Marc Márquez (6.): «Alle Honda-Fahrer haben Probleme»

Von Günther Wiesinger
MotoGP

Weltmeister Marc Márquez ist nicht zu beneiden. Dem Honda-Star geht es mit der Schulter nicht besser als in Sepang, und das Bike hat diesselben Schwächen wie 2019.

Weltmeister Marc Márquez zog sich am ersten Abend beim IRTA-Test auf dem Losail Circuit in Katar tadellos aus der Affäre. Er schaffte die sechstbeste Zeit und verlor nur 0,361 Sekunden auf die Bestzeit von Alex Rins (Suzuki). «Wir sind heute gut gestartet, aber ich muss dazu sagen, dass wir hier mehr Mühe haben als in Malaysia. Dort war ein anderer Fahrstil gefragt. Aber hier mit den vielen langgezogenen Rechtskurven wird die lädierte rechte Schulter ein bisschen mehr belastet. Deshalb haben wir uns bemüht, die Belastung am ersten Abend nicht zu übertreiben. Wir suchen ein gutes Basis-Set-up, haben aber noch viel Arbeit vor uns. Es ist wie jedes Jahr: Hier in Katar kommen alle Schwachstellen der Honda zum Vorschein. Wir unternehmen alles, um schneller zu werden. Bisher sind wir zu weit von den schnellsten Piloten weg. Aber wir haben noch zwei Tage vor uns.»

Marc Márquez klagte am Samstag über die starke Beanspruchung des Vorderreifens. «Wir haben dasselbe Problem wie im Vorjahr. Wir pushen beim Kurveneingang, als Konsequenz wird der Vorderreifen zu stark beansprucht. Aber wir haben kein Graining, der Reifen ‚körnt‘ nicht, dieses Problem hat uns hier 2019 stark beschäftigt», ergänzte der Repsol-Honda-Star. «Dafür leiden wir an anderen Bereichen. Wir müssen die Balance des Bikes verbessern.»

Marc erklärte in Sepang, seine Schulter sei nach der OP vom 27. November zu 60 oder 70 Prozent wiederhergestellt. Wie fühlte er sich jetzt? Es wurde ja sogar an eine zweite Operation gedacht! Márquez: «Ehrlich gesagt, es geht mir nicht besser als in Sepang. ich würde gern etwas anderes behaupten, aber es ist ein Nerv beschädigt. Und bei einem Nerv spürst du in zwei Wochen keinen Unterschied. Klar, die anderen Muskeln im Körper sind dafür jetzt stärker. ich trainiere sehr viel, um mehr Kraft zu bekommen. Aber die Situation mit diesem Nerv hat sich nicht verändert. Ich bin insgesamt konditionell besser in Form als in Sepang, aber dafür haben wir mit der Honda auf dieser Strecke mehr Mühe. In den Rechtskurven stresse ich die Schulter sehr stark. Wenn sich unser Bike beim Turning besser verhalten würde, wäre es körperlich weniger anstrengend für uns Fahrer. Aber die Honda zählt zu den kräfteraubendsten Motorrädern. Diese langgezogenen Kurven liegen unserem Motorrad überhaupt nicht. Aber vor einem Jahr sind wir hier beim Test auch schwach gestartet und haben uns bis zum Rennen ‚step by step‘ gesteigert.»

«Das ist jetzt unsere Aufgabe. Wir müssen ein spezielles Set-up für den Losail Circuit suchen und näher an die Spitze herankommen», sagte Marc. «Am Charakter der Honda hat sich nichts verändert. Wir wollten ihn ändern, es ist nicht gelungen. Wir haben unser Ziel nicht erreicht.»

Márquez widerspricht, wenn jemand behauptet, die Honda sei für ihn maßgeschneidert worden. «Seit ich 2013 zu Honda gekommen bin, gibt es immer dieselben Sprüche. Aber Cal und ich geben in den letzten drei, vier Jahren die genau gleichen Kommentare zum Motorrad ab. Jorge gab 2019 ähnliche Kommentare ab. Und klar, wenn ich zu 100 Prozent fit bin, kann ich diese Probleme irgendwie umfahren und meistern. Aber wenn ich angeschlagen bin, klappt das nicht, dann fahre ich auf demselben Level wie die anderen Honda-Fahrer. Alle Honda-Fahrer klagen einstimmig über identische Probleme. Deshalb gibt es viel zu tun.»

Katar-Test, MotoGP, 22. Februar, 21 Uhr

1. Rins, Suzuki, 1:54,462 min
2. Mir, Suzuki, 1:54,464 min, + 0,002 sec
3. Viñales, Yamaha, 1:54,494, + 0,032
4. Petrucci, Ducati, 1:54,634, + 0,172
5. Morbidelli, Yamaha, 1:54,700, + 0,238
6. Marc Márquez, Honda, 1:54,823, + 0,361
7. Rossi, Yamaha, 1:54,876, + 0,414
8. Quartararo, Yamaha, 1:55,074, + 0,612
9. Bagnaia, Ducati, 1:55,204, + 0,742
10. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:55,268, + 0,806
11. Dovizioso, Ducati, 1:55,308, + 0,846
12. Zarco, Ducati, 1:55,360, + 0,898
13. Miller, Ducati, 1:55,430, + 0,968
14. Pol Espargaró, KTM, 1:55,449, + 0,987
15. Nakagami, Honda, 1:55,627, + 1,165
16. Binder, KTM, 1:55,644, + 1,182
17. Rabat, Ducati, 1:55,707, + 1,245
18. Oliveira, KTM, 1:55,737, + 1,275
19. Crutchlow, Honda, 1:55,757, + 1,295
20. Lecuona, KTM, 1:56,135, + 1,673
21. Alex Márquez, Honda, 1:56,552, + 2,090
22. Smith, Aprilia, 1:57,027, + 2,565 


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