Pit Beirer: Die Fakten zu Oliveira, Gardner & GASGAS
Pit Beirer, Motorsport-Direktor von KTM, GASGAS und Husky, verrät alle Details zu den Verträgen mit Oliveira, Raúl Fernández und Gardner. Den GASGAS-MotoGP-Einstieg dementiert er nicht.
Lando Norris ist Formel-1-Weltmeister 2025, mit Rang 3 in Abu Dhabi hat er sich erstmals den Titel gesichert, als elfter Fahrer aus Grossbritannien. Aber wer ist dieser Lando Norris eigentlich?
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Die Pierer Mobility AG mit den Marken KTM, GASGAS, Husqvarna und CFMOTO dominierte bei der Dutch-TT in Sassen in der Moto3-Klasse, denn Sasaki siegte auf der Husqvarna vor den beiden GSAGAS-Piloten Guevara und Garcia, auf Platz 5 landete Artigas (CF-Moto), dann folgten vier KTM auf den Plätzen 6 bis 10. Nur eine Honda (Suzuki auf Platz 4) störte das Pierer-Idyll. Und in der WM-Tabelle liegt Foggia als bester Honda -Fahrer bereits 67 Punkte hinter Leader Garcia.
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Auch in der Moto2-Klasse gab es für die Österreicher Grund zum Jubel: Augusto Fernandez aus dem Red Bull KTM-Ajo-Team gelang der dritte Saisonsieg; er liegt jetzt mit 146 Punkte ex-aequo mit Vietti an der Tabellenspitze.
In der MotoGP-Klasse vermerkte KTM in Assen im Qualifying die Plätze 8 und 10 durch Oliveira und Binder, im Rennen kassierte Binder Platz 5 ein (nur 2,7 sec hinter Sieger Bagnaia), Oliveira sicherte sich zum vierten Mal in Serie Rang 9 – wie in Mugello, Catalunya und auf dem Sachsenring.
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Aber Pit Beirer, Motorsport-Direktor der Pierer Mobility AG, hatte in den letzten Wochen alle Hände voll zu tun, um die restlichen drei MotoGP-Plätze für 2023 zu besetzen. Denn nur Brad Binder hatte einen fixen Vertrag bis Ende 2024 in der Tasche.
Lando Norris ist Formel-1-Weltmeister 2025, mit Rang 3 in Abu Dhabi hat er sich erstmals den Titel gesichert, als elfter Fahrer aus Grossbritannien. Aber wer ist dieser Lando Norris eigentlich?
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Inzwischen hat KTM längst bestätigt, dass Jack Miller bei Red Bull-KTM den Platz von Oliveira übernehmen wird. Pol Espargaró kehrt nach zwei missglücktem Honda-Jahren zur Pierer-Gruppe zurück, er wird die Nummer 1 bei Tech3 bilden, und das französische Team von Hervé Poncharal wird 2023 von der KTM RC16 auf eine baugleiche 1000-ccm-V4-GASGAS-Maschine umsteigen.
Als zweiter Fahrer bei GASGAS-Tech3 wird aller Voraussicht nach der aktuelle Moto2-Weltmeister Remy Gardner antreten. Der Pierer-Konzern wird also beide MotoGP-Australier unter Vertrag haben. Im Interview mit SPEEDWEEK.com nahm der 49-jährige Pit Beirer erstmals detailliert zu den MotoGP-Transfers Stellung.
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Pit, bisher hat KTM nur das Red Bull Factory besetzt – mit Binder und Miller. Aber wenn ich behaupte, Pol Espargaró wird zurückkommen und 2023 bei Tech3 fahren, wirst du nicht heftig widersprechen? Das war für mich eine ganz neue Information, die ich SPEEDWEEK.com entnommen habe. Aber wenn es bei SPEEDWEEK steht, ist es meist ein sehr hartnäckiges Gerücht. Doch ich möchte mich momentan extrem intensiv mit den Fahrern beschäftigen, die wir gerade aktuell unter Vertrag haben. Wir haben ja noch eine halbe Saison vor uns, die wir noch erfolgreich umdrehen wollen. Trotzdem bleibt auch die Zukunft interessant. Bei Tech3 fahren jetzt Remy Gardner und Raúl Fernández. Der Spanier möchte mit Oliveira zu WithU-Aprilia gehen. Aber er muss bei KTM eine Ablöse bis zu 1,3 Millionen Euro bezahlen?
