Jonathan Rea (2.): «Ich hatte nicht die Eier dafür»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Johnny Rea war bei der Reifenwahl konservativ

Johnny Rea war bei der Reifenwahl konservativ

Weil WM-Widersacher Scott Redding seine Ducati im Kies versenkte, ist der zweite Platz im ersten Superbike-Rennen in Aragon für den Gesamtführenden Jonathan Rea (Kawasaki) besonders wertvoll.

Dass wir Rekordweltmeister Jonathan Rea auf Platz 2 liegend eine ganze Gerade hinter dem Sieger sehen, kommt selten vor. Das unterstreicht zusätzlich, wie dominant Michael Ruben Rinaldi aus dem Team Go Eleven Ducati am größten Tag seines Sportlerlebens war.

Obwohl sich Rea mit der Rekordrunde 1:48,767 min für Startplatz 1 qualifiziert hatte, konnte er den heranstürmenden Rinaldi (Startplatz 2) nur wenige Kurven halten. Im Gegensatz zum Nordiren hatte sich der Italiener für den weichen SCX-Hinterreifen entschieden, der zumindest in der ersten Rennhälfte einigen zusätzlichen Grip bietet und zirka 0,4 sec pro Runde bringt.

Doch Rinaldi war auch in der zweiten Hälfte überragend und gewann im 66. Anlauf sein erstes Superbike-Rennen.

«Der erste Sieg ist der vermeintlich schwierigste, aber dieser war sehr einfach für ihn», kommentierte Rea. «Unser Rückstand auf Michael ist zu groß, wir werden am Sonntag aber wieder das Podium anpeilen. Dass ich mich zwischen die Ducati geschoben habe und vor den Werksmaschinen ins Ziel gekommen bin, müssen wir als gute Arbeit werten. Im Superpole-Race am Sonntagmorgen zählt eine andere Strategie, da kann ich wieder den Sieg ins Auge fassen. Danach werden wir uns überlegen, welches Risiko wir bei der Reifenwahl für Rennen 3 eingehen wollen.»

«Als mich Michael überholte, hatte er schon nach zwei Kurven einen Vorsprung», schilderte Rea. «Ich fuhr mit dem SCX im Training eine Renndistanz und er war gut. Ich hatte aber nicht die Eier, um ihn zu wählen. Ich sprach sogar mit Pirelli-Rennchef Giorgio Barbier, wir entschieden uns aber für die weniger aggressive Strategie bei der Reifenwahl.»

Weil Ducati-Werksfahrer Scott Redding auf Platz 3 liegend stürzte, konnte Rea seinen Vorsprung in der Gesamtwertung von 10 auf 30 Punkte ausbauen. «Wir wussten vorher, dass dieses Wochenende entscheidend für uns sein würde», hielt Rea fest, der Aragon immer als das schwierigste Rennen für die ZX-10RR in der zweiten Saisonhälfte einstufte.

Ergebnis Superbike-WM, Aragon/2, Lauf 1
Pos Fahrer Motorrad Zeit/Diff
1. Michael Rinaldi Ducati 33:19,700 min
2. Jonathan Rea Kawasaki + 5,888 sec
3. Chaz Davies Ducati + 10,035
4. Michael van der Mark Yamaha + 15,965
5. Toprak Razgatlioglu Yamaha + 19,357
6. Alex Lowes Kawasaki + 24,138
7. Leon Haslam Honda + 24,275
8. Eugene Laverty BMW + 24,749
9. Federico Caricasulo Yamaha + 25,437
10. Tom Sykes BMW + 26,796
11. Garrett Gerloff Yamaha + 27,354
12. Loris Baz Yamaha + 28,096
13. Xavi Fores Kawasaki + 33,131
14. Matteo Ferrari Ducati + 41,500
15. Takumi Takahashi Honda + 41,565
16. Maximilian Scheib Kawasaki > 1 min
17. Roman Ramos Kawasaki > 1 min
out Alvaro Bautista Honda  
out Scott Redding Ducati  
out Marco Melandri Ducati  
out Sylvain Barrier Ducati  

 

 

Stand Superbike-WM nach Lauf 1 in Aragón/2
Pos Fahrer Motorrad Punkte
1. Jonathan Rea Kawasaki 209
2. Scott Redding Ducati 179
3. Chaz Davies Ducati 136
4. Toprak Razgatlioglu Yamaha 135
5. Michael van der Mark Yamaha 123
6. Alex Lowes Kawasaki 112
7. Michael Rinaldi Ducati 104
8. Álvaro Bautista Honda 77
9. Loris Baz Yamaha 68
10. Leon Haslam Honda 60
11. Tom Sykes BMW 57
12. Garrett Gerloff Yamaha 33
13. Xavi Fores Kawasaki 30
14. Federico Caricasulo Yamaha 29
15. Eugene Laverty BMW 26
16. Marco Melandri Ducati 19
17. Sandro Cortese Kawasaki 14
18. Leandro Mercado Ducati 12
19. Maximilian Scheib Kawasaki 11
20. Sylvain Barrier Ducati 5
21. Christophe Ponsson Aprilia 4
22. Roman Ramos Kawasaki 3
23. Takumi Takahashi Honda 2
24. Matteo Ferrari Ducati 2
25. Lorenzo Gabelini Honda 0

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