Marc Márquez: 70,8 Grad Schräglage, Sturz vermieden

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Der wilde Rutscher in Turn 10: Marc Márquez

Der wilde Rutscher in Turn 10: Marc Márquez

Es nimmt manchmal gespenstische Züge an, welche Kunststücke Marc Márquez auf der Werks-Honda vollbringt. Seit heute meistert er sogar 70,8 Grad Schräglage!

Man könnte bald ein Buch darüber schreiben, wie viele gelungene Rettungsversuche der achtfache Weltmeister Marc Márquez nach fast aussichtslosen Slides und Rutschern bei laufender TV-Kamera in seiner MotoGP-Karriere schon zelebriert hat. Und wer glaubt, im Bezug auf diese «Saves» schon alles gesehen und erlebt zu haben, der wurde in Phillip Island heute eines Besseren belehrt.

Denn in der zusätzlichen 20-Minuten-Session, in der die 2020-Slick-reifen von Michelin ausprobiert wurden, erlebte er einen Rutscher, wie man ihn beileibe nicht jeden Tag sieht. Wie geistesgegenwärtig Marc diesen Rutscher abfing, grenzte an ein Wunder. Danilo Petrucci blieb die Spucke weg, er lauerte am Hinterrad des Spaniers.

Die 20-min-Session zählte nicht zu den freien Train ings, die über den direkten Einzug ins Q2 entscheiden. Trotzdem ging Marc Márquez ans Limit. 70,8 Grad Schräglage. In der überhöhten Kurve 10 rutschte ihm das Vorderrad weg, doch der Repsol-Honda-Star (350 von 400 möglichen Punkten in diesem Jahr, seit 13 Grand Prix immer als Erster oder Zweiter auf dem Podest) reagierte instinktiv, fing die Kiste in höchster Not noch ab – und bog dann zur Kurveninnenseite ins Gras ab. Dem Motorrad wurde wieder einmal kein Haar gekrümmt.

Marquez‘ deutscher Data-Recording-Ingenieur Gerold «Ignaz» Bucher förderte dann zutage, dass das Bike 70,8 Grad Schräglage hatte, also quasi schon umgefallen war. Marc fing es trotzdem auf.

Merke: Üblicherweise schaffen die MotoGP-Asse maximal 62 bis 63 Grad Schräglage.

Die Zuschauer an der Strecke und daheim vor den Fernsehern sahen mit Begeisterung zu.

MotoGP-Ergebnis, Phillip Island, FP2 (trocken):

1. Viñales, Yamaha, 1:28,824 min
2. Dovizioso, Ducati, + 0,496 sec
3. Crutchlow, Honda, + 0,501
4. Petrucci, Ducati, + 0,503
5. Miller, Ducati, + 0,520
6. Márquez, Honda, + 0,597
7. Rossi, Yamaha, + 0,612
8. Rins, Suzuki, + 0,648
9. Morbidelli, Yamaha, + 0,894
10. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,967
11. Mir, Suzuki, + 1,051
12. Abraham, Ducati, + 1,173
13.Iannone, Aprilia, + 1,346
14. Bagnaia, Ducati, + 1,602
15. Zarco, Honda, + 1,617
16. Lorenzo, Honda, + 1,882
17. Pol Espargaró, KTM, + 2,035
18. Kallio, KTM, + 2,041
19. Syahrin, KTM, + 2,116
20. Oliveira, KTM, + 2,580
21. Rabat, Ducati, +2,635
Quartararo fehlte nach Crash im FP1

MotoGP FP1 in Phillip Island (nass)

1. Viñales, Yamaha, 1:38,957
2. Miller, Honda, + 0,147
3. Márquez, Honda, + 0,385
4. Rossi, Yamaha, + 0,928
5. Petrucci, Ducati, + 0,953
6. Morbidelli, Yamaha, + 1,363
7. Quartararo, Yamaha, + 1,618
9. Pol Espargaró, KTM, + 1,630
10. Dovizioso, Ducati, + 1,733
11. Abraham, Ducati, + 1,842
12. Rins, Suzuki, + 1,903
13. Zarco, Honda, + 2,095
14. Crutchlow, Honda, + 2,116
15. Mir, Suzuki, + 2,161
16. Bagnaia, Ducati, + 2,223
17. Syahrin, KTM, + 2,414
18. Lorenzo, Honda, + 3,001
19. Kallio, KTM, + 3,349
20. Rabat, Ducati, + 4,590
21. Iannone, Aprilia, + 4,822
22. Aleix, Espargaró, Aprilia, + 5,191

Moto2, Phillip Island, FP2:

Im FP2 der Moto2-Klasse präsentierte sich die Piste trocken und KTM dominierte klar – vier KTM-Piloten klassierten sich in den Top-5. Auf Platz 3 sprengte nur Speed-up-Pilot Jorge Navarro die KTM-Übermacht. Als bester Kalex-Pilot landete Nagashima auf Rang 6. Stark in Form der Schweizer Jesko Raffin, der die japanische NTS im FP2 auf Platz 9 steuerte. Er hat schon 2017 mit Rang 4 beim Australien-GP geglänzt.

1. Martin 1:33,010 min
2. Binder, + 0,343 sec
3. Navarro, + 0,395
4. Lecuona, + 0,464
5. Bezzecchi, + 0,471
6. Nagashima, + 0,590
7. Bulega, + 0,602
8. A. Márquez, + 0,718
9. Raffin, + 0,718
10. Manzi, + 0,793
Ferner:
11. Lüthi, + 0,850
22. Schrötter, + 1,352
25. Aegerter, + 1,877
26. Öttl, + 2,236
27. Tulovic, + 2,326

Moto3, Phillip Island, FP2:

1. Canet 1:36,809 min
2. Dalla Porta, + 0,281 sec
3. Arenas, + 0,451
4. Antonelli, + 0,549
5. Suzuki, + 0,634
6. Migno, + 0,740
7. McPhee, 0,808
8. Fenati, + 0,815
9. Foggia, + 0,880
10. Rodrigo, + 0,994

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