Moto3

Jamathi: Andenken an die Schnapsglasklasse mit 14 PS

Von - 09.07.2018 08:40

Die 50-ccm-WM-Klasse brachte viele Edelbastler ans Tageslicht. Auch aus den Niederlanden. 1968 feierte Jamathi mit Paul Lodewijkx in Assen den ersten Grand Prix-Sieg.

Am Sonntag nach dem MotoGP-Krimi stand in Assen bei der Dutch-TT ein besonderer Leckerbissen für die Fans der Classic Grand Prix Szene auf dem Programm – eine bewundernswerte Parade mit historischen 50-ccm-Rennmaschinen.

Diese Parade war ein Tribut an den verstorbenen Paul Lodewijkx, der am 26. Juni 1968 auf der Jamathi in Assen für den ersten GP-Sieg einer niederländischen Rennmaschine sorgte.

Paul Lodewijkx überholte damals den deutschen Suzuki-Werksfahrer Hans-Georg Anscheidt auf der linken Fahrbahnseite, während sich HG Anscheidt über seine rechte Schulter schaute, weil er den Angriff dort vermutete…

Die Jamathi war damals in der 50-ccm-Weltmeisterschaft ein erfolgreiches Fabrikat. Jan Thiel konstruierte den Motor, Martin Mijwaart das Fahrwerk.

Aus ihren Namen setzt sich das Wort Jamathi zusammen: JAn THIel und MArtin Mijwaart.

Die Basis und die Produktionsstätten von Jamathi lagen in Nederhorst den Berg, später auch in Amsterdam und Breukelen.

Jamathi war in der 50er-WM von 1965 bis 1974 engagiert. Neben den Rennmaschinen wurden auch 50-ccm-Mofas gebaut, in den Niederlanden heißen sie «Bromfietsen».

Paul Lodewijkx gelangen mit der 50-ccm-Jamathi insgesamt vier Siege – alle 1968 und 1969.

1968 dürften die 50-ccm-Zweitakt-Kreissägen rund 14 PS bei 14.000/min geleistet haben.

Im Jahr 1972 versuchte Lodewijkx ein Comeback, das aber nicht erfolgreich verlief. 1988 ist Paul Lodewijkx im Alter von 41 Jahren auf tragische Weise ums Leben gekommen. Er erlitt bei einem Bootsausflug einen epileptischen Anfall, stürzte dabei ins Wasser – und ertrank. Martin Mijwaart erlag imit 46 Jahren einem Krebsleiden.

Auch Landsleute wie Aalt Toersen und Theo Timmer waren mit Jamathi-Maschinen erfolgreich.

Bedauerlicherweise konnte der geniale Rennmotorenkonstrukteur Jan Thiel, der später auch für Garelli, Minarelli und Aprilia tätig war, bei der Dutch-TT vor acht Tagen nicht erscheinen – er ist an Parkinson erkrankt und lebt jetzt in Thailand.

Übrigens: Die 50-ccm-Klasse verschwand nach der Saison 1983 aus dem WM-Programm, sie machte der 80-ccm-Klasse Platz, die 1989 zum letzten Mal ausgetragen wurde. 1971 siegte der Niederländer Jan de Vries in der 50er-WM, 1974 sein Landsmann Henk van Kessel, beide lenkten die siegreiche van-Veen-Kreidler, die von Teamchef Henk van Veen eingesetzt wurde.

Jan de Vries drehte am Sonntag mit seiner van-Veen-Kreidler ebenfalls eine Runde.

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Ein Jamathi-Motor aus dem Jahr 1972 © Fitti Weisse Ein Jamathi-Motor aus dem Jahr 1972 Der Jamathi-Einzylindermotor aus dem Jahr 1972 © Fitti Weisse Der Jamathi-Einzylindermotor aus dem Jahr 1972 Die Jamathi-Maschinen werden in den Niederlanden wie Schätze gehütet © Fitti Weisse Die Jamathi-Maschinen werden in den Niederlanden wie Schätze gehütet
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