Tom Lüthi nach Platz 10: «Was soll Ducati sagen?

Von Waldemar Da Rin
Moto2

Tom Lüthi ärgert sich, weil er sein neues System der Fingerbremse für das Hinterrad nicht lange geheim halten konnte. Aber er tröstet sich mit Ducati.

Tom Lüthi (33) hat im vergangenen Winter bei Trainingsfahrten auf spanischen Rennstrecken gemeinsam mit Riding Coach Alvaro Molina an seinem BMW-Superbike die Fingerbremse probiert, die sich in der MotoGP-WM immer mehr durchsetzt, weil die Fahrer bei 62 bis 63 Grad Schräglage in den Rechtskurven den Fußbremshebel nicht ordentlich betätigen können. Der fünffache 500-ccm-Weltmeister Mick Doohan hatte schon 1992 eine Daumenbremse einbauen lassen, als sein rechter Fuß und Unterschenkel nach dem Assen-Crash zertrümmert war. Heute wird dieses System gerne auch als «Scooter Brake» bezeichnet, weil es auch bei Rollern üblich ist.

«Ich habe bei der BMW im Winter hin- und hergebaut, ich habe die ideale Position des Hebels ausgetüftelt», schilderte der Katar-GP-Zehnte. «Kupplungshebel drüber oder drunter? Da war von meiner Seite viel Arbeit dahinter. Dann haben wir das System ins Intact-Team mitgenommen. Nachher mussten wir rausfinden, ob es auch mit der Kalex funktioniert. Es war sehr interessant. Es hilft schon, im richtigen Moment, beim Lenken, beim Umdrehen vom Motorrad, und man hat beim Bremsen mehr Gefühl. Ich wollte es länger verstecken, aber das war nicht möglich, denn die andern haben das auch gesehen. Anderseits muss man das ja unbedingt im Ernstfall testen. Ich musste schauen, ob es funktioniert. Und so war es in Jerez im Februar. Wir haben es vorgemacht, und die anderen kopieren es. Die Mitbewerber standen in Jerez die ganze Zeit bei meinem Motorrad. Deshalb konnten sie es für Katar kopieren. Mir war schon klar, dass sich so etwas nicht lange verheimlichen lässt. Deshalb musste ich ein bisschen lachen. Wir werden auch wieder schneller sein, dann werden sie sich fragen, ob das System überhaupt funktioniert.»

Lüthi: «Ich habe am Samstag auch zum Team gesagt: Was soll Ducati zu den Vorgängen hier im Paddock sagen? Die investieren in der MotoGP, ich weiß nicht wie viel Geld, sie bauen dauernd neue Komponenten dran. Dann wird alles kopiert. Das ist nicht verboten…»

Nachsatz von Tom Lüthi, der in Katar 2016 gewonnen und dort 2019 Platz 2 erobert hat: «Wichtig ist, dass die Fingerbremse für uns funktioniert und das System sehr hilfreich ist.»

Ergebnis Katar-GP, Moto2:

1. Nagashima, Kalex, 22 Runden in 40:00,192
2. Baldassarri, Kalex, + 1,347 sec
3. Bastianini, Kalex, + 1,428
4. Roberts, Kalex, + 1,559. 5. Gardner, Kalex, 1,901. 6. Navarro, Speed Up, + 2,381. 7. Schrötter, Kalex, + 4,490. 8. Canet, Speed Up 9. Vierge, Kalex. 10. Lüthi, Kalex, + 8,904. 11. Bendsneyder, NTS 12. Bezzecchi, Kalex. 13. Di Giannantonio, Speed Up. 14. Dixon. 15. Manzi, MV Agusta. – Ferner: 23. Raffin, NTS, + 34,664.

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