Paolo Ciabatti (Ducati): Jetzt ganz neue Prioritäten

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Die Ducati GP20 von Andrea Dovizoso: Ca. 12 Tonnen Fracht müssen verladen werden

Die Ducati GP20 von Andrea Dovizoso: Ca. 12 Tonnen Fracht müssen verladen werden

Von den Winter-Testergebnissen redet momentan niemand mehr. Denn die MotoGP-Teams wie Ducati haben momentan andere Sorgen.

Selbst langgediente Motorsport-Manager wie Paolo Ciabatti stehen heute vor ungewöhnlichen neuen Aufgaben. Momentan blicken sie mehr auf die aktuellen Websites mit den live aktualisierten Coronavirus-Fällen auf der ganzen Welt statt auf Trainingsergebnisse oder WM-Stände. Selbst der Auftakt der Moto3- und Moto2-WM vom kommenden Wochenende in Katar rückt in den Hintergrund. Die dringendste Frage: Wann geht die MotoWM 2020 endlich los? Niemand weiß es.

Nach der Absage des MotoGP-Rennens in Katar und der Verschiebung des Thailand-GP in Buri Ram müssen die sechs in Italien stationierten MotoGP-Teams zuerst einmal eine ungeahnte logistische Aufgabe lösen.

Ducati Corse, Pramac Ducati, LCR Honda, Monster Yamaha, Aprilia Racing Gresini und Suzuki Ecstar brauchen Personal ohne italienischen Pass, das beim Räumen der Boxen auf dem Losail International Circuit hilft. Denn das Ducati-Werksteam war beim Doha-Test (22. bis 24.2) in voller Mannstärke vor Ort, reiste dann zurück nach Italien – und jetzt müssten die Italiener bei der Ankunft 14 Tage in Quarantäne.

Die nicht in Italien beheimateten Teams Repsol Honda, Red Bull Factory, Red Bull Tech3 KTM, Avintia Ducati und Petronas-Yamaha haben nur wenig oder gar kein Personal aus Italien. Sie haben jetzt rund 50 Prozent der Crews zurück nach Doha geschickt, um die Fracht vorzubereiten. 

«In unserem Ducati-Werksteam mit Dovi und Danilo sind nur zwei Nicht-Italiener beschäftigt», rechnete Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti heute im Gespräch mit SPEEDWEEK.com vor. «Aber die Mechaniker von Avintia-Ducati werden uns behilflich sein, unser gesamtes Material in die Frachtcontainer zu verladen. Wir haben mit Ruben Xaus von Avintia gesprochen. Dazu haben wir Pedro, einen spanischen Mechaniker von Dovi, bereits in Doha. Wir haben außerdem unseren spanischen Pressemann Artur Vilalta hingeschickt, damit er bei der Kommunikation mit der IRTA helfen kann. Er wird die ganze Koordination unterstützen. Die Crew von Avintia wird zuerst das eigene Material von Johann Zarco und Tito Rabat einpacken und sich dann um das Verpacken unseres Materials kümmern.»

Red Bull KTM hatte ca. 15 Tonnen Fracht in Malaysia, weil auch die Testfahrer Dani Pedrosa und Mika Kallio dort waren. Die MotoGP-Werksteams schicken ca. 12 bis 14 Tonnen zu allen Übersee-GP.

Natürlich hat jeder Rennstall unterschiedliche Frachtkisten und unterschiedliche Boxendekorationen und Werkzeuge, jedes Teil muss aber in den Luftfrachtkisten an einen exakt vorgeschriebenen Platz gesteckt werden.

Ciabatti: «Unsere Mannschaft hat Instruktionen mit Fotos nach Doha geschickt. Die Avintia-Mannschaft weiß, welche Teile bei uns in welche Kisten gesteckt werden müssen. Das ist kein großes Problem. Zum Glück können wir auch Video-Calls machen und bei Ungereimtheiten und Fragen live alles besprechen und erklären.»

Schon vor drei Jahren half das Ducati-Werksteam in Texas am Donnerstag dem Pramac-Team beim Einräumen der Boxen in Austin, weil die Truppe wegen eines abgesagten Fluges aus Argentinien erst am Donnerstagmittag im Paddock eintraf.

Jetzt braucht das Pramac-Ducati-Team wieder Hilfe. «Der spanische Teamkoordinator Fèlix Rodríguez ist dort und weiß, was zu tun ist. Avintia wird ihn unterstützen. Es haben aber auch schon befreundete Moto2-Teams ihre Hilfe angeboten», erzählte Paolo Ciabatti.

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