Paolo Ciabatti: «Petrucci machte sich zu viel Druck»

Von Günther Wiesinger
«Yamaha hat für die Zukunft ausgezeichete und tapfere Entscheidungen getroffen», lobt Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti.

«Yamaha hat ausgezeichnete Arbeit geleistet, das ist meine persönliche Meinung», sagte Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Sie haben eine tapfere Entscheidung getroffen, indem sie nicht auf Valentinos Entscheidung gewartet haben, sondern sich für die Zukunft im Werksteam neu aufgestellt haben. Sie haben zwei junge Fahrer engagiert, die zusammen ungefähr 46 Jahre alt sind. Damit haben sie ein sehr starkes Team für 2021/2022 geformt. Dazu haben sie Jorge Lorenzo als Testfahrer engagiert. Gratulation an Yamaha! Sie haben gute Arbeit geleistet.»

Ducati Corse vertrat bisher meist eine andere Strategie und wartete manchmal zu lange mit neuen Zusagen. Deshalb lief Lorenzo zum Beispiel beim Mugello-GP 2018 zu Repsol-Honda über.

Anderseits: Bei Petrucci blieben die Resultate 2019 aus, nachdem er einen neuen werksvertrag für 2020 unterschrieben hatte. Jack Miller aus dem Pramac-Kunden-Team war dauernd schneller.

Aber Ciabatti gibt zu bedenken: «Es gibt Fahrer, die sich nur aufs Rennfahren fokussieren, wenn sie für die Zukunft einen Vertrag haben. Sie fühlen sich komfortabler, wenn die Zukunft gesichert ist. Andere Fahrer kümmert es nicht, ob sie schon einen Vertrag haben oder nicht. Es ist unterschiedlich, es hängt ganz vom Fahrer individuell ab. Manche Piloten fühlen sich gestresst, wenn sie neben dem Rennfahren noch wochenlang in Vertragsverhandlungen involviert sind. Ihnen gehen die unterschiedlichen Optionen durch den Kopf. Wie gesagt; Manche Fahrer scheren sich nicht darum; sie erledigen einfach ihren Job. Sie geben ihr Bestes und sagen: ‚Wenn die Ergebnisse stimmen, werde ich einen guten neuen Vertrag bekommen‘. Es geht hier nicht um eine gewisse Teampolitik. Man muss jeden Fall einzeln betrachten.»

Cabatti: «Nehmen wir Danilo Petrucci als Beispiel. Ich halte es, ehrlich gesagt, für einen Zufall. Aber er war in der ersten Saisonhälfte 2019 super schnell, bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Als er den neuen Vertrag unterschrieben hatte, wurden die Resultate schwächer. Aber wie gesagt: Es ist bei jeden Fahrer anders.»

Petrucci gewann im Juni 2019 den Mugello-GP in unnachahmlicher Manier. Dann schaffte er noch Platz 3 in Catalunya. Aber bei den letzten zwölf Grand Prix gelang ihm kein Podestplatz mehr. Er fiel in der WM vom dritten auf den sechsten Platz zurück.

Ciabatti: «Danilo sagte den Journalisten, ersei ohne Druck in die Saison 2019 gestartet. Er hat die Saison mit drei sechsten und einem fünften Platz begonnen. Dann hat er von Le Mans bis Catalunya drei Podestplätze hintereinander erzielt. Er hat nachher zwar auch noch gute Leistungen gezeigt, zum Beispiel in Assen. Und auf dem Sachsenring ist er Vierter vor Dovi geworden. Aber danach hat er sich vielleicht zu viel Druck auferlegt. Denn er war Dritter in der WM, damit hätte er einen schönen Bonus kassiert. Er ist dann in eine Abwärtsspirale geraten. Den neuen Vertrag hat er wenige Wochen nach dem Mugello-Sieg unterschrieben.»

Wintertest-Championship 2019/2020

1. Maverick Viñales, Yamaha, 76 Punkte
2. Fabio Quartararo, Yamaha, 74
3. Alex Rins, Suzuki, 55
4. Franco Morbidelli, Yamaha, 48
5. Marc Márquez, Honda, 42
6. Cal Crutchlow, Honda, 39
7. Joan Mir, Suzuki, 38
8. Jack Miller, Ducati, 32
9. Andrea Dovizioso, Ducati, 26
10. Valentino Rossi, Yamaha, 26
11. Pol Espargaró, KTM, 24
12. Danilo Petrucci, Duzcati, 17
13. Pecco Bagnaia, Ducati, 13
14. Aleix Espargaró, Aprilia 13
15. Takaaki Nakagami, Honda, 8
16. Brad Binder, KTM, 7
17. Miguel Oliveira, KTM, 5
18. Tito Rabat, Ducati, 5
19. Andrea Iannone, Aprilia, 3
20. Johann Zarco, Ducati, 2
21. Iker Lecuona, KTM, 2
22. Alex Márquez, Honda, 0

Katar-Test, MotoGP, kombinierte Zeitenliste 3 Tage

1. Maverick Viñales, Yamaha, 1:53,858 min
2. Franco Morbidelli, Yamaha, 1:53,891 min, + 0,033 sec
3. Fabio Quartararo, Yamaha, 1:54,038, + 0,180
4. Alex Rins, Suzuki, 1:54,068, + 0,210
5. Jack Miller, Ducati, 1:54,105, + 0,247
6. Joan Mir, Suzuki, 1:54,129, + 0,271
7. Marc Márquez, Honda, 1:54,149, + 0,291
8. Takaaki Nakagami, Honda, 1:54,239, + 0,381
9. Brad Binder, KTM, 1:54,283, + 0,425
10. Andrea Dovizioso, Ducati, 1:54,312, + 0,454
11. Francesco Bagnaia, Ducati, 1:54,326, + 0,468
12. Valentino Rossi, Yamaha, 1:54,332, + 0,474
13. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:54,432, + 0,574
14. Johann Zarco, Ducati, 1:54,565, + 0,707
15. Pol Espargaró, KTM, 1:54,623, + 0,765
16. Danilo Petrucci, Ducati, 1:54,634, + 0,776
17. Tito Rabat, Ducati, 1:54,674, + 0,816
18. Cal Crutchlow, Honda, 1:54,830, + 0,972
19. Miguel Oliveira, KTM, 1:55,008, + 1,150
20. Iker Lecuona, KTM, 1:55,301, + 1,443
21. Alex Márquez, Honda, 1:55,519, + 1,661
22. Bradley Smith, Aprilia, 1:55,916, + 2,058

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