«Wow»: Enea Bastianinis Reaktion auf Pokémon-Ducati

Von Nora Lantschner
Passend zu seinem Spitznamen «Bestia» zeigte sich Enea Bastianini am Freitagnachmittag in Silverstone erstmals mit neuen Wings an seiner Ducati, die sein Bike zum Pokémon machen, befand der Italiener.

«Auf ein MotoGP-Bike zu steigen, löst immer unglaubliche Emotionen aus – diese Bikes sind wirklich stark», grinste Enea Bastianini. Vor der gut fünfwöchigen Sommerpause tat sich der dreifache Saisonsieger schwer, nach Tag 1 in Silverstone und dem achten Platz in der kombinierten Zeitenliste zeigte er sich vorsichtig optimistisch.

«Die erste Session war schwierig, aber nützlich, um sich wieder ans Motorrad anzupassen und das Gefühl zu finden», berichtete der Gresini-Ducati-Star. «Im FP2 versuchte ich dann, ein bisschen mehr zu pushen. Die Zeitenjagt hat recht gut geklappt, ich bin recht zufrieden. Noch sind wir nicht bei 100 Prozent, aber ich würde sagen, dass wir im Gegensatz zum Finale der ersten Saisonhälfte bereits einen schönen Schritt gemacht haben. Positiv ist, dass ich offenbar das Gefühl zur Front wieder ein bisschen gefunden habe. Das Hinterrad ist im Kurvenausgang aber noch etwas unruhig, daran müssen wir arbeiten. Mit Sicherheit muss aber auch ich bei der Linienwahl noch einen Schritt machen. Soweit bin ich aber glücklich.»

Unabhängig vom Ergebnis waren im FP2 am Freitagnachmittag jede Menge Augen auf Bastianini gerichtet. Denn beim Thema Aerodynamik warten die italienischen Hersteller immer wieder mit Neuheiten auf: Aprilia testete in Mugello Ende Mai erstmals einen Heckspoiler, der an einen kleinen Formel-1-Heckflügel erinnerte. Nach der Sommerpause brachte nun Ducati an den Desmosedici von Bastianini und Jorge Martin seitliche Flügelchen hinter dem Sitz an.

Wie jeder aerodynamische Kniff sorgte die Neuheit für reichlich Gesprächsstoff im Fahrerlager: Die Form ähnle einem Drachen, meinten einige Beobachter. Yamaha-Star Fabio Quartararo befand dagegen: «Es sieht ein bisschen wie bei Fast & Furious aus.»

Bastianini selbst schmunzelte: «Ich habe die Fotos gesehen, es sieht aus wie ein Pokémon. Das ist gut, ich mag das Design. Als ich die Flügel zum ersten Mal gesehen habe, war meine Reaktion: ‚Wow.‘ Es ist damit nur schwieriger, auf das Motorrad zu steigen, danach ist es nicht schlecht.»

Wie fühlt sich die Pokémon-GP21 beim Fahren an? «Das Gefühl ist für den Moment gut. Morgen müssen wir es aber noch besser testen und mit der normalen Variante vergleichen. Es ist wichtig zu verstehen, ob es besser ist oder nicht. Mein erster Eindruck war aber gut, vor allem auf der Bremse ist es stabiler. Für den Speed scheint es auch nicht schlecht.»

Falls sich am Samstag bestätigt, dass die Rundenzeiten und das Gefühl mit den neuen Wings besser sind, schließt die «Bestia» nicht aus, auch das Rennen damit zu bestreiten.

Übrigens: Jorge Martin wollte noch kein Urteil fällen. Der Pramac-Jungstar verriet aber so viel: «Es fühlte sich in den Richtungswechseln etwas schwieriger und auf den Geraden etwas besser an. Am Ende ist es ein Kompromiss, wir müssen noch analysieren, ob es mit oder ohne Wings besser ist.»

MotoGP, kombinierte Zeiten nach FP2, Silverstone (5. August):

1. Quartararo, Yamaha, 1:58,946 min
2. Mir, Suzuki, + 0,154 sec
3. Viñales, Aprilia, + 0,177
4. Zarco, Ducati, + 0,188
5. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,207
6. Oliveira, KTM, + 0,217
7. Rins, Suzuki, + 0,300
8. Bastianini, Ducati, + 0,412
9. Miller, Ducati, + 0,418
10. Bezzecchi, Ducati, + 0,432
11. Bagnaia, Ducati, + 0,439
12. Marini, Ducati, + 0,450
13. Martin, Ducati, + 0,711
14. Alex Márquez, Honda, + 0,843
15. Bradl, Honda, + 0,855
16. Pol Espargaró, Honda, + 0,906
17. Di Giannantonio, Ducati, + 1,040
18. Nakagami, Honda, + 1,057
19. Dovizioso, Yamaha, + 1,097
20. Morbidelli, Yamaha, + 1,192
21. Brad Binder, KTM, + 1,198
22. Gardner, KTM, + 1,208
23. Darryn Binder, Yamaha, + 2,582
24. Raúl Fernández, KTM, + 2,632

MotoGP-Ergebnis FP1, Silverstone:

1. Zarco, Ducati, 1:59,893 min
2. Bagnaia, Ducati, + 0,027 sec
3. Rins, Suzuki, + 0,327
4. Quartararo, Yamaha, + 0,545
5. Nakagami, Honda, + 0,555
6. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,737
7. Viñales, Aprilia, + 0,906
8. Mir, Suzuki, + 0,950
9. Martin, Ducati, + 1,055
10. Brad Binder, KTM, + 1,101
11. Pol Espargaró, Honda, + 1,147
12. Miller, Ducati, + 1,162
13. Bezzecchi, Ducati, + 1,219
14. Oliveira, KTM, + 1,227
15. Alex Márquez, Honda, + 1,281
16. Bastianini, Ducati, + 1,326
17. Gardner, KTM, + 1,646
18. Raúl Fernández, KTM, + 1,685
19. Marini, Ducati, + 1,714
20. Dovizioso, Yamaha, + 1,855
21. Morbidelli, Yamaha, + 1,882
22. Bradl, Honda, + 2,169
23. Di Giannantonio, Ducati, + 2,286
24. Darryn Binder, Yamaha, + 2,672

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