Joan Olivé (VDS): «Wie wollen um den Titel fighten»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Das Marc VDS-Team mit Sam Lowes und Augusto Fernandez geht 2021 in der Moto2-WM mit zwei Titelanwärtern an den Start. Sportmanager Joan Olivé spricht über die Ziele für die kommende Saison.

Das belgische Marc VDS-Moto2-Team erreichte in der Moto2-Saison 2020 mit Sam Lowes (drei Siege) den dritten WM-Rang, Teamkollege Augusto Fernandez beendete die Saison als WM-Dreizehnter. Da mit Bastianini, Marini die beiden WM-Ersten in die MotoGP aufsteigen, dazu Jorge Martin als WM-Fünfter, wird Sam Lowes der Papierform nach gemeinsam mit dem WM-Vierten Marco Bezzecchi aus dem Sky VR46-Team (zwei Siege, zwei zweite Plätze in der Saison 2020) als klarer WM-Favorit.

Das Marc VDS-Team hat seit 2010 bereits drei WM-Titel gewonnen: 2014 mit Tito Rabat, 2017 mit Franco Morbidelli, 2019 mit Alex Márquez. Der Rennstall von Bier-Milliardär Marc van der Straten ist damit die erfolgreichste Moto2-Mannschaft. Ingesamt 36 Moto2-Siege wurden von Redding, Kallio, Rabat, Morbidelli, Alex Márquez und Sam Lowes bisher errungen. Dazu kommt ein MotoGP-Erfolg durch Jack Miller auf der Honda RC213V im Regenrennen von Assen 2016. Im Jahr 2021 soll auch Fernandez wieder zu seiner alten Form finden, denn der Spanier war 2019 WM-Fünfter, er hat damals drei GP-Siege (Assen, Silverstone und Misano) gefeiert.

SPEEDWEEK.com hat sich mit dem spanischen Marc VDS-Sports Manager Joan Olivé unterhalten, der selbst in der 125-ccm-Weltmeisterschaft aktiv war und bis Ende 2018 das erfolgreiche Red Bull KTM-Ajo-Team als Teamkoordinator unterstützt hat. Olivé nahm von 2001 bis Ende 2009 an der 125er-WM teil und landete viermal in der Gesamtwertung unter den Top-Ten. Er schaffte keinen GP-Sieg, aber fünf zweite und vier dritte Plätze. Olivé war nachher 2010 bis 2012 Moto3-Testfahrer bei KTM, ehe er seine Tätigkeit bei Aki Ajo begann. Für 2019 wechselte er zu Marc VDS.

Marc VDS wird am 1./2. März in Valencia erstmals in diesem Winter einen Moto2-Test fahren. Heute hat sich die VDS-Mannschaft für ein gemeinsames Supermoto-Training getroffen. «Wir fahren in Vendrell, ganz in der Nähe von Tarragona, wo ich wohne. Wir haben bestes Wetter», erzählte Joan Olivé.

Joan, die zwei Marc VDS-Piloten Lowes und Fernandez haben in den letzten zwei Jahren jeweils drei Rennen gewonnen. Nach Platz 3 mit Lowes im Vorjahr muss 2021 der WM-Titel das Ziel sein?

Ja, unser Ziel ist klar. Wir wollen versuchen, um die Meisterschaft zu kämpfen. Und wir wollen in jedem Rennen an der Spitze mitfahren.

Aber wir werden viele andere starke Mitbewerber haben. Wir haben ja am Saisonende 2020 gesehen, dass junge Fahrer wie Bezzecchi und Gardner wirklich stark geworden sind. Sicher werden viele andere Piloten an die Spitze vorstoßen. Auch Aron Canet hat letztes Jahr schon gezeigt, dass er sich in der Moto2 gut zurechtgefunden hat.

Die Moto2 ist immer eine schwierige Kategorie. Die Unterschiede sind gering. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ein Topfahrer sehr beständig ist.

Du hast sieben Jahre lang im Ajo-Team gearbeitet. Jetzt kämpfst du gegen deinen ehemaligen Chef Aki Ajo um die Weltmeisterschaft. Er hofft auf einen Titelgewinn durch GP-Sieger Remy Gardner. Was hast du bei Ajo gelernt, dessen Team 96 GP-Siege errungen hat?

Ich habe von Aki sehr viel gelernt. Ich schätze mich glücklich, dass ich über so viele Jahre und so eng mit ihm zusammenarbeiten durfte.

Mir gefällt die Art und Weise, wie er sein Team managt. Er macht alles mit unheimlich viel Leidenschaft. Ich denke, er ist ein sehr ehrlicher und offener Mensch. Wir haben immer noch ein sehr gutes Verhältnis.

Wir sind zwar jetzt Rivalen. Aber ich glaube, wir gönnen einander den Erfolg. Wir freuen uns sicher beide, wenn unsere Fahrer gut abschneiden.

Estrella Galicia 0,0 hat sich bei Marc VDS und beim Moto3-Honda-Team von Alzamora als Hauptsponsor zurückgezogen.

Ja, sie sind nach vielen Jahren bei uns ausgestiegen. Auch für diese Biermarke ist die wirtschaftliche Situation durch Covid schwierig, weil seit bald einem Jahr alle Bars und oft auch die Gastronomie geschlossen sind.

Wir sind froh, dass wir mit der Mineralölfirma elf einen Ersatz gefunden haben.

Nach dem Skandal wegen finanzieller Ungereimtheiten in Zusammenhang mit Teammanager Michael Bartholemy 2018 kündigte Teambesitzer van der Straten an, das Budget für Moto2 und MotoGP sei bis Ende 2021 gesichert. Aus der MotoGP zog sich VDS Ende 2018 trotzdem zurück. Van der Straten ist jetzt 72 Jahre alt. Wie lange wird er das Team noch betreiben?

Das ist ein Thema, in das ich nicht eingeweiht bin. Ich bin nur für das Sportliche zuständig. Ich habe einen neuen Ein-Jahres-Vertrag für 2021 unterschrieben. Alle Teammitglieder haben Ein-Jahres-Verträge.

Aber Marc van der Straten ist immer noch ein sehr leidenschaftlicher Teambesitzer. Er will weiter gewinnen und seine Träume in der Moto2 verwirklichen. Wir sind bisher das erfolgreichste Team in der Moto2-Klasse.

Seit der Trennung von Bartholemy 2018 ist das Team anders aufgestellt worden. Wir haben jetzt einen Rechtsanwalt in der Schweiz, der sich um die wirtschaftlichen Belange kümmert. Und wir sind jetzt drei Personen, die das Team managen. Das sind Marina Rossi, Patrick Kramer und ich. Nachdem was 2018 ans Tageslicht gekommen ist, wurde die Verantwortung auf mehrere Personen aufgeteilt. Das war eine gute Entscheidung.

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