Hervé Poncharal: «Wir spüren den Druck von Miguel»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Lokalmatador Miguel Oliveira (Red Bull KTM Tech3) fiel im FP3 beim «Grande Prémio MEO de Portugal» auf Platz 13 zurück. Was Teamchef Hervé Poncharal im Interview dazu sagte.

Red Bull-KTM-Tech3-Teambesitzer Hervé Poncharal erlebte am Freitag in Portimão eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Im ersten freien MotoGP-Training gelang seinem Lokalmatador Miguel Oliveira die Bestzeit, in der Gesamtwertung fiel der Portugiese im FP2 auf Platz 13 zurück. «Für unser Team ist das ein besonderes Rennen. Miguel genießt hier einen unfassbare Support von seinen Landsleuten und Fans. Dadurch entsteht Extra-Druck, das können wir spüren. Miguel weiß, es bestehen sehr hohe Erwartungen. Er will besonders gut abschneiden. Miguel kann in der WM nicht mehr viel ausrichten; er kann also auf ein ordentliches Resultat beim Heim-GP lossteuern.»

«Aber Miguel hat hier als Portugiese keine großen Vorteile, vielleicht hat er hier in der Vergangenheit ein paar Runden mehr gedreht als die Gegner. Aber er ist heute hier zum ersten Mal mit dem MotoGP-Bike gefahren und sagte mir dann, er musste alles neu adjustieren. Er hat im FP1 die Bestzeit erzielt und anfangs auch im FP2 geführt. Aber jetzt müssen wir uns im FP3 anstrengen, wenn wir direkt ins Q2 kommen wollen», sagte Poncharal. «Die Abstände sind wie immer sehr gering. Wir haben heute in beiden Trainings mehr ‘track time‘ bekommen als üblich, aber daraus haben alle Fahrer ihren Nutzen gezogen. Jetzt bin ich gespannt auf das FP3.»

Weil Iker Lecuona positiv auf Corona getestet wurde, verpasst er das dritte Rennen in Serie. KTM-Testfahrer Mika Kallio (37) springt für ihn ein. «Mika hat am Mittwoch hier bei seiner Ankunft gestrahlt wie ein kleiner Junge unter dem Weihnachtsbaum», schilderte Poncharal. «Aber er hat uns erzählt, dass er in diesem Jahr erst eineinhalb Tage auf der KTM RC16 gesessen ist. Denn die meiste Testarbeit hat Dani Pedrosa erledigt. Wir dürfen deshalb nicht zu viel von ihm erwarten. Er hat hier eine schwierige Aufgabe, weil er körperlich sicher nicht ganz fit ist. Aber er ist froh, hier sein zu dürfen. Bei Mika ist das Gegenteil von Miguel der Fall. Er hat null Druck, er kann entspannt ans Werk gehen. Und wenn KTM oder WP neues Material zu testen haben, wird er als Testfahrer benutzt.»

«Aber ich möchte auch erwähnen, dass ich sehr froh bin, dass es uns gelungen ist, die geplanten 14 MotoGP Grand Prix alle durchführen zu können», atmete Poncharal auf. «Dazu möchte ich als IRTA-Präsident allen Beteiligten gratulieren, vor allem der Dorna. Und ich denke, Portimão ist ein großartiger Schauplatz für ein WM-Finale. Eine wundervolle Piste, erstklassiges Wetter.»

Ergebnisse MotoGP, kombinierte Zeiten nach FP2, Portimão

1. Zarco, Ducati, 1:39,417 min
2. Viñales, Yamaha, + 0,119 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,228
4. Quartararo, Yamaha, + 0,275
5. Binder, KTM, + 0, 280
6. Mir, Suzuki, + 0,315
7. Dovizioso, Ducati, + 0,324
8. Pol Espargaró, KTM, + 0,366
9. Miller, Ducati, + 0,403
10. Morbidelli, Yamaha, + 0,471
11. Bradl, Honda, + 0,492
12. Nakagami, Honda, + 0,522
13. Oliveira, KTM, + 0,529
14. Crutchlow, Honda, + 0,549
15. Bagnaia, Ducati, + 0,560
16. Savadori, Aprilia, + 0,668
17. Rins, Suzuki, + 0,796
18. Márquez, Honda, + 0,921
19. Petrucci, Ducati, + 1,190
20. Rabat, Ducati, + 1,839
21. Rossi, Yamaha, + 1,862
22. Kallio, KTM, + 2,409

Ergebnisse MotoGP FP1, Portimão:

1. Oliveira, KTM, 1:40,122 min
2. Viñales, Yamaha, + 0,040 sec
3. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,114
4. Savadori, Aprilia, + 0,175
5. Pol Espargaró, KTM, + 0,558
6. Crutchlow, Honda, + 0,573
7. Mir, Suzuki, + 0,734
8. Quartararo, Yamaha, + 0,755
9. Nakagami, Honda, + 0,756
10. Bradl, Honda, + 0,798
11. Rins, Suzuki, + 0,838
12. Dovizioso, Ducati, + 0,839
13. Morbidelli, Yamaha, + 1,045
14. Zarco, Ducati, + 1,059
15. Alex Márquez, + 1,106
16. Miller, Ducati, + 1,149
17. Bagnaia, Ducati, + 1,311
18. Petrucci, Ducati, + 1,806
19. Rossi, Yamaha, + 1,824
20. Binder, KTM, + 1,960
21. Rabat, Ducati, + 3,032
22. Kallio, KTM, + 3,788

Zum Vergleich Portimão-Test, 7. und 8. Oktober 2020:

1. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:40,170 min.
2. Michele Pirro, Ducati, 1:40,435
3. Stefan Bradl, Honda, 1:40,833
4. Bradley Smith, Aprilia, 1:41,112
5. Sylvain Guintoli, Suzuki, 1:41,153
6. Lorenzo Savadori, Aprilia, 1:41,483
7. Dani Pedrosa, KTM, 1:41,627
8. Jorge Lorenzo, Yamaha, 1:43,163
9. Maverick Viñales, Yamaha, 1:43,699*
10. Miguel Oliveira, KTM, 1:44,700*
11. Brad Binder, KTM, 1:44,820*

* auf Superbike-Maschinen

Ergebnisse Moto3, kombinierte Zeitenliste nach FP2, Portimão

1. Arenas, KTM, 1:47,987 min
2. Alcoba, Honda, + 0,201 sec
3. Suzuki, Honda, + 0,374
4. Fernandez, KTM, + 0,385
5. Masia, Honda, + 0,519
6. Foggia, Honda, + 0,575
7. Öncü, KTM, + 0,578
8. Arbolino, Honda, + 0,580
9. Ogura, Honda, + 0,614
10. Nepa, KTM, + 0,677
11. Fenati, Husqvarna, + 0,710
12. McPhee, Honda, + 0,824
13. Dupasquier, KTM, + 0,880
14. Garcia, Honda, + 0,900

Ferner:
31. Kofler, KTM, + 1,857

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