen. Nach dem Umstellen auf «aufschrauben» rutschte dem Mechaniker der Schrauber aus der Hand, dabei geriet der Mann aus Versehen auf den Go-Knopf. Webber fuhr los, das Rad war lose und fiel ab. Mit den bekannten Konsequenzen.

Red Bull Racing baut die Schrauber nun so um, dass in einem solchen Fall der Daumen nicht mehr zufällig den Go-Knopf berühren kann.

Sollte es bei einem Stopp wieder Schwierigkeiten geben, so wird der Wagen so lange an der Box gehalten, bis es von jeder Wagen-Ecke ein klares Signal gibt, dass alle Räder festgeschraubt sind.

Red Bull Racing prüft derzeit mit dem Hersteller der Schlagschrauber, ob das Werkzeug so umgebaut werden kann, dass es im Abschraub-Modus das Go-Signal überhaupt nicht senden kann.

Das System von Red Bull Racing ist in dieser Form seit einem Jahr in Gebrauch gewesen. Schon im China-GP hatte Webber das rechte Hinterrad verloren, damals jedoch auf der Strecke, nicht in der Boxengasse. Der Grund wurde nie im Detail erklärt.

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