Pol Espargaró (KTM): «Top-5 ist der nächste Schritt»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Pol Espargaró sicherte sich in Sepang den zehnten Platz. «Die letzten Rennen waren erstaunlich», gesteht der KTM-Pilot. Obwohl er die eigenen Erwartungen in diesem Jahr übertroffen hat, bleiben seine Ziele ehrgeizig.

Das Red Bull KTM Factory Racing Team hat in den zehn Grand Prix seit Assen immer zumindest einen Fahrer zwischen den Plätzen 9 und 11 ins Ziel gebracht. Achtmal war Pol Espargaró dafür verantwortlich, einmal Mika Kallio, einmal Bradley Smith.

Beim Malaysia-GP in Sepang lag Pol nach elf von 20 Rennrunden noch immer vor dem späteren Siebten Valentino Rossi, im Ziel reichte es immerhin für Platz 10. Es war sein achter Top-10-Platz in diesem Jahr. Außerdem ist der Moto2-Weltmeister von 2013 inzwischen ein Stammgast im Qualifying 2.

Vor dem WM-Finale fehlen Pol Espargaró in der WM-Tabelle nur noch sieben Punkte auf seinen Bruder Aleix; er ist WM-16. – Bruder Aleix WM-14. und durch einen gebrochenen Mittelhandknochen beeinträchtigt.

Die Nicht-Teilnahme des Bruders nützte Pol Espargaró in Sepang aus, um mit Platz 10 sechs Punkte auf Aprilia in der Konstrukteurs-WM wettzumachen. Die beiden Hersteller gehen jetzt mit je 64 Punkte ex aequo ins Finale.

Pol, du machst deinem älteren Bruder ganz schön zu schaffen.

(Er lacht laut). Worauf willst du hinaus?

Du hast die gute Gelegenheit in Sepang ausgenützt und in der Marken-WM für Gleichstand gesorgt.

Ja, ja. Die letzten Rennen waren erstaunlich. Zu Beginn des Jahres bestand unser Ziel nur darin, vielleicht einmal unter glücklichen Umständen in die Top-Ten zu kommen und bei einzelnen Rennen in die Punkteränge zu fahren.

Jetzt haben wir zu dritt bei 17 Rennen schon elf Top-Ten-Ergebnisse sichergestellt. Auch Bradley Smith und Testfahrer Mika Kallio haben ihren Anteil daran.

Seit Monaten fighten wir bei allen Rennen um die Top-Ten. Das ist eindrucksvoll. Wir haben am Saisonbeginn nicht damit gerechnet, in so kurzer Zeit so weit nach vorne zu kommen. Denn wir sind als Nachzügler gestartet.

Aber du hast recht: Wir sind zwischen den zwei Suzuki und dicht an Aprilia dran. So eine Performance im ersten Jahr mit einem nagelneuen Motorrad und einem Hersteller wie KTM, der noch nie in dieser MotoGP-Welt aktiv war, das kann sich sehen lassen.

Sogar Teammanager Mike Leitner sagte in Australien: Das habe ich nicht erwartet. Man darf nicht vergessen: KTM lag beim, Saisonauftakt in Katar im Quali auf den letzten zwei Plätzen – mit mehr als 2 sec Rückstand. Jetzt  beträgt der Rückstand manchmal nur 0,2 oder 0,5 sec.

Ich dachte beim Katar-GP, da steht ein langer. mühsamer Weg vor uns, eine enorme Herausforderung.

Du weißt im Motorsport nie, was dich erwartet. Für mich kamen die Schwierigkeiten in Katar nicht überraschend. Denn schon bei den Wintertests waren wir zwar in manchen Bereichen wirklich stark, zum Beispiel in Australien. Aber in Sepang waren wir wirklich schwach. Wir mussten also mit Schwierigkeiten rechnen.

Aber der Schritt beim Jerez-GP mit der neuen Motoren-Konfiguration war riesig. Dazu haben wir mehrere kleine Fortschritte beim Chassis erzielt.  Alles das zusammen hat einen enormen Unterschied gemacht. Seit Saisonmitte haben wir uns deutlich verbessert. Wir haben große Schritte nach vorne gemacht. Und wir sind mit dem Latein noch nicht am Ende.

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr und die neuen Teile, die KTM bis dahin entwickeln und zu den Rennen bringen wird.

Ich denke, wir werden uns weiter steigern und weitere große Fortschritte erzielen. Jetzt sind wir in den Top-Ten, im Nassen und im Trockenen. Der nächste Schritt werden die Top-5 sein, denke ich.

In Aragón Ende September hast du ein neues Chassis bekommen, es bildet die Basis für 2018. Ein ähnlich großer Schritt wie der Big-Bang im Mai?

Der Motor hat den größeren Schritt bedeutet, denn er hat sich auf das gesamte Power-Management ausgewirkt, auf die Elektronik und auf das Chassis. Es gab weniger Vibrationen, es half beim Einlenkverhalten. 

Der Schritt mit dem Motor war der größte in diesem Jahr. Aber die Änderungen beim Chassis waren auch nützlich. Trotzdem gibt es noch Strecken, auf denen wir Aufholbedarf haben – zum Beispiel beim Turning. 

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