Jesko Raffin (25.): «Fehler macht mich unglücklich»

Von Mario Furli
Moto2
Jesko Raffin in Losail: Am kommenden Wochenende beginnt die Moto2-Saison 2020

Jesko Raffin in Losail: Am kommenden Wochenende beginnt die Moto2-Saison 2020

NTS-Pilot Jesko Raffin machte beim letzten Moto2-Test vor dem Saisonauftakt in Doha/Katar Fortschritte. Am Sonntag musste der Schweizer allerdings wieder einen Rückschlag hinnehmen.

Nach den zwei Stürzen im Jerez-Test war Jesko Raffin voller Tatendrang zu den zweiten offiziellen Testfahrten vor dem WM-Auftakt auf der Halbinsel Katar am Persischen Golf gereist. Wieder in Vollbesitz seiner Kräfte erzielte der 23-jährige Zürcher kontinuierlich Fortschritte. Nach einem Komplettumbau seiner japanischen NTS-Rennmaschine landete Raffin in der ersten Sonntagssitzung zwar auf Rang 9, in der Endabrechnung blieb er nach drei Tagen mit Platz 25 aber hinter den Erwartungen zurück.

Dazu kam ein weiterer Rückschlag: «Dieser Test ist leider nicht so zu Ende gegangen, wie wir es uns vorgestellt haben. Wegen eines Sturzes in der letzten Session mussten wir frühzeitig aufhören. In der zweitletzten Kurve habe ich die Front verloren», seufzte Raffin. «Mit einem Crash im Gewissen ins erste Rennwochenende zu gehen, ist für das Vertrauen natürlich nicht förderlich. Ansonsten haben wir an den vergangenen drei Tagen auf dem Losail Circuit gute Arbeit geleistet. Nach dem mehr oder weniger verpatzten Jerez-Test war es das Ziel, hier einen Neustart zu machen. Dieser ist uns auch gelungen, da wir am Freitag gut begonnen haben. Ich habe mich sofort wieder wohl gefühlt und das Motorrad auch viel besser gespürt. Ich konnte bestimmen, ob sich Änderungen am Motorrad positiv oder negativ ausgewirkt haben. Das war sicher ein wichtiger Schritt für uns. Das Resultat in der Zeitenliste war anfänglich nebensächlich. Hauptsache war, dass wir wieder auf einem akzeptablen Stand zu arbeiten begonnen haben.»

«Am zweiten Tag ist uns ein weiterer Schritt gelungen», fuhr der Schweizer fort. «Wir konnten unseren Rhythmus um fünf bis sechs Zehntelsekunden steigern. Das war nicht schlecht, obwohl immer noch ein Stück von dem fehlte, was ich gerne hätte. Auf der anderen Seite mussten wir auch viele Materialtests nachholen, die wegen der Umstände in Jerez nicht gemacht werden konnten. Zudem arbeiten wir noch intensiv daran, mir das Fahren etwas zu erleichtern. Im Moment muss ich noch viel Kraft aufwenden, um schneller zu fahren. Ich kämpfe mit dem Bike, damit ich es auf die Linien bringe, wie ich es mir vorstelle. Daher kann ich meinen runden Fahrstil nicht umsetzten und folglich fehlt die Konstanz. Wegen Probleme mit dem Vorderreifen haben wir dann entschieden, die letzte Session vorzeitig zu beenden und alles für den letzten Tag vorzubereiten.»

Der Sonntag begann dann ermutigend: «Wir haben das Motorrad über Nacht komplett umgebaut», verriet Raffin. «Wir sind dabei in eine ganz andere Richtung gegangen und ich muss sagen, dass mir diese Änderungen auf Anhieb sehr gut gefallen haben. Wie das erste Training gezeigt hat, sind wir nun auf dem richtigen Weg. In der zweiten Session waren wir auf bereits stark beanspruchten Reifen unterwegs, auch der aufkommende Wind spielte eine Rolle. Aber wir wollten einfach diese Erfahrungen sammeln, wie sich das neue Setting mit gebrauchten Reifen anfühlt.»

