Ilya Mikhalchik mit Sieben-Tage-Woche auf dem Bike

Von Esther Babel
IDM Superbike
Ilya Mikhalchik

Ilya Mikhalchik

In der IDM Superbike will Ilya Mikhalchik vom Team EGS alpha Van Zon BMW gerne den dritten Titel in Folge holen. Auch wenn er der Konkurrenz einiges zutraut, sieht er sich selbst doch weiter auf dem SBK-Thron.

«Die Situation wird von Tag zu Tag besser. Alle haben wieder angefangen zu arbeiten, alles hat wieder offen, endlich.» So beschreibt IDM-Superbikemeister Ilya Mikhalchik die aktuelle Situation in der Ukraine. «Die letzten drei schwierigen Monate gehören der Vergangenheit an. Jetzt ist es langsam wieder wie ein normales Leben und es sieht für jeden bei uns hier in der Ukraine gut aus. Für uns bleibt jetzt nur noch abzuwarten, dass es mit dem Rennsport wieder losgeht und wir dann entsprechend darauf vorbereitet sind. Ansonsten lebe ich hier wie vorher auch.»

Am Montag hatte sich der Fahrer vom Team EGS alpha van Zon BMW im Live-Stream den Fragen von IDM-Kommentator Eddie Mielke gestellt.

«Ich bin startklar», versichert der Ukrainer. «Ich habe jeden Tag trainiert und habe diese schwierige Zeit für mich selbst genutzt und auch einiges erledigt. Aber ich bin inzwischen in einer besseren Form als jemals zuvor.» Zu einem, der ihm den dritten Titel in Folge streitig machen möchte, gehört unter anderem Bastien Mackels. Der Belgier hatte sich schon 2018 so manches Duell mit Mikhalchik geliefert und will dies bei nächster Gelegenheit, inzwischen umgesattelt auf eine Yamaha R1, nur allzu gerne wiederholen.

«Es wird ganz schön hart werden», urteilt der aktuelle Meister. «Es sind auch ein paar gute neue Leute dazugekommen. Wie zum Beispiel Jonas Folger, oder Florian Alt auf BMW, der für ein gutes Team unterwegs ist, für welches auch schon Bastien am Start war. Wir haben ein gutes Paket bei uns im Team beisammen. Aber ich zähle Bastien zu einem meiner härtesten Gegner im Kampf um den Titel. Ich kenne ihn gut, er ist smart und hat eine Menge Erfahrung. Er ist auch im normalen Leben ein netter Kerl. Ich weiß, dass er einer von denen ist, die sich mit mir anlegen können.»

Doch Fairness ist großgeschrieben zwischen Mackels und Mikhalchik. «Er ist einer meiner besten Freunde, die ich je im Fahrerlager hatte», versichert der Ukrainer. Er selbst versucht, täglich auch mit dem Motorrad zu trainieren. Sein Vater betreibt in Kiew eine Rennfahrerschule und dadurch hat Mikhalchik viel Gelegenheit, mit allem was zwei Räder und einen Motor hat, auf die Strecke zu gehen.

«In den Wochen», verrät er, «bevor es mit den Rennen losgeht, sitze ich nach Möglichkeit sieben Tage die Woche auf dem Motorrad. Es ist mir auch völlig egal, auf welchem. Ich fahre mit einem Pitbike oder einer 600er oder einer 1000er. Hauptsache, ich mache Runden. In den letzten Wochen war es etwas schwierig. Denn wir hatten keine Reifen oder Ersatzteile, wenn man vielleicht mal stürzt. Aber sonst kann ich mit den verschiedensten Motorrädern auf unterschiedlichen Strecken fahren, wofür ich den Menschen in meinem Umfeld auch sehr dankbar bin. Im Umkreis von 500 Kilometern von meinem Zuhause aus, gibt es drei, vier Strecken, wo ich fahren kann. Auch mit dem Pitbike auf Kartbahnen oder eben auf unserer Strecke vor der Haustür.»

Für die Ausreise aus der Ukraine würde Mikhalchik aktuell noch spezielle Dokumente benötigen. «Die Grenzen sind so weit offen», meint er, «ich hoffe, dass unser Teamchef Werner Daemen uns bald eine Möglichkeit schafft, dass wir testen können. Vielleicht im Juli. Vielleicht in Belgien. Denn wir hatten ja auch keine Tests im Winter. Es wäre auch gut zu wissen, wann es denn ein Rennen geben soll. Im August oder September.»

Vorher will er sich nicht übermäßig viele Gedanken darüber machen, denn dann hält sich auch die Enttäuschung in Grenzen, wenn nichts daraus werden sollte. In der Ukraine selbst fängt man langsam aber sicher an, von der IDM Superbike Notiz zu nehmen. Zwei Titel von Mikhalchik sind dabei auch recht hilfreich. «In der Vergangenheit waren schon einmal ein paar Landsleute in der IDM unterwegs», erinnert er sich. «Aber die Resultate waren nicht so. Nachdem ich jetzt gute Ergebnisse eingefahren habe, nehmen die Leute, vor allem die ukrainischen Piloten, schon Notiz von der Meisterschaft. Einige denken darüber nach, es auch einmal dort zu probieren.»

Über seine Konkurrenten sei es mit Vladimir Leonov der eigene Teamkollege, oder auch die anderen, verliert der zweifache Meister nur lobende Wort. «Aber im Dschungel kann es nur einen König geben», stellt er am Ende fest und es steht außer Frage, dass er eine weitere Amtszeit als Champion im IDM Superbike-Dschungel plant.

Die nächsten Interview-Partner stehen bei Eddie Mielke schon in den Live-Stream-Startlöchern. Sidecar-Weltmeister Tim Reeves und der Schweizer Dominic Schmitter sind am Donnerstag ab 19 Uhr in der Fragestunde dabei.

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