Toto Wolff: «Dürfen uns keinen Fehler erlauben»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Gute Laune in Spielberg: Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff beim Selbstportrait

Gute Laune in Spielberg: Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff beim Selbstportrait

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff verrät, welche Lehren sein Team aus dem Österreich-GP zieht und worauf es beim neunten WM-Lauf auf dem Silverstone Circuit ankommt.

Bevor sich Mercedes-Pilot Lewis Hamilton gedanklich seinem Heimrennen in Silverstone zuwendet, wirft der Zweitplatzierte des Österreich-GP noch einmal einen Blick zurück auf das vergangene Rennwochenende in Spielberg: «Es war grossartig für das Team, in Österreich erneut einen Doppelsieg zu erzielen und ich bin sehr stolz auf all die harte Arbeit, die jeder leistet, um uns in dieser Saison an der Spitze zu halten. Natürlich war es nicht das Ergebnis, das ich mir persönlich erhofft hatte und es war enttäuschend, dass ich kein Kapital aus meiner Pace schlagen konnte, die klar ersichtlich war. Letztlich war der zweite Platz aber eine gute Schadensbegrenzung.»

Der 29-Jährige aus Stevenage betont: «Silverstone ist selbstverständlich ein ganz besonderes Rennen für mich und die Unterstützung für mich ist dort absolut unglaublich. Die britischen Fans sind die Besten auf der Welt und es ist wirklich überwältigend, wenn dich tausende Menschen unabhängig vom Wetter oder dem Ergebnis frenetisch anfeuern.»

Hamilton verbindet eine ganz besondere Erinnerung mit seinem Heim-GP: «In der Saison 2008 habe ich das Rennen im Regen gewonnen und das war einfach ein unglaubliches Gefühl. Am Ende hatte ich beinahe 60 Sekunden Vorsprung – ich habe jeden bis zum dritten Platz überrundet, was eine unglaubliche Erfahrung war. Solch ein Rennen hätte ich mir im Voraus nie erträumt oder erhofft – schon gar nicht bei meinem Heimrennen. Das gehört sicherlich zu den schönsten Momenten meiner bisherigen Karriere. Es war fantastisch, den goldenen Pokal vor heimischem Publikum in Empfang zu nehmen und ich bin fest entschlossen, dies in diesem Jahr zu wiederholen.»

Geburtstagsüberraschung für Nico Rosberg

Der jüngste Silverstone-Triumph von Hamiltons Teamkollegen Nico Rosberg liegt noch nicht so lange zurück. Der Sieger des Österreich-GP konnte auf dem britischen Traditionskurs erst im vergangenen Jahr triumphieren. Er betont denn auch: «Silverstone ist auch für mich ein besonderes Rennen, das ich im vergangenen Jahr gewinnen konnte. Das Rennen fand knapp nach meinem Geburtstag statt und das sorgte für ein richtig cooles Erlebnis: In Silverstone findet normalerweise nach dem Rennen ein Fan-Festival mit Rockbands und viel Programm statt. Auch ich bin dort fast in jedem Jahr dabei. Letztes Jahr stand ich für ein kurzes Interview auf der Bühne, als plötzlich alle Zuschauer für mich Happy Birthday sangen. Das war richtig cool!»

Rosberg schwärmt: «Die britischen Fans sind absolut fantastisch. Ich reise immer sehr gerne nach Silverstone, denn dort steht das Team ganz klar im Vordergrund. Es ist das Heimrennen für die vielen hundert Kollegen in Brackley und Brixworth und viele von ihnen werden mit ihren Familien und Freunden an diesem Wochenende vor Ort sein. Für sie möchte ich eine gute Show zeigen und das bestmögliche Ergebnis einfahren, um ihnen damit für all ihre harte Arbeit in dieser Saison zu danken.»

Lehrstunde von Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff nutzt die Vorschau auf den neunten WM-Lauf, um nochmals Klartext zu reden: «Das Wochenende in Spielberg war für uns eines der härtesten bislang in dieser Saison, an dem unsere Qualifying-Performance nicht mit unseren Erwartungen übereinstimmte. Umso schöner war es, dass wir mit einem weiteren Doppelsieg zurückschlagen konnten - ganz besonders, weil uns unsere Gegner im Verlauf des Rennens mehr denn je unter Druck setzten. Das zeigt erneut, wie wichtig es ist, sich zu 100 Prozent auf die bevorstehenden Aufgaben zu konzentrieren. Wenn wir unsere Ziele erreichen möchten, dürfen wir uns keinerlei Fehler erlauben, da stets jemand darauf lauert, diese zu bestrafen.»

Der 42-jährige Wiener weiss: «Jetzt geht es nach Silverstone zu einem der Saisonhöhepunkte für unser Team. Das Rennen bietet für hunderte von Kollegen in Brackley und Brixworth die Gelegenheit, das Ergebnis ihrer harten Arbeit auf der Strecke zu verfolgen. Unsere Fahrer sind auf dieser Strecke beide besonders stark und wir erwarten erneut einen sehr engen Kampf zwischen ihnen. Auch viele unserer Konkurrenten sehen diesen Grand Prix als ihr Heimrennen an und werden hochmotiviert zu Werke gehen, um sich einen Vorteil zu erarbeiten. Einige Teams haben hier eine ganz besondere Erfolgsbilanz, sodass wir nichts als selbstverständlich ansehen dürfen. Es liegt an uns, sicherzustellen, dass unsere Motivation höher ist als bei allen anderen, um den unglaublichen Fans in Silverstone eine grossartige Show zu bieten.»

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Mathias Brunner
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