Im Vorjahr fuhr Raffin beim Saisonauftakt in Katar als Ersatzfahrer in die Punkteränge. Um das am kommenden Wochenende zu wiederholen, wollte der NTS-Pilot den dreitägigen Katar-Test mit einer Rennsimulation positiv abschließen. «Mit den gewonnenen Erkenntnissen konnten wir gut leben. Daher war für die letzten Einheit am frühen Abend alles für eine Rennsimulation ausgerichtet. Hinsichtlich der Abstimmung waren wir auch bereit dafür. In der Out-Lap bin ich aber in der zweitletzten Kurve gestürzt», bedauerte der 23-Jährige. «Zum Glück bin ich okay, auch wenn mich dieser Fehler sehr unglücklich macht. Es tut mir auch leid für mein Team. Nach diesem unschönen Abschluss unserer Saisonvorbereitungen gilt es nun an den nächsten Tagen den Kopf wieder klar zu bekommen und sich für das erste Rennwochenende mental bestmöglich vorzubereiten. Trotzdem einen großen Dank an das gesamte Team für ihren Einsatz bei diesem Test. Jeder macht immer einen guten Job.»

IRTA-Test Losail, Moto2, 1. März:

1. Navarro, Speed Up, 1:58,520 min
2. Gardner, Kalex, 1:58,664, + 0,144
3. Di Giannantonio, Speed Up, 1:58,831, + 0,311
4. Schrötter, Kalex, 1:58,928, + 0,408
5. Bastianini, Kalex, 1:58,953, + 0,433
6. Canet, Speed Up, 1:59,060, + 0,540
7. Marini, Kalex, 1:59,072, + 0,552
8. Vierge, Kalex, 1:59,092, + 0,572
9. Baldassarri, Kalex, 1:59,129, + 0,609
10. Bulega, Kalex, 1:59,131, + 0,611
11. Martin, Kalex, 1:59,140, + 0,620
12. Roberts, Kalex, 1:59,230, + 0,710
13. Lüthi, Kalex, 1:59,255, + 0,735
14. Pons, Kalex, 1:59,346, + 0,826
15. Bendsneyder, NTS, 1:59,380, + 0,860
16. Syahrin, Speed Up, 1:59,477, + 0,957
17. Garzo, Kalex, 1:59,545, + 1,025
18. Chantra, Kalex, 1:59,556, + 1,036
19. Fernandez, Kalex, 1:59,629, + 1,109
20. Manzi, MV Agusta, 1:59,738, + 1,218
21. Ramirez, Kalex, 1:59,764, + 1,244
22. Nagashima, Kalex, 1:59,842, + 1,322
23. Bezzecchi, Kalex, 1:59,861, + 1,341
24. Dalla Porta, Kalex, 1:59,885, + 1,365
25. Raffin, NTS, 1:59,914 min, + 1,394
26. Corsi, MV Agusta, 1:59,982, + 1,462
27. Dixon, Kalex, 2:00,296, + 1,776
28. Farid Izdihar, Kalex, 2:00,695, + 2,175

IRTA-Test Losail, Moto2, kombinierte Zeitenliste nach drei Tagen:

1. Navarro, Speed Up, 1:58,520 min
2. Martin, Kalex, 1:58,655 min, + 0,135 sec
3. Gardner, Kalex, 1:58,664, + 0,144
4. Di Giannantonio, Speed Up, 1:58,831, + 0,311
5. Schrötter, Kalex, 1:58,928, + 0,408
6. Bastianini, Kalex, 1:58,953, + 0,433
7. Canet, Speed Up, 1:59,060, + 0,540
8. Bulega, Kalex, 1:59,062, + 0,542
9. Roberts, Kalex, 1:59,066, + 0,546
10. Marini, Kalex, 1:59,072, + 0,552
11. Vierge, Kalex, 1:59,092, + 0,572
12. Baldassarri, Kalex, 1:59,129, + 0,609
13. Lüthi, Kalex, 1:59,255, + 0,735
14. Pons, Kalex, 1:59,346, + 0,826
15. Syahrin, Speed Up, 1:59,377, + 0,857
16. Bendsneyder, NTS, 1:59,380, + 0,860
17. Bezzecchi, Kalex, 1:59,390, + 0,870
18. Nagashima, Kalex, 1:59,468, + 0,948
19. Garzo, Kalex, 1:59,545, + 1,025
20. Chantra, Kalex, 1:59,556, + 1,036
21. Fernandez, Kalex, 1:59,629, + 1,109
22. Manzi, MV Agusta, 1:59,738, + 1,218
23. Ramirez, Kalex, 1:59,764, + 1,244
24. Dalla Porta, Kalex, 1:59,885, + 1,365
25. Raffin, NTS, 1:59,914 min, + 1,394
26. Corsi, MV Agusta, 1:59,982, + 1,462
27. Dixon, Kalex, 2:00,130, + 1,610
28. Farid Izdihar, Kalex, 2:00,695, + 2,175

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