Marc Márquez vor Comeback: «Habe nur einen Körper»

Von Tim Althof
MotoGP
Marc Márquez ist gespannt auf seine ersten MotoGP-Kilometer nach der Verletzung

Marc Márquez ist gespannt auf seine ersten MotoGP-Kilometer nach der Verletzung

Honda-Superstar Marc Márquez wird am kommenden Wochenende in Portimão sein MotoGP-Comeback feiern. Der Spanier sprach am Donnerstag in der Pressekonferenz über die Sorgen und die Erwartungen vor dem ersten Training.

Neun Monate nach seinem schweren Sturz und dem Comeback-Versuch eine Woche später in Jerez wagt sich der achtfache Motorrad-Weltmeister Marc Márquez mit seiner MotoGP-Honda zurück auf die Strecke. Auf der Berg-und-Tal-Bahn von Portimão wird der 28-Jährige die Honda von HRC-Testfahrer Stefan Bradl übernehmen, nachdem dieser zuletzt 13 Rennen auf der RC213V im Einsatz war.

«Es ist sehr schön, endlich wieder zurück zu sein und alle wieder zu sehen», freute sich Márquez zu Beginn der Pressekonferenz in Portugal. «Es waren sehr, sehr harte und schwierige neun Monate für mich. Am Freitag ist es Zeit, um den wichtigsten Schritt während meiner Rehabilitierung zu gehen, denn ich werde erstmals wieder ein MotoGP-Bike fahren. Es ist wahr, dass ich nervös bin und ich habe einige Schmetterlinge im Bauch, die ich normalerweise nicht kenne. Ich bin mir aber sicher, dass dieses Gefühl nach FP1 verschwinden wird.»

Bereits vor dem Saisonstart kehrte der Honda-Star zurück auf die Rennstrecke, denn bei privaten Trainings in Barcelona und Portimao drehte er auf Straßenbikes einige Runden, um zu sehen, wie seine Genesung fortgeschritten ist. «Ich habe am Donnerstag erstmals alle Teammitglieder wiedergesehen, vor allem die Leute aus Japan. Die meisten spanischen Mechaniker habe ich bereits bei unseren privaten Tests getroffen. Alle sind sehr motiviert, aber sie haben mir gleich gesagt, dass wir an diesem Wochenende keine Ziele haben», sagte der Spanier und betonte anschließend: «Ich werde nicht derselbe Marc sein, wie man ihn kennt, denn ich brauche Zeit.»

2020 sollte Marc Marquez an der Seite seines Bruder Alex im Repsol Honda Team unterwegs sein, doch nach seinem Crash in Jerez musste er seinem jüngeren Bruder von zu Hause aus zusehen. «Es war sehr komisch, die Rennen von zu Hause zu sehen, besonders ganz am Anfang. Nach einiger Zeit wurde es aber relativ normal für mich, denn es war ein großer Spaß, alles im TV zu sehen. Es war sehr schwierig, mich gegen einen Start in Katar zu entscheiden, denn ich war eigentlich startklar, aber noch nicht 100 Prozent», erklärte der Superstar und fügte hinzu: «Die Ärzte hielten mich letztendlich davon ab und ich habe mich an diese Anweisungen gehalten. Die Sorgen, ob ich jemals wieder fahren kann und auch, ob mein Arm wieder normal sein würde, waren sehr groß in den neun Monaten. Ich bin jederzeit optimistisch geblieben und die Leute um mich herum haben mich stets motiviert.»

Die Abwesenheit von Marquez machte sich auch bei seinem Arbeitgeber bemerkbar, denn 2020 gelang Honda kein Sieg. «Honda ist nicht in der besten Situation und ich habe schon mit den japanischen Mitarbeitern von Honda gesprochen, um zu verstehen, wo das Problem liegt, denn am Ende geht es darum, einen Kompromiss zu finden, dass alle Honda-Fahrer das Bike schnell bewegen können und ein starkes Level erreichen können», ist er überzeugt. «Honda hat starke Fahrer, mit Pol Espargaró, der mit der KTM oft auf dem Podium stand, Nakagami, der bereits lange in der MotoGP unterwegs ist und meinem Bruder, der Moto2-Weltmeister ist.»

«Sie alle haben die gleichen Probleme wie zuvor, als ich zuletzt auf dem Motorrad unterwegs war. Es geht darum, weniger zu stürzen, das Limit zu finden und das Selbstvertrauen zurückzugewinnen», beschrieb der 82-fache GP-Sieger. «Es wird viel daran gearbeitet und das Motorrad unterscheidet sich nur kaum vom Vorjahresmodell, trotzdem gibt es einige Updates. Ich fahre in FP1 nicht mein Motorrad, ich werde direkt mit dem Bradl-Bike starten, denn es hat die neusten Teile verbaut. Anschließend möchte ich mein Motorrad bauen und einige Kompromisse eingehen, um zurück zum Top-Level zu kommen.»

«Der Freitag wird wie eine private Testfahrt für mich sein, wir müssen sehen, wie ich mich auf dem Motorrad fühle. Aber ich habe gegenüber Honda bereits ganz klar gesagt: Ich habe absolut kein Ziel an diesem Wochenende. Ich weiß nicht, wie lange ich brauchen werde, um wieder vollständig da zu sein», sagte Márquez und fügte abschließend hinzu: «Was ich aus dieser Situation gelernt habe? Wir haben sehr viel Rennen im Leben, aber nur einen Körper.»

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