Danilo Petrucci: «Auf der Piste sind wir wie Killer»

Von Otto Zuber
Danilo Petrucci und Andrea Dovizioso werden nicht mehr lange Ducati-Teamkollegen sein

Danilo Petrucci und Andrea Dovizioso werden nicht mehr lange Ducati-Teamkollegen sein

Ducati-Pilot Danilo Petrucci erinnerte sich beim «MotoGP round table» an seinen Mugello-Sieg, bei dem das gute Verhältnis zu seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso auf die Probe gestellt wurde.

Seinen ersten un bisher einzigen MotoGP-Sieg errang Danilo Petrucci beim Heimspiel in Mugello, indem er sich gegen seinen Ducati-Teamkollegen und Honda-Star Marc Márquez durchsetzte. In der letzten Rennrunde bog das Trio zusammen in die erste Kurve ein und Dovizioso drückte sich auf der Innenseite an Márquez vorbei.

Allerdings musste der 34-Jährige wegen seines Stallgefährten, der innen an Beiden vorbeizog, reagieren. Das warf Dovi schliesslich auf den dritten Platz zurück, während «Petrux» den ersten Platz bejubeln durfte. Das Gesicht des späteren WM-Zweiten sprach Bände, und es dauerte eine Weile, bis sich die Wogen wieder geglättet hatten.

Petrucci erinnert sich im Video-Interview am «MotoGP round table» mit Franco Bobbiese, Manuel Pecino, Giovanni Zamagni, Michel Turco und Mat Oxley: «Natürlich tat es mir wirklich leid, dass ich Andrea überholen musste, um das Rennen zu gewinnen. Hinterher war er auch sehr enttäuscht, denn er wollte das Rennen gewinnen. Das Problem war, dass er genau zwischen mir und Márquez geriet.»

«Einige Tage nach dem Rennen sagte ich ihm, dass es mir sehr, sehr leid tut, aber die Gemüter waren da noch recht erhitzt. Wir haben im November nach der Saison noch einmal darüber gesprochen und ich wiederholte, dass es mir sehr, sehr leid tut und es mir lieber gewesen wäre, er hätte nicht in diesem Spitzenkampf gesteckt», schildert der 29-Jährige aus Terni.

Und Petrucci betont: «Es tat mir sehr leid, aber im Rennen habe ich nur diese eine Lücke in der ersten Kurve gesehen. Ich fand nicht, dass es ein starkes Überholmanöver war, aber ich spürte, dass Andrea nicht sehr glücklich darüber war. Unser Verhältnis ist immer noch gut, aber vielleicht haben wir seitdem verstanden, dass wir wie Killer sind, wenn wir unsere Visiere herunterklappen. Wir können dann keine Rücksicht auf irgendeinen anderen nehmen.»

Währen der Rennwochenenden stehe er immer mit Dovizioso in Kontakt, um einander zu helfen – allerdings nur bis zum ersten Warm-up vor dem Rennen, wie «Petrux» klarstellt. «Danach denkt jeder nur noch daran, wie er vor dem Teamkollegen und allen anderen landen kann», erzählt der spätere WM-Sechste, der nach drei Podestplätzen in den ersten sieben Rennen kein Top-3-Ergebnis mehr erzielt und es in der zweiten Saisonhälfte nicht einmal in die Top-6 geschafft hatte.

Nachdem die Beförderung von Jack Miller ins Ducati-Werksteam für 2021 bestätigt wurde, dürfte sich der Konkurrenzkampf zwischen Petrucci und Dovizioso erneut intensivieren, denn einer der Beiden wird gehen müssen. Petruccis Manager Alberto Vergani ist sich sicher, dass sein Schützling gehen muss. Er erklärte gegenüber «GPOne.com», dass es im Werksteam keinen Platz mehr für Petrucci gibt.

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