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Dieser Betrag stimmt nicht. Aber Raúl Fernández hat wie Miguel Oliveira ein Vertragsverhältnis mit uns. Und das gehört ordentlich aufgelöst. Mehr will ich dazu nicht sagen, weil das eine ungelöste Geschichte ist. Miguel Oliveira muss sich bei KTM nicht freikaufen? Ja, Miguel ist frei, weil wir bei ihm die Vertragsverlängerung nie eingelöst haben. Wir haben das aufgrund der guten Freundschaft, die wir mit ihm haben, so vereinbart. Er hat zwar nach wie vor die Möglichkeit, mit uns für 2023 über einen Platz bei Tech3 zu reden und zu verhandeln. Das Angebot steht immer noch im Raum.
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Aber Miguel hat von uns keine Stolpersteine, die ihn hindern würden, woanders einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Er muss sich überhaupt nicht freikaufen. Denn wir respektieren, was er in den sieben Jahren bei uns geleistet hat. Bei KTM-Tech3-Pilot Remy Gardner gab es Ende Mai Unstimmigkeiten. Du hast seinen Manager Paco Sanchez als die schlimmste Seuche neben Covid bezeichnet, weil er ein missglücktes Interview gegeben und Remys Gage für 2023 und die Technikcrew von Tech3 kritisiert hat. Gibt es inzwischen wieder eine Gesprächsbasis? Da muss niemand zu Kreuze kriechen. Paco Sanchez hat mich mit seinen Aussagen brutal genervt. Ich habe mich dann auf SPEEDWEEK.com dazu geäussert, somit ist das für mich erledigt. Ich werde mit ihm ganz normal verhandeln, was den Remy angeht, denn wir sind nach wie vor sehr motiviert, unser MotoGP-Projekt mit Remy hinzukriegen. In Barcelona und auf dem Sachsenring hat Remy zwei echt gute Wochenenden gehabt. In Assen war es wieder viel schwieriger. Aber ich halte es nach wie vor für möglich, Remy als Rookie regelmäßig in den Punkten zu platzieren. Das ist ein realistisches Ziel für die zweite Saisonhälfte.
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Wir haben die Zukunft mit Remy alles andere als aufgegeben; das wollen wir besser hinkriegen. Wir würden am liebsten 2023 mit ihm weitermachen. Also wird man sich einigen? Hervé Poncharal möchte ihn ja auch gern behalten. Ja, aber wir haben jetzt bemerkt, dass wir nicht automatisch auf unsere Verträge bestehen sollten, wenn die Fahrer bei uns nicht ganz happy und zufrieden sind. Sonst wird es schwierig, sobald der Weg steinig wird. Und in der MotoGP gibt es kein Wochenende, an dem der Weg nicht steinig ist. In dieser Situation musst du zusammenhalten, als Team, als Mannschaft, als Freunde. Deshalb wollen die Option auf Remy nicht gegen seinen Willen einlösen, sondern wir wollen uns gemeinsam an einem Tisch setzen und überlegen, ob es das Richtige ist, wenn wir weiter gemeinsam in die Zukunft starten. Da wollen wir uns noch etwas Zeit lassen, denn dieses Commitment wollen wir auch von Remys Seite hören, dass er ans Projekt, ans Team und ans Bike glaubt. Denn wir glauben an ihn.
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Es gab in letzter Zeit einige Rennen, bei denen Brad Binder nur 4 Sekunden auf den Sieger verloren hat, gestern in Assen nur 2,7 sec. Die KTM RC16 ist also kein hoffnungsloser Fall. Ja, das Ziel Podium ist vom Bike-Speed und vom Fahrkönnen unserer Piloten her wieder in greifbarer Nähe. Dazu haben wir für nächstes Jahr beim Material mehr als nur kleine Schritte geplant. Da wird einiges an die Strecke kommen, mit dem die Fahrer viel Freude haben werden. Doch wir wissen: Die Konkurrenz wird nicht schlafen. Deshalb brauchst du volles Vertrauen von beiden Seiten. Vom Hersteller in die Fahrer und von den Fahrern zum Hersteller.
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Denn an der Spitze in der MotoGP geht es sehr eng zu. Deshalb muss man echt zusammenhalten, wenn man bestehen will. An welches Fabrikat muss Remy Gardner für 2023 bei Tech3 glauben – an KTM oder GASGAS? Nach meinen Informationen wird es eine baugleiche GASGAS sein. Deshalb macht die Rückkehr von Pol Espargaró doppelt Sinn. Bei dieser Frage muss ich dich an meinen Chef Stefan Pierer verweisen. Ich möchte bei der Markenpolitik der Gruppe unserem Vorstandsvorsitzenden nicht vorgreifen. Ich kann versprechen: Mit KTM sind wir sicher dabei. Alles andere muss mir Herr Pierer noch mitteilen.
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