Jorge Martin (Mahindra): «Sieg als nächstes Ziel»

Von Frank Aday
Moto3
In Brünn erzielte Jorge Martin seinen ersten Podestplatz im GP-Sport. Nun will der Mahindra-Pilot aus dem Aspar-Team regelmäßig an der Spitze mitmischen. «Ich habe intensiv dafür gearbeitet», sagt er.

Für den ersten Mahindra-Sieg in der Moto3-Klasse hatte Francesco Bagnaia bereits in Assen gesorgt. In Brünn zog Peugeot-Pilot John McPhee nach. Die MGP3O-Maschinen von Mahindra und Peugeot sind baugleich, Mahindra besitzt 51 Prozent von Peugeot Motocycles. Jorge Martin sorgte in Brünn für einen weiteren Podestplatz für Mahindra.

Es war der erste Podestplatz für den Spanier im GP-Sport. Bis zu seinem zweiten Platz in Brünn hatte Martin mit der Mahindra nur in drei von zehn Rennen gepunktet. Sein bestes Ergebnis vor dem Tschechien-GP war Platz 6 in Spielberg. Nun belegt er mit 40 Punkten den 18. WM-Rang.

Der 18-jährige Martin ist der 28. Fahrer, der für das Aspar-Team seit 1992 in der Weltmeisterschaft auf dem Podest stand. Jorge «Aspar» Martinez selbst erreichte 1992 in Magny Cours den ersten Podestplatz für das Team, das mittlerweile auf 291 Top-3-Ergebnisse zurückblicken kann.

Jorge, wie fühlten sich die ersten Stunden nach deinem Podestplatz in Brünn an?

Die Zeit vergeht, aber ich habe noch immer Probleme, das zu glauben. In der Weltmeisterschaft auf das Podest zu steigen, ist etwas, wonach jeder Fahrer strebt. Seitdem hatte ich nicht viel Zeit, denn ich hatte schon für den Abend einen Flug gebucht. Am Ende habe ich ihn aber auf den folgenden Tag verschoben. Ich hatte dann ein Abendessen mit Freunden in Prag. Diese Stadt mag ich sehr. Tausende Menschen haben mir gratuliert – Unterstützer, Freunde und Familie. Auch über die sozialen Netzwerke, Whatsapp und so weiter. Ich bin sehr dankbar, wie viele Menschen meine Karriere verfolgen und mich unterstützen.

Was ist nach deinem ersten Podestplatz dein nächstes Ziel?

Der Podestplatz in Brünn wird mir langsam bewusst, nun denke ich nur noch daran, mehr solche Resultate einzufahren. Ich habe intensiv gearbeitet, um an diesen Punkt zu kommen. Ich fühlte, dass ein Tag wie dieser kommen würde. Natürlich ist mein nächstes Ziel nun ein Sieg. Am Montag nach dem Rennen habe ich mich erholt, aber am Dienstag war ich zurück im Training, denn ich wollte mich nicht ausruhen. Die Weltmeisterschaft ist hart, sobald du nachlässt, gerätst du ins Hintertreffen. Es war für mich sehr schwierig, mich seit meinem Debüt in Katar 2015 anzupassen, aber nun bin ich schnell.

Wie hast du dich gefühlt, als du das Rennen anführen konntest?

Ich wusste, dass es im Nassen schwierig wird, denn die Gefahr eines Sturzes ist höher. In den ersten fünf Runden, als ich führte, war ich sehr konzentriert. Da ich führte, hatte ich keinen anderen Fahrer als Referenz. Ich musste also hundert Prozent geben, aber ich fühlte mich nicht besonders, sondern war nur sehr entschlossen, es so gut wie möglich zu machen und zu pushen.

Als Brad Binder, Khairul Idham Pawi und John McPhee dich überholten, dachtest du dann: ‹Das ist doch nicht mein Tag›?

Ich wusste, dass eine große Gruppe hinter mir war. Ich war aber ein bisschen schockiert, da sie schneller waren als ich. Doch ich wusste auch, dass ich sie wieder einholen kann. Als mich Pawi überholt hatte, kam ich ihm wieder näher. Auch ohne die Stürze von Binder und Pawi hätte ich meiner Meinung nach auf dem Podest stehen können. Durch die beiden Stürze kämpfte ich um Platz 2. Die letzten Runden dauerten ewig. Ich wollte, dass es vorbei ist, aber ich wusste, dass ich mir das verdienen musste, indem ich ein sehr gutes Rennen gefahren bin.

Du hast bereits erklärt, dass das neue Mahindra-Getriebe einen Wendepunkt für dich darstellte. Warum?

Ich habe einen aggressiven Fahrstil, vor allem auf der Bremse. Wenn ich früher herunterschaltete, dann funktionierte der Gangwechsel oft nicht richtig, also wusste ich nicht, welcher Gang drin war. Ich musste fast immer früher bremsen. Nun kann ich bremsen, wenn ich es will. Was ich auf der Gerade vielleicht verliere, kann ich so auf der Bremse wieder herausholen.

Deine Familie stand immer hinter dir. In Brünn konnte dir auch dein jüngerer Bruder zum ersten Mal in dieser Saison vor Ort zusehen.

Meine Eltern haben unglaubliche Anstrengungen auf sich genommen, um mich an diesen Punkt zu bringen. Wir sind eine bescheidene Familie, ich fuhr immer mit Unterstützung von außen, wie durch die Nachwuchsmeisterschaften Cuna de Campeones oder den Red Bull Rookies Cup. Sie gaben mir alles, was sie geben konnten, um meinen Traum zu ermöglichen. In Brünn kamen sie als Überraschung an die Strecke. Ich habe das geliebt. Sie waren eine zusätzliche Unterstützung. Es ist sehr schön zu wissen, dass sie bei meinem ersten Podestplatz dabei waren.

Nun sind in dieser Saison noch sieben Rennen zu fahren. Was kannst du noch erreichen?

Ich habe mir die Gesamtwertung angesehen und denke, dass ich mir die Top-6 in zum Ziel machen kann. [Anm.: Auf den WM-Sechsten Nicolò Bulega fehlen Martin 49 Punkte.] Ich weiß, dass das schwierig wird, denn der Rückstand ist groß, aber wenn ich so weitermachen kann wie bei den letzten beiden Rennen, dann ist das möglich.

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