Weltmeister Marc Márquez über Erfolgsfaktoren 2013

Von Gerraint Thompson
MotoGP
Marc Márquez ist der jüngste Weltmeister der Königsklasse und brach als Rookie unzählige Rekorde, doch was waren die siegbringenden Erfolgsfaktoren? Das Repsol-Team, die Honda oder doch pures Talent?

Sechs Siege, 16 Podestplätze in 18 Rennen und 334 WM-Punkte – Die Rookie-Saison von MotoGP-Weltmeister Marc Márquez lieferte beeindruckende Zahlen und viele Rekorde. Dies gelang ihm nicht zuletzt, weil die Rookie-Regel abgeschafft wurde, er direkt in das Honda-Werksteam aufsteigen durfte und mit der Honda RC213V ein sehr starkes Bike, wahrscheinlich sogar das beste in diesem Jahr, fuhr. Nun sprach der erst 20-jährige Spanier über die Erfolgsfaktoren in seiner ersten Saison als Königsklasse-Pilot.

Marc, deine Ankunft in der MotoGP-Klasse wurde mit Spannung erwartet. War der Weltmeistertitel bereits dein großes Ziel, als du dich beim ersten Rennen in Katar auf deine Honda geschwungen hast?

«Nein, ich habe natürlich nicht mit dem Titel gerechnet. Es war nicht geplant, aber mein Ziel war es, um Siege zu kämpfen. Ich habe die Mentalität, immer um Podestplätze und Siege zu fighten. Doch ich habe nicht erwartet, dass ich konstant mit der Spitze mithalten kann, um den Titel kämpfe und ihn am Ende auch noch gewinne. Es war eine riesige Überraschung. Von Anfang an konnte ich mit der Maschine Rekorde setzten und das war sehr wichtig.»

Denkst du, dass dein direkter Weg als Rookie in das Honda-Werksteam den Unterschied gemacht hat und dir so den WM-Titel ermöglichte oder hättest du das auch bei LCR oder Gresini geschafft?

«Das ist schwierig zu sagen, denn ich weiß es nicht. Ich habe dieses Bike nicht getestet und ich weiß nicht, auf welchem Level es sich befindet. Wie ich es gesehen habe, sind die Maschinen sich sehr ähnlich. Es ist aber wahr, dass die Updates erst etwas später weitergegeben werden. Es hat mir natürlich sehr geholfen, im Honda-Werksteam zu sein.»

Wir wissen alle, dass die Honda RC213V ein großartiges Motorrad ist. Gibt es an dieser Maschine trotzdem noch Komponenten, die du gerne verbessern würdest?

«Man kann sicherlich viele Dinge verbessern, vor allem den Speed in der Kurvenmitte und den Seitengrip. Auch die Traktion während der Kurvenausfahrt und die Stabilität könnten an diesem Punkt besser sein. Unser Gesamtpaket ist aber sehr gut und ich fühle mich wohl.»

Am Seitengrip und am Speed in der Kurvenmitte willst du 2014 also verstärkt arbeiten?

«Ja, ich habe die neue Maschine bereits getestet und wir haben uns in diesem Punkt schon etwas verbessert. Trotzdem gibt es natürlich auch negative Aspekte. Trotzdem lieferte der Test gute Erkenntnisse und nun können die Konstrukteure über den Winter hinweg an neuen Komponenten arbeiten.»

2014 dürfen über die Renndistanz nur mehr 20 statt 21 Liter verbraucht werden. Musst du daher deinen Fahrstil ändern?

«Das müssen wir erst abwarten. Ich muss meine Linien noch konsequenter fahren und etwas sanfter agieren. Zudem will ich meine Starts verbessern, denn durch diese Punkte habe ich in diesem Jahr Zeit verloren.»

Du hast nach Casey Stoners Rücktritt im Repsol-Honda-Team eine große Lücke gefüllt. Wann hast du realisiert, dass du auch den Titel holen kannst?

«Erst nach dem Brünn-GP habe ich es Stück für Stück realisiert. Zu diesem Zeitpunkt musste ich es jedoch erkennen. Auch in Silverstone habe ich es während des Rennens, in dem ich verletzt war, bemerkt, denn Dani Pedrosa war am Limit und ich konnte mit ihm kämpfen und ihn im Fight um Rang 2 besiegen.»

Wer stellt 2014 die größte Gefahr für dich dar und welche Fahrer sind die Aufsteiger der Zukunft? Dein Bruder Álex?

«2014 wird sich einiges verändern, denn die Regeln sind anders und es wird wichtig sein, wie gut man das Bike an diese neuen Richtlinien anpasst. Trotz allem wird Jorge Lorenzo sehr stark sein und auch Dani Pedrosa. Pol Espargaró wird ebenfalls einen guten Job machen. Wir müssen abwarten, ob er in jedem Rennen stark ist. Ein junges Talent aus der Moto3-Klasse ist sicherlich mein Bruder Álex. Vielleicht kann er erstmals um den Titel kämpfen. Er braucht noch mehr Erfahrung, aber er macht einen großartigen Job.»

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