Sergio Marchionne (Ferrari): «Red Bull? Wieso nicht?»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Ferrari-Chef Sergio Marchionne (Bildmitte)

Ferrari-Chef Sergio Marchionne (Bildmitte)

Zu Spekulationen, Red Bull liebäugle wegen der Renault-Krise mit Ferrari, sagte «Mr. Red Bull» Dietrich Mateschitz: «Da ist nichts dran.» Was sagt Ferrari-Präsident Sergio Marchionne?

Am Red Bull Ring geisterten wieder Spekulationen durch die Medien, wonach Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko und Dietrich Mateschitz kürzlich bei einem Meeting zur übereinstimmenden Meinung gekommen seien, Renault werde in absehbarer Zeit keine konkurrenzfähige Antriebseinheit zuwege bringen. Deshalb sei eine Rückkehr zu Ferrari ins Auge gefasst worden. Doch Mutmassungen, die beiden Red-Bull-Rennställe würden (womöglich schon 2016) ins Ferrari-Lager überlaufen, wurden in Österreich dementiert. «Da ist gar nichts dran», versichert Mateschitz. «Es gibt für 2016 gar keine Alternative zu Renault», betont Firmenchef Dietrich Mateschitz vor dem Österreich-GP in Spielberg im Exklusiv-Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Was 2017 passieren könnte, dazu will Mateschitz jetzt keine Stellungnahme abgeben. An solchen Spekulationen beteiligt er sich grundsätzlich nicht. Sein Motto: «Die Hühner gackern erst, wenn das Ei gelegt ist. Ich kann jetzt nicht abschätzen, wer in zwei oder drei Jahren aus der Formel 1 rausgeht oder reingeht. Ich weiss nicht, ob wir die Teams noch haben. Das sind Vorhersagen, die macht man in der Formel 1 besser nicht», ergänzt der Steirer.

Mateschitz kennt die Kräfteverhältnisse bei den Kundenmotoren genau. «Du bekommst den Motor, der gut genug ist, um deinen unmittelbaren Konkurrenten Punkte wegnehmen zu können. Er wird aber niemals gut genug sein, um jenes Werksteam schlagen zu können, das dir diesen Motor liefert», weiss Mateschitz. «Mit so einem Motor wirst du nie Weltmeister.»

Ferrari-Chef Sergio Marchionne gönnerhaft

Am Sonntag hat Ferrari-Präsident Sergio Marchionne den Österreich-GP besucht. Auch nach den klaren Worten von Didi Mateschitz ist es hörenswert, was der kanadisch-italienische Doppelbürger zu den Gerüchten um Red Bull sagt – immerhin benutzte Red Bull Racing 2006 Ferrari-Triebwerke, bevor dieses Motorkontingent an Toro Rosso weitergereicht wurde. Sebastian Vettel gewann seinen ersten Grand Prix in Monza 2008 mit einem Toro Rosso-Ferrari.

Marchionne sagt: «Andere Rennställe mit Motoren auszurüsten, gehört zu unserer DNA, wir haben das schon früher getan. Wir können theoretisch jedem Rennstall Triebwerke anbieten, der Rennen fahren will. Es gibt genügend Unterscheidungsmerkmale zwischen dem Werksteam und den Kunden. Grundsätzlich spreche ich mit allen. Und ich habe für das Haus Red Bull den allergrössten Respekt. Sie haben immens viel für unseren Sport getan, sie sind verdient vier Mal Weltmeister geworden. Sie werden den Weg zurück zum Erfolg finden, da bin ich mir ganz sicher. Wenn wir dabei eine helfende Hand reichen können, wieso nicht?»

Auf diese Worte von Marchionne angesprochen, sagt Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner: «Das ist eine überaus generöse Offerte. Ich darf natürlich annehmen, Herr Marchionne spricht von kostenlosen Triebwerken. Nein, im Ernst – wir müssen unsere Probleme alleine lösen. Wir haben einen Vertrag mit Renault bis zum Schluss des kommenden Jahres, jetzt schauen wir zunächst einmal, mit welchen Verbesserungen die Franzosen aufkreuzen.»

Vielleicht schon in dieser Woche sollen die Prüfstandsversuche mit einem markant kraftvolleren Motor beginnen. Erster Einsatz: nach der Formel-1-Sommerpause Ende August beim Grossen Preis von Belgien.

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